Schlaglicht

Steigende Tendenz bei Bioland-Metzgereien
Der Bioland-Verband in Hessen verzeichnet eine steigende Tendenz bei kontrolliert ökologischen Metzgereien. "Die Vorschriften für die Metzger sind genauso streng wie für die Landwirte", stellte Gerald Wehde, Geschäftsführer des hessischen Verbandes, bei einer Informationsfahrt zum Thema "Fleisch aus ökologischem Landbau" klar. So muß die Wurst zum Beispiel frei von Geschmacksverstärkern, Konservierungs- und Füllstoffen sein. Phosphate und Nitritpökelsalz sind dabei genauso tabu wie der Einsatz von Gentechnik.
Wie artgerechte Tierhaltung und ökologisches Wirtschaften konkret aussieht, demonstrierte der Verband den Journalisten auf dem Hofgut Gnadenthal (bei Limburg) mit der angeschlossenen Bioland Metzgerei "Gnadenthaler Hofmarkt" sowie im Betrieb Wolfgang Busch in Waldsolms-Brandoberndorf (Hintertaunus).
Bei beiden Betrieben ist die Tierhaltung integraler Bestandteil der Bio- und Kreislauf-Landwirtschaft. Das Klostergut Gnadenthal der Jesus-Bruderschaft wurde 1993 auf ökologischen Landbau umgestellt und bewirtschaftet eine Fläche von 60 Hektar. Davon entfallen 35 Hektar auf Ackerland, mit Luzerne und Klee als wichtigsten Futterpflanzen. Auf dem Klosterhof gibt es knapp hundert Tiere, darunter 24 Milchkühe, 16 Mastbullen und eine Schafherde.
Seit mehr als zehn Jahren ist der Betrieb der Familie Busch anerkanntes Mitglied bei Bioland. Ungewöhnliche Wege geht Wolfgang Busch dabei vor allem in der Schweinehaltung. Die Tiere werden das ganze Jahr über im Freien gehalten. Jede der neun Zuchtsauen hat mit ihren Ferkeln ein abgegrenztes Areal und eine Hütte. Bei dieser artgerechten Haltungsform fühlen sich 160 Ferkel im Jahr "sauwohl".
Insgesamt gibt es in Hessen 230 Landwirte und acht Metzger, die dem Bioland-Verband angeschlossen sind.

Einkaufskooperative mausert sich zum Ladenlokal
Aus einer Nebenstraße ist der Cuxhavener Naturkostladen und -imbiß Kornehaus - einst gegründet als Kooperative umweltbewußter Menschen - in das Geschäftszentrum der Hafenstadt umgezogen. Am Karl-Olfers-Platz weihte Richard Harnisch auf 220 Quadratmetern das großzügige, neue Ladenlokal ein. Das Konzept: Wenn einer skeptischen Kundin erst einmal der naturköstliche Imbiß an der Theke geschmeckt hat, dann fällt ihr auch der Schritt hinüber zu den Regalen mit Bio-Waren leichter. Das Kornehaus bietet fast alles aus der Welt der Naturprodukte: neben den Standards Brot, Gemüse und Molkereiprodukte auch Wurst, Babynahrung und Bücher.
Bevor sich der Autodidakt Harnisch zum Koch und Naturkostladner weitergebildet hatte, verdiente er seine Brötchen als Sozialpädagoge, Diakon und Kirchenmusiker. Heute verbindet er Kreativität und Kaufmannsarbeit. Das Zubereiten der Mittagessen ist für ihn ein schöner Ausgleich zu der Routinearbeit im Laden, weil er die Rezepte teils selbst komponiert. Seine Gäste können die Gerichte in Pfandgefäßen auch mit zur Arbeit oder mit nach Hause nehmen. Montags gibt es die bei Cuxhavener Kennern seit Jahren bekannte Gemüsepizza.

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