Leserbriefe
Standpunkt
S&K 11/97 Schade, daß Sie davon ausgehen, die Leser befürworten
die Politik der Grünen oder anderer linken Parteien. Es stört
mich, daß Sie Repräsentanten dieser Richtung ständig Raum
zur Darstellung ihrer Haltung geben, die viele für falsch halten. Speziell
in diesem Fall ist Ihre Haltung inkonsequent: Menschen fremder Herkunft
sollten hier eingebürgert und heimisch werden, so befürworten
sie es doch wohl, für Flora und Fauna vertreten Sie - aus gutem Grund
- diese Haltung nicht! Ich wünsche mir mehr Konsequenz.
E. Voß, Dieburg
Mich enttäuschte der Beitrag "Inländer zu Ausländer
abgestempelt". Was hat die Ausländerpolitik in einem Naturkostheft
zu suchen? Oder kümmert sich Cem Özdemir um die Gesundheit der
deutschen "Inländer"?
A. Wilhelm, Ditzingen
Margarine
S&K 12/97 In Ihrer Ausgabe 12/97 über Margarine schreiben Sie unter
anderem, daß die Alsan-S nicht vegan sei. Das ist soweit richtig.
Nur gibt es die Möglichkeit bei der Firma Alsan bei einer gewissen
Abnahmemenge auch vegane Alsan-S zu beziehen. Von dieser Möglichkeit
haben wir vom Vegan-Versand Laupheim seit jeher Gebrauch gemacht.
Durch Ihren Artikel ist ein Großteil unserer Kundinnen und Kunden
stark verunsichert worden. Darum bitten wir Sie diesen Hinweis in der nächsten
Schrot & Korn abzudrucken.
Vegan-Versand, Laupheim
Ehrlich währt am längsten
S&K 11/97 Ihre kritiklose Darstellung eines Systems zur Verhinderung
von Ladendiebstahl mittels Gewichtskontrolle hat uns erschreckt. Hier wird
ein System als pfiffige Idee dargestellt, das jede Kundin und jeden Kunden
von vornherein als potentielle Diebe behandelt. Das Körpergewicht ist
außerdem für viele Menschen eine private und intime Angelegenheit.
Eine Gewichtskontrolle beim Betreten eines Geschäftes stellt für
uns einen massiven Eingriff in Persönlichkeitsrechte, insbesondere
das der Menschenwürde dar. Ein Betrieb, der zur Gewinnmaximierung ein
Selbstbedienungskonzept verwendet, das es ihm ermöglicht, mit einer
Handvoll Angestellten einen großen Baumarkt zu betreiben, muß
Verluste durch Ladendiebstahl in Kauf nehmen. Wenn ein Großmarkt versucht,
diese Gewinneinbußen durch fragwürdige Überwachungsmethoden
zu reduzieren, gehört er unserer Ansicht nach boykottiert. In einem
kleinen Fachgeschäft mit ausreichender Beratung und Kundenbetreuung
wird auch weniger geklaut.
G. Wilhelm, Münster
Gemüse aus dem Meer
S&K 10/97 Algen haben - neben ihren angeblichen positiven Eigenschaften
- auch die bewiesene und weniger positive Eigenschaft der Schwermetall-Belastung.
Als lebender Organismus sammeln Algen die Schwermetalle aus ihrem umgebenden
Wassermilieu ein. Werden Algen jedoch von Menschen verschluckt, so werden
sie selbstverständlich auch verdaut. Sprich: die Zellwände werden
von unseren Verdauungs- enzymen "geknackt" und damit die in den
Zellen gespeicherten Schwermetalle freigesetzt. In kleinen Mengen kann dies
durchaus auch vorübergehende palliative (lindernde) Effekte nach sich
ziehen. Wer so etwas tut, ist jedoch dauerhaft auf seine "Droge"
angewiesen, die unangenehmerweise nach einiger Zeit (aufgrund der Giftakkumulation)
auch ihre anderen (giftigen) Wirkungen entfaltet. Ganz abgesehen davon muß
die Dosis eventuell nach einiger Zeit gesteigert werden, um denselben Effekt
zu erreichen. Ich warne vor einem unkontrollierten Algenkonsum. Vor allem
Kranke sollten diese zusätzliche Giftbelastung tunlichst meiden, denn
deren Organismus hat ja bereits Symptome entwickelt, die durch eine zusätzliche
Schwermetall-Belastung noch verstärkt werden können. Ganz abwegig
mutet die Empfehlung an, nach dem Zahnarztbesuch sich einen Algen-Absud
einzuverleiben. Die Luft in Zahnarztpraxen ist ohnehin schon Quecksilber
geschwängert. Läßt man sich nun noch eine neue Amalgamfüllung
legen oder eine alte entfernen, so bringt man ohnehin eine nicht unerhebliche
Giftlast vom Zahnarzt mit, die durch Algen sicher nicht zu bessern ist.
Pscheidl, Berlin
Hilferuf
In Berlin, dieser "Weltstadt" gibt es kein einziges Vollwertrestaurant,
ob mit oder ohne Fleisch, selbst dem UGB in Gießen ist keines bekannt.
Die zirka vier vegetarischen Gaststätten ziehe ich nicht in Erwägung.
Berliner Vegetarier gehen nun mal zum Inder, Chinesen, Italiener oder anderen
"Gemischtwarenhändlern". Da ich jedoch eine Vollwertweiterbildung
beim UGB anstrebe, die aus einem Aufbau- und Abschlußseminar mit Prüfung
besteht, zwischen denen ein halbes Jahr Praktikum in einem Vollwertrestaurant
empfohlen wird, fehlt es mir besonders. Vielleicht besteht noch Hoffnung
für Berlin? Und ich finde in meiner Heimatstadt die Arbeit die mich
ausfüllt?
Nadja Schallenberg, Kopenhagener Str. 14, 10437 Berlin
Was zahlen die Kassen?
Es ist wirklich ein Trauerspiel, daß die Naturheilmethoden so stiefmütterlich
behandelt werden. Man könnte doch eigentlich meinen, daß aufgrund
der großen Heilerfolge, die auch von Krankenkassen nicht übersehen
werden können, mehr Kassen dem guten Beispiel der BKK folgen. Denn
eine Gleichberechtigung haben die "Besonderen Therapierichtungen"
mindestens verdient. Kürzlich habe ich den Schritt zur Akupunktur gewagt
und seitdem ist mein Heuschnupfen wie weggeblasen. Ich kann nur an jeden
apellieren, den Mut zu haben, sich dem Naturheilverfahren hinzugeben.' '
Vielleicht ist das der erste Schritt, um die Krankenkassen, die scheinbar
hinter der Zeit und Wirklichkeit denken, zur Einsicht und wirklichen Hilfe
zu bewegen.
S. Senft, Hildesheim
...
Herzlichen Dank für den interessanten Artikel "Naturheilkunde
- was zahlen die Krankenkassen". Es gibt jedoch etwas zu berichtigen.
In dem Absatz "Private Zusatzversicherung als einziger Ausweg"
wird dem Leser Glauben gemacht, daß dies wirklich eine Alternative
bedeutet. Ich als arbeitende Heilpraktikerin/Homöopathin bin auch erst
auf die Marketingstrategie dieser Zusatzkassen hereingefallen und habe Patienten
diese Versicherung empfohlen. Richtig ist, daß diese Versicherungen
zu achtzig Prozent die Kosten der Rechnungen übernehmen, aber die Rechnungen
müssen vom HP nach der Gebührenverordnung für HP ausgeschlüsselt
werden. In diesen Punkten kommt der HP aber nicht auf seine tatsächlichen
Kosten. Das heißt, entweder wird man hier animiert, Rechnungen zu
fälschen, oder man schreibt die Gebührenpunkte zusammen und kommt
auf einen Höchstbetrag von DM 57.-. Eine Erstanamese kostet aber, wenn
man gewissenhaft arbeitet, bei einem Homöopathen zwischen DM 250.-
und DM 300,-.
I. Müller, Berlin
...
Nicht nur im medizinischen Bereich, sondern auch in der Psychotherapie gibt
es längst Methoden und Verfahren, die wesentlich kostengünstiger
und effektiver sind als manche herkömmlichen Verfahren, die irgendwann
einmal anerkannt wurden und nie wieder auf ihre Wirksamkeit überprüft
werden. Da viele neue Methoden von den Krankenkassen nicht anerkannt werden,
sehen sich auch hier die Patienten genötigt, selbst in die Tasche zu
greifen, letztlich auch um ihre Leidenszeit zu verkürzen.
T. Becker, Neustadt
...
Die Realität ist leider so, daß in der Praxis eines Heilpraktikers
tagtäglich Patienten kommen, die von der Schulmedizin nach jahre-,
oft jahrzehntelangem Irrweg ganz einfach genug haben. Dazu gehören
Patienten, denen man oft mit erstaunlich wenig sehr gut und sehr schnell
helfen kann, aber auch sehr schwere Fälle wie zum Beispiel "austherapierte"
Krebspatienten. Ich frage mich täglich, wieso den meisten Ärzten
der Blick für das Einfache, Nächstliegende, Natürliche verlorengegangen
ist. Ich denke, da ist einmal die völlig einseitige Ausbildung und
zum anderen die Pharmaindustrie, die heute das medizinische Geschehen weitgehend
bestimmt. Interessant ist zu diesem Thema die häufigste Äußerung
von Patienten: "Alles, was bezahlt wird, will ich nicht (mehr) und
alles, was ich will, wird von meiner Kasse nicht bezahlt!"
G. Weigel, Lörrach
Jodunverträglichkeit
S&K 10/97 Man kann sich im Moment durchaus mit ungesalzenen Nahrungsmitteln
mit Jod vergiften, nämlich über sämtliche Rindfleisch- und
Milchprodukte: der künstliche Jodzusatz in Mineralfuttergemischen ist
von ursprünglich 40 mg auf 100 mg pro Liter/Kg Futtergemisch erhöht
worden. Außerdem ist in Deutschland ein hochjodhaltiges Euterdesinfektionsmittel
im Gebrauch, das, noch ehe es sachgerecht (!) abgewaschen wird, über
die Haut in den Tierkörper eindringt. Das Rindvieh wird also von außen
und von innen mit Jod angereichert. Ein Liter Milch von solcher Art medikamentierter
Kühen enthält das Vielfache der von der WHO angegebenen Höchstmenge
an Jod. Selbst die WHO würde die Jodmenge, die sich derzeit in unseren
Milchprodukten befindet, als bedenklich einstufen, wenn man diese Jodmenge
offiziell nachweisen könnte. Das kann man aber nicht mehr, weil die
Bundesanstalt für Milchforschung in Kiel die Lehrstelle für Jodanalysen
gestrichen hat. Argument: Ungenaue Analysewerte wegen des sehr schwierig
zu analysierenden Stoffes. Eine Nachfrage bei Tierärzten ergab, daß
Rinder gar kein Jod haben dürfen, davon werden sie nämlich auch
schilddrüsenkrank.
D. Braunschwei-Pauli, Trier
...
Sie sagen: "Schöne Haut trägt zu einem guten Körpergefühl
bei", und beschreiben die hautpflegenden Eigenschaften natürlicher
Körperöle. Das stimmt alles, wenn man nicht an Jodallergie und
Jodakne leidet. Dann nämlich kann einen kein Öl der Welt zu einer
schönen Haut verhelfen. Da wachsen schmerzhafte, dicke, rote Furunkel
im Gesicht, am Hals, in den Ohren und am übrigen Körper, und es
dauert Monate, ehe sie ausheilen - wofür aber neue nachwachsen. Es
bleiben tiefe Narben zurück, und auch diese lassen sich durch äußerliche
kosmetische Behandlungen nicht mehr "besänftigen". Ehe meine
Jodakne - im Zuge der totalen Jodierung sämtlicher Lebensmittel - ausbrach,
hatte ich, wie man mir sagte, eine Haut "wie Milch und Honig".
D. Braunschweig-Pauli, Trier
Zucker- und Zuckeraustausch
S&K 9/97 Natürlich hat Herr Krautstein recht mit seinen Betrachtungen
über Zucker und Zuckeraustauschstoffe. Als ehemalige Stillberaterin
und Mutter dreier Kinder (13-20 Jahre) muß ich aber einwenden, daß
schon Muttermilch relativ süß ist und ich darüber nachdenke,
ob die von Herrn Krautstein zitierte Mutter Natur nicht doch weiß,
daß ein wenig Süßes den Menschen so wundervoll gut schmeckt,
wenigstens manchmal?!?! Auf das rechte Maß kommt es an, wie fast immer
im Leben. Auf meinen mit Vollkornmehl gebackenen Pflaumenkuchen kommt jedenfalls
eine schöne Prise Fabrikzucker mit Zimt, und er schmeckt göttlich!
P. Cordis, Hamburg
Leserbriefe Türkei
S&K 8/97 Eigentlich finde ich Ihre Zeitschrift nicht starr ideologisch,
dogmatisch und diesbezüglich arrogant, eher sogar überraschend
unverbissen und informativ, und lese sie regelmäßig - und eigentlich
habe ich keine Zeit, Leserbriefe zu schreiben. Der abgedruckte Leserbrief
zum Besuch in der Türkei im Heft 8/97 bedarf aber eines Kommentars.
Dabei betrifft es zunächst gar nicht Sie, daß die Verfasserin
über die soeben beschriebenen negativen Eigenschaften verfügt
- gepaart mit deutscher dummdreister Arroganz und einer Prise Naivität.
Ihre Auswahl und Veröffentlichung nur dieses Leserbriefes als einzige
Leserreaktion steht aber wohl dafür, daß Sie die Ansichten der
Verfasserin - jedenfalls teilweise - teilen. Schließlich geben Sie
ihrer Forderung nach, den Leserbrief abzudrucken, um sich "nicht restlos
mitschuldig" zu machen. Blöder geht es wohl nicht. Gehen Sie etwa
selbst davon aus, daß Sie mitfoltern, indem Sie berichten, wie Deutsche
mal positiv ihr Wissen weitergeben und Türken helfen, mit ihrer Umwelt
bewußter und schonender umzugehen.
P. Avsar-Birner
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