Querbeet
Restaurant-Aktion am 27. Mai '99
Gerichte mit regionalen Zutaten zum halben Preis
Zum "kulinarischen Festtag" hat die Initiative Eurotoques - die europäische Union der Köche - den 27. Mai ausgerufen. An diesem Tag darf in vielen Restaurants in Deutschland zum halben Preis geschlemmt werden.
Hintergrund der Aktion: Regionale Produkte des jeweiligen Landstrichs und die kulinarischen Spezialitäten sollen wieder stärker ins Bewußtsein der Gäste gerufen werden. "Kochen ist mehr als nur Essen machen - Kochen ist eine Kunst, die alle Sinne berührt und die traditionell das beste Produkt der Region einbezieht" beschreibt Ernst-Ulrich Schassberger, der deutsche Eurotoques-Präsident, die Verknüpfung von Kochkunst mit regionalen Zutaten.
Restaurants, die diese Idee unterstützen, präsentieren am 27. Mai 1999 ein Menü oder drei Gerichte, zubereitet mit heimischen Erzeugnissen. An der Aktion nehmen auch Gasthäuser teil, die mit Bio-Zutaten kochen, Weingüter, die ökologisch wirtschaften und Erzeuger-Höfe, die nach Kriterien des kontrolliert-ökologischen Anbaus produzieren.
Ein Verzeichnis der teilnehmenden Restaurants kann via Faxabruf unter der Nummer 030/790840-3048 bezogen werden. Im Internet findet sich die Liste unter http://www.Eurotoques.de
Gewürz des Monats
Chili (Capsicum annuum/ frutescens)
Chilis gibt es in rund 200 Variationen: Von dick bis dünn, groß bis klein, grün (unreif) bis rot (reif), mild bis scharf. Als Gewürzgrundlage verwendet man frische oder getrocknete Früchte sowie Chilipulver. Zum Einsatz kommen Chilis insbesondere in der südamerikanischen und asiatischen Küche.
Nicht alle Früchte besitzen eine feurige Schärfe: Große, dickfleischige Chilis sind oft mild im Geschmack. Kleine, spitzzulaufende schmecken meist scharf. Im Zweifelsfall empfiehlt es sich, immer erst ein kleines Stückchen zu probieren. Bei zuviel Schärfe die Samen besser nicht essen.
Achtung: Feurige Chilis können in Mund und Rachen höllisch brennen sowie Magen und Darm reizen. Gegen den Schärfereiz hilft es, sofort Brot oder ungewürzten Reis zu kauen. Getränke hingegen verstärken das Brennen - auch Wasser.
Tip: Während der Verarbeitung von Chilis, Finger nicht in die Nähe der Augen bringen. Danach gründlich die Hände waschen.
Küchentip
Angebranntes retten
Topf mit Angebranntem sofort in kaltes Wasser stellen. Nach 10-15 Minuten den Inhalt vorsichtig ohne Bodensatz in einen sauberen Topf umgießen und wieder erwärmen.
Petra Walpert-Kraus, Rinteln
Buchbesprechung
Vegetarisch nach Lust und Laune
Eine ganze Familie hat an diesem vegetarischen Kochbuch mitgeschrieben. Aus gutem Grund: Die Hiltls sind seit vier Generationen dem fleischlosen Essen verbunden. In der Schweiz steht ihr Name für das erste vegetarische Restaurant, gegründet vor mehr als einhundert Jahren. Mit ausgewählten Feinschmecker-Gerichten aus der Speisekarte des Züricher Restaurants verraten die Küchenchefs der dritten und vierten Generation einige ihrer beliebtesten Rezepte, darunter viele aus der asiatischen Küche. Die Rezepte lassen sich auch von Einsteigern leicht nachkochen.
Hiltl: Vegetarisch nach Lust und Laune, Walter Hädecke Verlag, 1998, 167 Seiten, DM 59,90, ISBN: 3-7750-0314-2.
Kurz notiert
- Das Forschungsinstitut für Kinderernährung in Dortmund hat die Broschüre "Empfehlungen für die Ernährung von allergiegefährdeten Säuglingen" herausgegeben. Sie kann für DM 5,50 in Briefmarken bei der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, Broschürenversand, Postfach 930201, 60457 Frankfurt/Main, angefordert werden.
- Stilles Mineralwasser wird beliebter. Der Trend zu kohlesäurearmen Sorten bescherte den "Stillen" 1998 ein Absatzplus von 3,2 Prozent. Bislang greifen etwa 65 Prozent der Mineralwassertrinker zu Bitzelvarianten, 30 Prozent bevorzugen stilles Wasser. Insgesamt liegt der Mineralwasserkonsum in den alten Bundesländern deutlich über dem in den neuen Ländern.
- Kinder mögen Produkte, die gut riechen, toll und vielfältig schmecken und sich im Mund gut anfühlen, hat der Meinungsforscher Ingo Barlovic in einer Umfrage herausgefunden. Sie wissen, was sie wollen und setzen ihre Wünsche auch durch. So entscheiden 82 Prozent der Kids darüber, welche Schoko-Marke gekauft wird und 74 Prozent bestimmen, welche Cornflakes auf den Tisch kommen.
Meldungen
Abfuhr für Gentechnik
Verbraucher bevorzugen traditionell hergestellte LebensmittelEine kürzlich durchgeführte Verbraucherbefragung in Europa zeigt deutlich die Vorlieben für traditionell hergestellte Lebensmittel in allen befragten Ländern. So ziehen die meisten der 400 Befragten einen Joghurt mit Vollfettgehalt und klassisch gebrautes Bier neuen Varianten mit gentechnisch veränderten Zutaten vor. Mit Gentechnik in Lebensmitteln verbinden viele Käufer europaweit etwas negatives, notierten die Interviewer. Diese Lebensmittel sind, so die Verbraucher, "nicht notwendig" oder "unnatürlich". Den Unbedenklichkeitsbeteuerungen der Wissenschaft wird offensichtlich nicht geglaubt, so Projekt-Koordinator Professor Klaus Grunert aus Dänemark. Am deutlichsten kam die Abfuhr für die neue Technologie aus Deutschland.
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