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Mehrweg ausgelaufen
Grüne Punkt-Gläschen gehören in Container
Nach Ende der Übergangsphase bitten die Naturkosthersteller die Verbraucher, nun sämtliche kleinen Glasverpackungen über das Grüne-Punkt-System zu entsorgen. Betroffen davon sind Gläschen für Brotaufstriche, Nußmuse, konservierte Gemüse, Gemüsebrühe und ähnliches. Diese Gläser sollten nicht mehr in die Läden zurückgebracht werden, sondern in die Container des Grünen Punkt-Systems wandern. Das gilt natürlich nicht für Joghurtgläser oder Milchflaschen. Sie werden weiterhin im Mehrwegsystem gespült und wiederbefüllt. Wie berichtet, wurde das Ende für das brancheneigene Afa-System (Arbeitsgemeinschaft für Abfallverwertung) im Dezember 1998 eingeleitet. Inzwischen haben sich die Hersteller dem Grünen-Punkt-System angeschlossen, dadurch ging der Glasrücklauf bereits im März deutlich zurück. Daß das endgültige Aus nun etwas früher kommt als geplant, hängt mit der letzten verbliebenen Afa-Spülstelle zusammen. Für sie konnte ab 1. Juli ein neuer Auftraggeber gefunden werden, so daß die 18 Arbeitsplätze einer Behindertengruppe gesichert sind. Dadurch hat die Afa allerdings keine Spülkapazitäten mehr.
Mehr als 20.000 Leute
Davert Mühlen-Fest sehr gut besucht
Sehr erfolgreich verliefen die Aktionstage Ökolandbau in Nordrhein Westfalen. Insgesamt kamen mehr als 200.000 Menschen zu den Aktionstagen, die erstmals im bevölkerungsreichsten Bundesland stattfanden. Einer der Höhepunkte: Die Naturkostmesse und das Mühlenfest der Firma Davert. "Es war der Bär los", zog Marketingleiterin Martina Celik Bilanz. Unter dem Motto "25 Jahre Naturkost - 15 Jahre Davert Mühle" hatten Naturkostpionier Rainer Welke und sein Team vier Tage lang informiert und gefeiert. Zu dem Verbraucherwochenende, das Landwirtschaftsministerin Bärbel Höhn eröffnete, strömten über 20.000 Besucher. In drei Messehallen waren rund 120 Stände von Bio-Firmen aufgebaut, die Naturkost in allen Varietäten anboten. Daneben gab es Mühlenbesichtigungen sowie Kleinkunst, Livemusik und Kinderprogramm. Insgesamt fanden im Rahmen der Aktionstage 350 Veranstaltungen statt.
Schwedische Studie
Waldorfschüler haben weniger Asthma
Der Lebensstil spielt laut einer schwedischen Studie eine entscheidende Rolle bei Asthma und Neurodermitis: Kinder, die nach anthroposophischen Grundsätzen leben, leiden seltener unter diesen Krankheiten als Töchter und Söhne mit herkömmlichem Lebensstil. Der Grund: Restriktiver Gebrauch von Antibiotika, weniger Impfungen und gemüsereiche Kost scheinen das Risiko zu senken. Wie die Ärztezeitung berichtet, ergaben Tests und Blutuntersuchungen eine um durchschnittlich 38 Prozent verringerte Anfälligkeit für neurodermitische Erkrankungen.
Nach guten "test"-Ergebnissen
Boom für Bio-Tees
Bio-Tee boomt. Nachdem die Stiftung Warentest in konventionellen Grüntees jede Menge Pestizidrückstände feststellte, greifen die Verbraucher verstärkt zu biologischen Produkten. Über einen Boom, so Warentest in einer Pressemitteilung, berichtet unter anderem der Förderverein ECO&FAIR e.V., dem sich verschiedene Bio-Firmen angeschlossen haben. ECO&FAIR will mit den Einnahmen (3 Mark Mehrerlös pro Kilo Tee) Fachberater für chinesische Teefarmen ausbilden, um so die Umstellung auf Bio weiter zu fördern. Bei einer Untersuchung des Magazins test (Februar-Ausgabe) war mehr als die Hälfte der 68 Grünteeproben "stark belastet".
Genmais
Novartis macht Rückzieher
Gentech-Firmen und Handelskonzerne geraten zunehmend unter Druck. Wegen der Kritik an der Antibiotikaresistenz des sogenannten Bt-176-Maises will der Schweizer Chemie- und Pharmariese Novartis diese Sorte in Deutschland künftig nicht mehr anpflanzen. Das hat die Firma dem Bundesgesundheitsministerium in einer freiwilligen Vereinbarung zugesagt. Allerdings wächst die Sorte in diesem Jahr noch auf etwa 500 Hektar. Wegen der möglichen Gesundheitsgefahren hat bereits die Mehrzahl der europäischen Länder die Notbremse gezogen. In Deutschland äußerte sich sogar das als gentechfreundlich geltende Robert-Koch-Institut kritisch zu den Antibiotikaresistenzen. Es wird befürchtet, daß dadurch gefährliche Krankheitserreger unempfindlich gegen wichtige Antibiotika in der Humanmedizin werden könnten. Novartis erwägt, den umstrittenen Mais durch eine andere Gentechsorte zu ersetzen, die keine Antibiotikaresistenz mehr enthalten soll. Dieser Bt-11-Mais ist jedoch von der EU noch nicht zugelassen.
"Spinning"
Trendsport tut nur Trainierten gut
"Spinning" heißt ein neuer Trendsport in Fitneßstudios, für den mit Gesundheitsargumenten geworben wird. Das schweißtreibende Strampeln auf speziellen Standrädern soll beim Abspecken helfen.
Was an solchen Versprechungen dran ist - darüber sind die Experten geteilter Meinung. Während Forscher der San Diego State University den Gesundheitseffekt bejahen, äußerte sich Dr. Christian Merkl, Verbandsarzt des Bayerischen Radsportverbandes, gegenüber der Ärztezeitung eher skeptisch. Die hohen Belastungen seien für gut Trainierte zwar kein Problem, aber zur Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen doch eher ungeeignet.
Auch die Hoffnung, durch ein solches Training mit sehr hohen Herzfrequenzen Fett abzubauen, sei kaum zu erfüllen, sagte Merkl. Denn hierbei würden vor allem Kohlenhydrate verbraucht.
Auf Spinning-Maschinen wird - wie beim Aerobic - zu rhythmischer Musik in einer Gruppe trainiert, wobei die Musik die Trittfrequenz vorgibt. Typisch sind sehr hohe Trittfrequenzen von 80 bis 120 Umdrehungen pro Minute.
Risiko höher als angenommen
Verkehr ist ein Krebsfaktor
An vielbefahrenen Straßen sind Abgase für jeden zehnten Lungenkrebs verantwortlich. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Stadt Stockholm und des staatlichen Karolinska Forschungsinstituts. Dabei wurden die Daten von 3.400 Personen ausgewertet. Davon waren 1.000 an Lungenkrebs erkrankt. Die Forscher verglichen die Erkrankungshäufigkeit mit den Wohnadressen seit 1950. "Das Resultat ist eindeutig", sagte Umweltmediziner Fredrik Nyberg der Tageszeitung taz: "Es besteht eine 40prozentige Risikosteigerung für eine Krebserkrankung bei denen, die in besonders verkehrsdichten Wohngebieten gewohnt haben oder wohnen." Hauptursache dafür seien Dieselmotoren.
Bio-Inside
Wohngifte - für die Betroffenen ein ätzendes Thema. Erste Hilfe bieten die Internet-Seiten der Zeitschrift Haus und Garten (www.haus.de - auf Wohnen klicken und dann im Pop-up-Menü der Rubrik "Wohn-Report" auf "Wohngifte").
Das kompakte Angebot infomiert über "scharfe Sachen" ebenso wie über die "kleinen Dosen", in denen das Gift jahrelang aus Teppichen, Möbeln, Parkettböden und behandelten Hölzern strömt. Denn nach wie vor sind die eigenen vier Wände alles andere als ein Reinluftgebiet - zahlreichen Skandalen (Stichwort Holzschutzmittel) und teilweise verschärften Grenzwerten zum Trotz. Doch für (fast) jedes Problem gibt es ein baubiologisches Lösungsmittel. Und deshalb werden die Stichworte immer in vier Schritten erläutert: Kurze Beschreibung der Problematik, Schadstoffe, Auswirkungen auf die Gesundheit und Alternativen. Das macht die komplexe Thematik überschaubar und dient dem Heimwerker zur ersten Orientierung. Wer tiefer bohren muß, wird über kurz oder lang sowieso Fachleute zu Rate ziehen. Da trifft es sich gut, daß man die Liste der Meßinstitute nach Postleitzahlen abrufen kann.
Termine
- Jugendcamp "Naturschutz im Wattenmeer" vom 5.-14.8.99 auf Wangerooge, Kontakt: Alfred Toepfer Akademie für Naturschutz, 05199-9890
- 4. Ökodorf-Festival vom 6.-12. 8.99 in Wendelsheim bei Alzey. Info: Ökodorf-Institut, 07622-671322
- Seminar "Drei Tage rund um die Heilpflanzen" vom 9.-11.8.99 in Tecklenburg, Info: Kurkolleg Tecklenburg, 05482-97159
- 6. RegioMesse für ökologischen Wein, Brot und Kunsthandwerk vom 19.-22.8.99 in Freiburg, Kontakt: 0761-473424
- Seminar "Öko-Check für Trendsetter" vom 27.-29.8.99 in Bad Segeberg. Info: Alfred Toepfer Akademie für Naturschutz, 05199-9890
- 5. Ökomarkt & Eine-Welt-Bazar am 28.8.99 in Duisburg. Kontakt: 0203-370304
Publikationen
- Seit 1. Januar 1999 gilt ein neues Insolvenzrecht, das es überschuldeten Privatperonen und Kleingewerbetreibenden ermöglicht, von ihren Schulden befreit zu werden und wirtschaftlich neu anzufangen. In dem Ratgeber Überschuldung - was tun? beschreiben die Autoren am Beispiel eines Musterschuldners den Ablauf eines Verbraucherkonkursverfahrens. Hilfreich sind die Musterschreiben an Gläubiger und Banken, die Beispielsfälle für bestimmte Personengruppen (z.B. Arbeitnehmer, Selbständige, Arbeitslose, Ledige) und die Tips für hartnäckige Fälle. (Ulli Winter, Klaus Müller, Überschuldung- was tun?, Bund-Verlag, DM 16,90. ISBN 3-7663-2934-0)
- Der Ratgeber Kündigung langfristiger Versicherungen zeigt, ob und wie man aus langfristigen Versicherungsverträgen (Haftpflicht, Hausrat, Wohngebäude oder Rechtsschutz) aussteigen kann. Musterbriefe und eine Urteilsübersicht zu einzelnen Vertragsbedingungen erleichtern die Korrespondenz mit den Versicherungsgesellschaften. Der Ratgeber kostet DM 15,- und ist bei der Verbraucher-Zentrale, Berliner Str. 27, 60311 Frankfurt, Tel.: 069-97201030 erhältlich.
- Wer Naturheilmittel schätzt, wird auch auf Reisen nicht auf sie verzichten wollen. Wie sich Krankheiten, die unterwegs häufig auftreten, erkennen, vermeiden und mit Hilfe der anthroposophischen Medizin behandeln lassen, steht in dem Taschenbuch Die natürliche Reiseapotheke. Themen sind unter anderem: Reisekrankheit, Flugreisen, Verletzungen, Verbrennungen, Sonnenstich, Tropenreisen, Insektenstiche, Durchfall, Erbrechen, Erkältungen, Grundausstattung einer natürlichen Reiseapotheke. Der Ratgeber ist im Verlag Freies Geistesleben (ISBN 3-7725-5008-8) erschienen und kostet 22 Mark.
Jetzt auch per Gesetz: Bio ist gentechnikfrei
Schon immer war Gentechnik im kontrolliert biologischen Anbau tabu: Die Richtlinien der Anbauverbände lassen keine Genmanipulation zu. Seit kurzem gibt es dafür auch eine gesetzliche Grundlage. Durch die Ergänzung der EU-Verordnung zum ökologischen Landbau (Abschnitt über Tierhaltung und tierische Produkte) wird das Verbot ausdrücklich festgeschrieben. Um die Gentechnikfreiheit lückenlos dokumentieren zu können, haben verschiedene Öko-Verbände eine vielbeachtetete Datenbank aufgebaut, die ab September im Internet unter www.infoXgen.com einsehbar ist.
Auf der Kippe
Marilyn bevorzugtDie Stimme der Monroe soll künftig gestreßte U-Bahnkunden in London besänftigen. Die Ansagelautsprecher werden mit der von einem Computer nachgebildeten Tonlage des legendären Sexsymbols der 50er Jahre gespeist, insbesondere wenn es darum geht, Verspätungen anzukündigen. Es hätten natürlich mehrere Stimmen zur Auswahl gestanden, ließen die Londoner Metro-Betreiber bekanntgeben, doch die von Marilyn habe die Tester am meisten überzeugt. Begründung für die Neuerung: Die zuletzt benutzte, krächzende Computerstimme habe sowohl die Fahrgäste wie auch das Bahnpersonal genervt. Die samtene Stimme von Marilyn Monroe hingegen wirke ausgesprochen beruhigend.
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