HausRat
Klimaschutz macht Spaß
Mit Klimaschutz beschäftigt sich Hartmut Graßl nicht erst seit den jüngsten Katastrophen im Zuge von El Niño. In seinem neuen Buch betrachtet der international renommierte Klimaforscher das Problem nun vor allem von der praktischen Seite. Wie wir unseren Einfluss auf das Klima so gering wie möglich halten können - das führt der Wissenschaftler fachlich fundiert und dennoch anschaulich vor Augen. Schließlich kann sich der Experte, seit fünf Jahren unter anderem Leiter des Weltklima-Forschungsprogramms in Genf, nach wie vor für Wetterphänomene und ihre Schönheit begeistern: "Ich habe das Wetter immer beobachtet, schon als Hüterbub auf der Hochalm am Hochkalter. Das war mein erster Beruf."
Weil das Ökosystem Erde erst mit einer Verzögerung von Jahrzehnten auf Störungen reagiert, ist es nach Ansicht von Graßl für jeden erfahrenen Meteorologen unabdinglich, sofort zu handeln und Veränderungen auf politischer Ebene sowie im Alltag voranzutreiben. Der Autor bleibt nicht bei Gemeinplätzen und einer ach so bequemen, kritisierenden Haltung stehen. Statt dessen zeigt er, dass Anlass zu Optimismus besteht, und fordert "den Fortschritt zum zweiten solaren Zeitalter". Das heißt, zurück zur Sonnenenergie als primärer Energiequelle, wie es zwar schon im vorindustriellen Zeitalter der Fall war - nun aber mit modernster Technologie. Graßls Devise: "Klimaschutz tut not und macht Spaß."
Abgerundet wird dieser dritte Band aus der Buchreihe zur EXPO 2000 durch Beiträge anderer Fachautoren, die auf konkrete, aktuelle Fallbeispiele eingehen, wie auf die Auswirkungen El Niños in Südafrika oder die zunehmende Hochwassergefahr in Süddeutschland. Verschiedene Abbildungen und kleine Textkästchen mit Zitaten am Seitenrand erleichtern das Lesen.
Mario Spalj
Hartmut Graßl: Wetterwende. Vision: Globaler Klimaschutz. Campus Verlag 1999, 240 Seiten, ISBN 3-593-36035-7.
Kastanienholz steht nicht mehr im Schatten
Edelkastanien liefern nicht nur Maroni, sondern auch wertvolles Nutzholz. Das hat man jetzt in der Schweiz wiederentdeckt. Dort wurde eine eigene Arbeitsgruppe gegründet, die den Anbau und die Vermarktung dieses widerstandsfähigen Holzes fördert. Auch für andere europäische Länder sagt die Zeitschrift Wohnung + Gesundheit dem bis zu 35 Meter hohen Baum eine Renaissance voraus. Die Vorzüge, die durch das Vordringen der Importhölzer in Vergessenheit geraten seien, würden künftig eine größere Rolle spielen. Besonders wegen ihrer Unempfindlichkeit gegen Verwitterung und mechanische Abnutzung war die Esskastanie in früheren Zeiten beliebt. Sie wurde eingesetzt für Pfähle. Fässer, Parkett, sowie im Schiffbau und für Bahnschwellen. Im Extremfall können Edelkastanien bis zu 1000 Jahre alt werden. Die Stammdicke des schnell wachsenden Baumes kann einen Meter Durchmesser erreichen.
Kurzmeldungen
- Aus Holz - oder besser gesagt aus Holz-Zellulose - bestehen die Reinigungstücher der Marke Recoline Sie gehören zu der neuen Generation von Wischtüchern, die ohne oder mit weniger Chemie (in den Tensiden der Reinigungsmittel) auskommen sollen. Weitere Infos unter www.recoline.de oder 07575-9242-0 (Dietmar und Reinhold Reichle). Ein ähnliches Produkt (Wisch-Fix-Reinigungstuch) bietet die Firma Bürstensysteme Steinert an, Tel. 08239-1292, Fax -90112.
- Solarwärme liegt im Trend: In den letzten vier Jahren hat sich die Fläche der bundesdeutschen Sonnenkollektoren fast verdoppelt. Allein im vergangenen Jahr wurden 475.000 Quadratmeter installiert, wie der Deutsche Fachverband für Solarenergie mitteilt. Das ist ein Zuwachs von 34 Prozent.
- In einer aktualisierten und erweiterten Auflage ist das Buch "Baubiologie in Frage und Antwort" erschienen. Das Nachschlagewerk basiert auf Leseranfragen an die Fachzeitschrift Wohnung + Gesundheit und möchte - für den Laien verständlich - Hilfe beim Bauen, Einrichten und Sanieren bieten. Anton Schneider: Baubiologie in Frage und Antwort, Verlag Institut für Baubiologie + Ökologie, Neubeuern 1999, DM 29.
Öko-Tip der Verbraucher-Initiative
Tee- und Kaffeewasser genau dosieren
Rein geschmacklich gibt so mancher Kaffeetrinker dem "Handgebrühten" den Vorzug gegenüber der Maschine. Auch unter ökologischen Gesichtspunkten schneidet die Maschine schlechter ab.
Unser Tip: Es spart Energie, wenn das Kaffeewasser in einem Wasserkocher erhitzt wird. Das gilt aber nur, wenn Sie nicht mehr Wasser kochen als Sie benötigen und das Gerät automatisch abschaltet. Das bessere Aroma gibt es gratis dazu.
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