Einblick


Warnung vor China-Kräutern

Vor dem sorglosen Gebrauch von China-Kräutern hat das Bundesinstitut für Arzneimittel gewarnt. Anlass waren mehrere Todesfälle in Belgien, die man auf die Einnahme von Präparaten zurück führt, die Aristolochiasäure enthielten. Sie gilt als krebserregend und kann schwere Nierenschäden hervorrufen. In Deutschland ist die Nutzung der Aristolochia-Pflanze für Heilzwecke deshalb verboten.

Sorgen machen den Gesundheitsbehörden vor allem die grauen Märkte. Manche Versandfirmen, die ihre Dienste in Kleinanzeigen oder im Internet anbieten, verschicken zum Teil asiatische Mischpräparate, die sich jeder Kontrolle entziehen. Auch Josef Karl, Heilpraktiker und als Mitglied der Kommission E mit der Prüfung heimischer Heilpflanzen befasst, hält Vorsicht bei China-Importen für angebracht. Dort würden andere Maßstäbe angelegt als in Deutschland, es seien offiziell auch Pflanzen mit kanzerogenen oder erbgutverändernden Inhaltsstoffen zugelassen.

Auch mit Schwermetallen und Pestizidrückständen können die Heilmittel aus China belastet sein, sogar mit dem hoch giftigen DDT. Die Verarbeitung von Pflanzen zu Pillen und Tabletten versetzt deutsche Experten mitunter in Staunen. Nicht selten wurden angeblich rein pflanzliche Arzneien mit hoch wirksamen pharmazeutischen Substanzen manipuliert. Einmal fand man in einem Kräuterpräparat gegen Rheuma einen Entzündungshemmer, ein andermal war ein Kräutertee gegen Asthma mit Cortison besprüht.

Generell sollte man Produkte meiden, auf deren Packung die Angaben über die Zutaten fehlen, raten die Fachleute. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und die Apothekenkammer empfehlen, Heilpflanzen und Arzneien aus China nur in Fachgeschäften zu kaufen, die Prüfzertifikate vorlegen und über die Inhaltsstoffe Auskunft geben können. Auch Ärzte und Kliniken, die sich auf Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) spezialisiert haben, verwendeten geprüfte Arzneimittel.


"Sport besser als Diäten"

Sport treiben ist wichtiger als Abnehmen. Wer dick ist, aber fit, lebt nachweislich länger als untrainierte Schlanke, zitiert die in Gräfelfing bei München erscheinende Zeitung "Ärztliche Praxis" den Ernährungswissenschaftler Nicolai Worm. Körperliche Aktivität sei im Vergleich zu einer Diät der wichtigere Faktor für überdurchschnittliche Lebenserwartung.

Zudem habe bisher nicht bewiesen werden können, dass Diäten langfristig erfolgreich sind. Worm zufolge dauert es nicht einmal fünf Jahre, bis neun von zehn "Hungerkünstler" wieder ihr altes Gewicht auf die Waage brächten.

Gesunde Zähne durch Gentechnik?

Ginge es nach dem Willen amerikanischer Wissenschaftler an der Universität von Florida, könnten bald schon Mundspülungen mit gentechnisch manipulierten Bakterien den Menschen vor Karies schützen. Kleinstlebewesen wie Streptococcus mutans machen sich im Mund normalerweise über Essensreste her und scheiden dabei Säuren aus, die den Zahnschmelz zerstören. Weil die umgestylten Bakterien aus dem Genlabor stattdessen neutralisierendes Acetoin und Alkohol produzieren und ihre kariesfördernden Verwandten töten, will man sie als "Gesundheitspolizei” einsetzen. Eine einzige Spülung soll genügen, um die "guten” Streptokokken ein Leben lang im Mund anzusiedeln.

Laser statt Bohrer

Ein neuartiges Laser-Verfahren soll demnächst in vielen Zahnarztpraxen den ungeliebten Bohrer ablösen. Mit der schmerzfreien Behandlungsmethode, die von englischen und deutschen Forschern entwickelt wurde, lässt sich Karies angeblich in wenigen Minuten erfolgreich stoppen. Im Gegensatz zu herkömmlichen Eingriffen, bei denen das kariöse Material vom Zahn entfernt wird, wandelt der Laser die beschädigte Zahnmasse in beißfeste Substanz um. Der so genannte "Erbiumlaser” legt einen kleinen Kanal frei, der direkt in die durchlöcherte Kariesregion führt. Durch diese Schleuse füllt man eine fotoaktive Flüssigkeit ein, die sich in den Löchern gleichmäßig verteilt. Bei Bestrahlung mit Laserlicht werden die Bakterien durch die aktivierte Flüssigkeit abgetötet. Anschließend füllt man die kariösen Löcher mit einem Polymer (Kunststoff), den man durch Belichten härtet. Die Markteinführung hat die Jenaer Firma Asclepion-Meditec für 2001 geplant. Über die Kosten ist noch nichts bekannt.



Kurzmeldungen

+ Grapefruits können die Oxidierung des "schlechten” LDL-Cholesterins verhindern und damit dem Herzinfarkt vorbeugen. Dies berichtete das American College of Cardiology in New York. Grapefruits enthalten neben viel Vitamin C auch Kalium, Fluor, Zink und sekundäre Pflanzenstoffe, die Flavonoide.

+ Knoblauch kann Magengeschwüre verhindern, so eine Meldung der Münchner Medizinischen Wochenschrift. Denn Knoblauch hemmt das Wachstum des Erregers Helicobacter pylori. Eventuell schützt Knoblauch auch vor Magenkrebs, an dessen Entstehung Helicobacter pylori ebenfalls beteiligt sein soll.

+ Kinder, die wenig fernsehen, futtern weniger, denn sie brauchen viel seltener (Zwischen-)Mahlzeiten als andere, die dauernd vor der Glotze sitzen. In der Regel nehmen sie auch weniger schnell zu. Zu diesem Ergebnis kam eine amerikanische Studie, die in der Fachzeitschrift JAMA veröffentlicht wurde. Sowohl TV-abstinente Kinder als auch solche, deren Fernsehkonsum man auf sieben Stunden pro Woche drosselte, hielten sich auch beim Essen auffallend zurück.
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