Impfen - Segen oder Fluch?
Impfungen schützen vor Infektionskrankheiten, so die offizielle Lehre. Wer sie anzweifelt, gilt als Sektierer. Zwischen Pro und Contra gibt es kaum einen sachlichen Dialog. Er wäre aber dringend notwendig - im Interesse aller Betroffenen.
Ein Gespenst geht um in Europa, der "Impfmuffel". Laut Nachrichtenmagazin Der Spiegel ist die Weltgesundheitsorganisation WHO "stinksauer" auf Länder wie Deutschland, in denen die Impfbereitschaft zu sinken scheint. Erst bei einer "Durchimpfungsrate" von 95 Prozent ist es nach Expertenmeinung möglich, eine ansteckende Krankheit auszurotten. Davon ist man nicht nur bei den Masern weit entfernt. "Zum Glück", behauptet die wachsende Zahl der Impfkritiker, die das gezielte Verschweigen gesundheitlicher Risiken beklagen. Viel häufiger, als offiziell zugegeben, käme es nach Impfungen zu schweren Nebenwirkungen, dauerhaften Schäden mit lebenslanger Behinderung oder gar Todesfällen.
Zweifel an Sinn und Wirksamkeit von Impfungen sind keine Modererscheinung, sondern so alt wie das Impfen selbst. Der Erfinder der Pockenimpfung, Dr. Edward Jenner (1749 - 1823), soll diese auf dem Sterbebett als "furchtbaren Fehler" erkannt haben, denn die Impfung machte seinen Sohn zum geistigen Krüppel und führte zu etlichen Totgeburten. Den deutschen "Impffriedhof" und den "inquisitorischen Impfzwang" geißelte der Offenbacher Mediziner Hugo Wegener schon 1912. Seit den sechziger Jahren kritisiert der inzwischen pensionierte Internist und Lungenfacharzt Dr. Gerhard Buchwald das "Geschäft mit der Angst". "Impfen schützt nicht! Impfen nützt nicht! Impfen schadet!", so das Fazit seiner jahrzehntelangen Recherchen.
"Jede Impfung ruft Hirnreaktionen hervor", sagt der Heilpraktiker und Klassische Homöopath Dr. Joachim-F. Grätz. Vor allem während der ersten drei Lebensjahre, wo sich das kindliche Gehirn noch entwickle, verlaufe die "postvaccinale Enzephalopathie" (Gehirnerkrankung nach Impfung) relativ symptomlos. Entwicklungsstörungen seien schwer zu erkennen, so lange die Kinder weder laufen noch sprechen. "Kleinste Auffälligkeiten" wie Zucken mit Armen/Beinen, vermehrte Schlafsucht, Interesselosigkeit, schrilles Schreien oder ein offensichtlicher "Entwicklungsknick" könnten Hinweise auf eine beginnende Hirnschädigung sein. Auch Spätfolgen wie Hyperaktivität, Lernstörungen, Intelligenzdefekte, Erkältungsneigung, Fettsucht und Abmagerung gehörten in diesen Zusammenhang. Krankheitsbilder wie Autismus und Diabetes im Jugendalter würden ebenfalls als Impffolge diskutiert. Besonders Letzteres ist für Dr. Gernot Rasch vom Robert Koch-Institut "nach allgemeinem wissenschaftlichen Verständnis Unfug". Während Rasch Gehirnentzündungen etwa nach der Masernimpfung einräumt, lasteten Impfgegner andere Krankheiten wie Multiple Sklerose völlig zu Unrecht den Impfungen an.
Schwere Impfschäden betreffen meist Gehirn und Nervensystem
Dass Impfungen insgesamt ein "sicheres, zuverlässiges Mittel" der Krankheitsbekämpfung sind, meint auch Dr. Susanne Stöcker, Pressesprecherin des Paul-Ehrlich-Instituts, das über Zulassung und Qualität der Impfstoffe wacht. Diese seien außerdem "BSE-frei, nach allem, was wir derzeit wissen und bewerten können". Bei der Produktion ganz auf lebendes Zellmaterial wie fetales Kälberserum zu verzichten, sei indes nicht möglich.
Die meisten Menschen haben keinerlei Vorstellung von Herkunft und Wirkungsweise der gängigen Impfstoffe. Wie auch? "Wir werfen der Ärzteschaft vor, dass sie in 80 Prozent der Fälle nicht richtig aufklärt", berührt die Rechtsanwältin Anja Dornhoff vom Schutzverband für Impfgeschädigte einen wunden Punkt. Dornhoff ist "nicht grundsätzlich gegen Impfungen", fordert aber ein zentrales Impfschadensregister und mehr Rechtssicherheit für die Betroffenen. Weil sich jeder persönlich fragen müsse, "macht diese oder jene Impfung Sinn", möchte der Verband niemandem die Entscheidung abnehmen. Man rät aber, Mehrfachimpfungen zu vermeiden. Außerdem: "Wir wünschen uns eine Umkehr der Beweislast. Der Staat, der Impfungen öffentlich empfiehlt, muss deren Unbedenklichkeit belegen". Dies verlangt auch der Biologe Dr. Stefan Lanka, der freilich davon überzeugt ist, dass dies niemals gelingen wird. Denn, so Lanka, die Immuntheorie der Schulmedizin sei absolut falsch.
Plötzlicher Kindstod: Sind Impfungen die wahre Ursache?
Ähnlich denken immer mehr Eltern, deren Kinder einen Impfschaden erlitten haben. Zum Beispiel Bärbel Engelbertz, erste Vorsitzende des Arbeitskreises zur Selbsthilfe bei chemisch-pharmazeutischen Gesundheitsschäden (ASG). So sei die Funktionsweise des Masernvirus "weitgehend unbekannt" und für die Wirksamkeit des Impfserums gebe es bis heute keinen wissenschaftlichen Beweis. So lange man das Milieu vernachlässige, in dem Krankheitserreger gedeihen können, sei "die Ausrottung von Keimen eine medizinische Illusion". In Grundsatzfragen über Gesundheit und Krankheit trennen Impfbefürworter und Impfkritiker oft Welten. Dass nicht etwa die Impfungen, sondern die Beseitigung von Hunger und Mangelernährung sowie sauberes Wasser und verbesserte Hygiene zum Rückgang der Infektionskrankheiten führten, liegt für Bärbel Engelbertz auf der Hand.
Colette Leick-Welter, Gründerin der ersten Stillberatungsgruppe in Hamburg (1977), zog ihre vier Kinder ohne Impfungen und Antibiotika groß. Sie wehrt sich besonders gegen "Impf-Versuche" in den ersten beiden Lebensjahren, denn die seien häufig Ursache des plötzlichen Kindstods. Das Phänomen, das Ärzten noch Rätsel aufgibt, sei "zu 90 Prozent zu vermeiden".
Auch der Arzt für Naturheilverfahren Dr. Thomas Schultz-Wittner betrachtet Impfungen als "gezielte Intoxikation" (Vergiftung). Er möchte "weg von der Krankheits-Feuerwehr und hin zur präventiven Medizin". Wichtige Bausteine seiner vorbeugenden Behandlung sind die körperliche Entgiftung und eine "konfliktlösende Psychotherapie". Ungeimpfte seien Krankheitserregern keineswegs schutzlos ausgeliefert, wie vielfach befürchtet. Durch gesunde Ernährung, ein natürliches Wohnumfeld und Stressabbau könne der Einzelne selbst etwas zur Stärkung seines Immunsystems tun. Einige Menschen, die Impfungen ablehnen, setzen Hoffnungen in die Homöopathie. Das Schlagwort "homöopathische Impfung", das durch die Laienliteratur geistert, findet Heilpraktiker Grätz allerdings "völlig daneben", denn die Arzneimittelwahl ohne Berücksichtigung von Symptomen widerspreche den Regeln der klassischen Homöopathie. Mit der homöopathischen Behandlung von Impffolgen habe er aber gute Erfahrungen gemacht.
Wie viele seiner Kollegen will Grätz in erster Linie aufklären und wünscht sich "mündige Patienten, die ihren eigenen Weg gehen". Dies ist nicht einfach, denn obwohl in Deutschland die Impfpflicht längst abgeschafft wurde, gelten Impfverweigerer schnell als fanatische Außenseiter und werden sozial isoliert. Angelika Kögel-Schauz von der Initiative Eltern für Impfaufklärung (EFI) spricht von einem "De-facto-Impfzwang", der psychologische Druck, den Staat und Pharmaindustrie auf die Eltern ausübten, nehme zu. Wenn in der Schule auch nur ein Infektionsfall auftrete, würden manche Direktoren ungeimpften Kindern den Schulbesuch verwehren. Kögel-Schauz: "Eine reine Willkürmaßnahme, für die jede Rechtsgrundlage fehlt".
Hans Krautstein
Sagt die Zahl der Antikörper etwas über die Immunität aus?
Bei einer Impfung werden dem Betroffenen abgeschwächte oder abgetötete Krankheitserreger (meist Bakterien oder Viren) oder deren Toxine (Gifte) gespritzt, um den Organismus zur Bildung von Antikörpern anzuregen. Weil die erste Impfung (1790) mit dem Eiter von Kuhpocken erfolgte, nennt man den Eingriff auch Vaccination (von lateinisch vacca: die Kuh). Die künstlich provozierte Abwehrreaktion lässt sich im menschlichen Blut nachweisen. Während die Schulmedizin hierin einen wirksamen Schutz vor einer Erkrankung durch den jeweiligen Erreger sieht, betrachten ganzheitlich orientierte Ärzte dies als reine Spekulation. Manche Menschen, so argumentieren sie, erkrankten trotz oder wegen der Impfung, andere hätten auch ohne sichtbare Antikörper ein stabiles Abwehrsystem und seien daher immun.
Verdacht auf Impfschaden: Was tun?
Einen Impfschaden nachzuweisen und amtlich anerkannt zu bekommen, ist äußerst schwierig. Obwohl ein frühzeitiger Antrag beim zuständigen Versorgungsamt die Erfolgschancen erhöht, ist ein Versuch auch viele Jahre später noch sinnvoll. Eine Verjährungsfrist gibt es nicht. Die Dauer des Verfahrens, das bis zum Sozialgericht führen kann, ist kaum vorhersehbar und schwankt im Extremfall zwischen zehn und 20 Jahren. Anders ist die Rechtslage bei Regressforderungen an den behandelnden Arzt. Der Anspruch auf Schmerzensgeld erlischt nach drei Jahren. Die Chancen auf Anerkennung sind hier aber noch geringer. Eltern sollten frühzeitig alle ärztlichen Unterlagen sammeln und für jede Verhaltensauffälligkeit ihres Kindes nach einer Impfung eine exakte (Differential-) Diagnose stellen lassen, rät Angelika Kögel-Schauz von der Initiative Eltern für Impfaufklärung (EFI). Vor Gericht zähle grundsätzlich mehr die juristische als die medizinische Beweislage. Weitere Einzelheiten sind bei den Selbsthilfeorganisationen zu erfragen (siehe Anhang).
Hühnereiweiß und Quecksilber: Wie sicher sind die Impfseren?
Impfseren können außer den präparierten Erregern eine ganze Reihe von Zusatzstoffen wie Antibiotika, Formaldehyd, Aluminiumsalze oder Hühnereiweiß enthalten. Am umstrittensten ist aber das Quecksilberderivat Thiomersal. Das giftige Schwermetall könne sich im Körper anreichern und zu schweren Vergiftungen führen, so der Hauptvorwurf von Impfkritikern. Die Hersteller rücken die genaue Zusammensetzung ihrer Seren unter Berufung auf ihr "Betriebsgeheimnis" ungern heraus. Häufig wird tierisches Zellmaterial verwendet, darunter Hühnerleber, Affennieren und Rinderzellkulturen, so EFI-Sprecherin Angelika Kögel-Schauz. Dass so genannte HDC-Zellen menschlichem embryonalem Lungengewebe ausgerechnet in London entnommen wurden, habe sie vom Paul-Ehrlich-Institut erfahren. "Angesichts der BSE-Diskussion ist dies höchst brisant". Die Zukunft soll indes der Gentechnik gehören, Hepatitis-Impfstoffe werden schon jetzt auf diesem Wege hergestellt. Außerdem plant man, Impfstoffe in Lebensmittel (Kartoffeln) zu "verpacken" oder in Baby-Shampoos. In der Schweiz ist bereits ein Impf-Nasenspray gegen Grippe auf dem Markt.
Offizielle Impfempfehlungen
Welche Impfungen die Gesundheitsbehörden vorsehen, ist den Empfehlungen des Robert Koch-Instituts zu entnehmen. Der Impfkalender für Neugeborene umfasst 9 "Muss"-Impfungen von Diphterie bis Tetanus und insgesamt 16 Impfungen im ersten Lebensjahr. "Moderne Impfstoffe sind gut verträglich und unerwünschte Arzneimittel-Wirkungen werden nur in seltenen Fällen beobachtet", heißt es auf der Homepage des Instituts. Als Kontraindikationen kommen unter anderem "behandlungsbedürftige akute Erkrankungen" und Allergien gegen Hühnereiweiß (Gelbfieber, Influenza) in Frage. "Banale Infekte" und Fieber bis 38,5 Grad werden nicht als Impfhindernis angesehen.
Adressen
- Arbeitskreis zur Selbsthilfe bei chemisch-pharmazeutischen Gesundheitsschäden (ASG), Bärbel Engelbertz, Bismarckstraße 68, 38667 Bad Harzburg, Telefon/Fax: 05322-910854.
- Eltern für Impfaufklärung (EFI), Angelika Kögel-Schauz, Leharstr. 65 1/2, 86179 Augsburg. Informationen und Büchertipps gegen frankierten Rückumschlag (Briefmarke DM 2,20).
- Gesprächskreis Impfungen, Colette Leick-Welter, Kohlmeisenstieg 10, 22399 Hamburg (Poppenbüttel), Telefon/Fax: 040-6024124.
- Paul-Ehrlich-Institut, Bundesamt für Sera und Impfstoffe, Paul-Ehrlich-Str. 51-59, 63225 Langen, Telefon 06103-77-0, Fax 77-1234.
- Schutzverband für Impfgeschädigte e.V., Postfach 5228, 58829 Plettenberg, Tel. 02391-10626,
- Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut, Dr. Gernot Rasch, Postfach 650280, 13302 Berlin, Telefon 01888-7540, Internet: www.rki.de.
Literatur zum Thema
- Gerhard Buchwald: Impfen - Das Geschäft mit der Angst, Verlag Droemer/Knaur, München 2000, 381 Seiten, ISBN 3-42687-031-2, DM 19,90.
- Joachim-F. Grätz: Sind Impfungen sinnvoll?, Ein Ratgeber aus der homöopathischen Praxis, Verlag F. Hirthammer, München 1999, 168 Seiten, ISBN 3-88721-124-3, DM 26,50
- Thomas Grethlein: Gezielt und sinnvoll impfen, Südwest Verlag, München 1996, 97 Seiten, ISBN 3-517-01676-4, DM 19,80.
- Georg Kneißl: Impfratgeber aus ganzheitlicher Sicht, Verlag F. Hirthammer, München 2000, 192 Seiten, ISBN 3-88721-165-0), DM 32,-.
- Colette Leick-Welter: Der plötzliche Kindstod ist kein Schicksal, "raum&zeit" Sonderdruck, 12 Seiten, DM 3,-. Die Schrift ist zu beziehen über die Autorin (Adresse siehe oben).
- Wulf Splittstoeßer: Goldrausch - Sind Impfungen notwendig, geeignet, sinnvoll?, Kelkheim 1999, 396 Seiten, ISBN 3-934022-30-8, DM 45,-. Direktbezug über Telefon 0180-5000150 oder Fax 06123-99188.
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