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30 Prozent mehr Arbeitsplätze
Bio-Branche ist ein Job-Motor

Aktuelle Zahlen aus der Bio-Branche bestätigen einen Trend: Neue und sichere Arbeitsplätze entstehen im Ökolandbau sowie bei den Verarbeitern und im Naturkosthandel. (siehe „Standpunkt“ in S&K 10/2002). Der Demeter-Verband hat bei einer Befragung von Bauern, Herstellern sowie Groß- und Einzelhändlern eindrucksvolle Daten ermittelt. Im Schnitt haben Naturkost-Unternehmen in den letzten vier Jahren rund 30 Prozent mehr Arbeitsplätze geschaffen.

Allein im ökologischen Landbau bieten die rund 12.000 Betriebe 24.000 Menschen Arbeit. Aber auch in den Naturkostgeschäften werden mehr Mitarbeiter benötigt, denn beim Verkauf von Bio-Produkten bedarf es kompetenter Beratung. Ein paar Beispiele aus Herstellung und Handel:

Der Naturkostgroßhandel Weiling in Coesfeld im Münsterland etwa bietet 215 Menschen einen Vollzeit-Arbeitsplatz. Insgesamt werden 260 Mitarbeiter beschäftigt. Vor vier Jahren hatte Weiling 210 Mitarbeiter.

Die Ulrich Walter GmbH (Marke Lebensbaum) in Diepholz hat die Zahl der Arbeitsplätze in den vergangenen vier Jahren nahezu verdoppelt. Im baubiologischen Neubau sind zur Zeit 60 Männer und Frauen aktiv.

Die Molkerei Söbbeke hat in den letzten vier Jahren die Zahl der Ausbildungsplätze um fünf Stellen erhöht.


3 Fragen an Bioland

Antworten von Ralf Alsfeld, Leiter der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit beim Bioland Bundesverband

Was bedeutet Kreislaufwirtschaft im Öko-Landbau?

Der Biobauer versucht, die Stoffkreisläufe seines Hofes möglichst zu schließen. So dient ein Teil der angebauten Pfanzen als Tierfutter. Die Ausscheidungen der Tiere wiederum werden als Mist auf die Felder ausgebracht, um den Boden zu düngen und ihm Nährstoffe zurückzugeben, die ihm die Pflanzen vorher entzogen hatten. Außerdem wandern Ernte-Reste zurück in den Kreislauf: Sie werden kompostiert und zur Bodenverbesserung genutzt. Doch einige Produkte muss auch der Biobauer zukaufen: Zum Beispiel Zuchttiere, um einer Inzucht vorzubeugen, Futtermittelergänzungen wie Salzlecksteine oder auch Saatgut.

Welche Auswirkungen hat dies auf die Tierhaltung?

Der Biobauer hält nur so viele Tiere, wie er mit seiner landwirtschaftlichen Fläche ernähren kann. Zudem stellt die Begrenzung der Tierzahl sicher, dass kein Überschuss an Mist und Gülle anfällt. Bei diesem ausgewogenen Verhältnis von Tier und Fläche bleibt der anfallende Mist ein wichtiger hochwertiger Dünger und ist kein Entsorgungsproblem.

Geht es auch ohne Tierhaltung?

Einige Betriebe wie Gemüsegärtnereien oder Baumschulen halten keine Tiere und gleichen den fehlenden Mist mit „Gründüngungen“ aus. Hierbei werden verstärkt Luftstickstoff bindende Früchte wie Klee oder Lupinen angebaut. Weitere organische stickstoffhaltige Dünger sind z.B. Raps- oder Rizinusschrot aus der Ölherstellung.


Künast überreicht Karikaturisten-Preis

Renate Künast, Bundesverbraucherministerin, hat die Auszeichnung „Goldener Dreschflegel“ für die gelungensten Karikaturen zur Agrarpolitik an Thomas Plaßmann (siehe rechts) von der Frankfurter Rundschau und Wolf-Rüdiger Marunde überreicht. Insgesamt hatten sich 29 namhafte Karikaturisten an dem Wettbewerb beteiligt. Künast: „Mit diesem neuen Preis wird endlich eine Zunft gewürdigt, die zur agrarpolitischen Meinungsbildung beiträgt.“ Die Karikaturen aus dem Wettbewerb sind in dem 86-seitigen Buch „Goldener Dreschflegel – Meinungsbilder zur Agrarpolitik“ zusammengefasst. Ein Euro aus dem Verkauf jedes Buches kommt den vom Hochwasser geschädigten Bio-Bauern zugute. Das Buch ist im Verlag baerens und fuss erschienen und kann für zehn Euro über den Buchhandel (ISBN 3-935046-04-9) bezogen werden.


Stillen auch für Mütter gut

Mütter, die ihre Säuglinge möglichst lange stillen, verringern dadurch ihr eigenes Risiko, an Brustkrebs zu erkranken. Nach einer Studie vom Cancer Research UK in Oxford zeigte sich, dass sich das relative Erkrankungsrisiko bei Frauen bis zum 70. Lebensjahr durch längere Stillzeiten um die Hälfte verringern kann. Die Wissenschaftler hatten epidemiologische Daten von fast 150.000 Frauen aus 30 Ländern ausgewertet. Die Ergebnisse erklären nach Ansicht der Forschergruppe auch die im Vergleich zu Entwicklungsländern höhere Brustkrebsrate in den Industrieländern: Hier zu Lande bekommen Frauen deutlich weniger Kinder, die sie - wenn überhaupt - nur wenige Monate lang stillen.


Schulkinder trinken zu wenig

Viele Kinder trinken zu wenig, während sie in der Schule sind. Von über 1000 Schülern vergessen knapp 24 Prozent, in der Pause etwas zu trinken. Auch schon morgens vor der Schule nimmt mindestens jeder Achte zu wenig Flüssigkeit zu sich. Doch wer zu wenig trinkt, schränkt damit nachweislich seine geistige und körperliche Leistungsfähigkeit ein. Die diesen Zahlen zugrunde liegende Untersuchung der Universität Paderborn ergab dabei je nach Schulform deutliche Unterschiede: Während 93,5 Prozent der Grundschüler in den Pausen häufig oder immer ein Getränk zu sich nahmen, waren es bei den Real-, Haupt- und Berufsschülern etwa 74 Prozent. Bei den Gymnasiasten dachten sogar nur 65 Prozent ans regelmäßige Trinken.


BIO INSIDE

Eine wichtige Informationsplattform für die Agrarwende ist jetzt online. Die Website www.oekolandbau.de richtet sich nicht nur an Bauern, sondern an alle, die mehr über dieses Thema wissen wollen: Verbraucher, Gastronomen, Verarbeiter und Händler. Ein besonderer Bereich ist für Kinder und Jugendliche vorgesehen. Außer Informationen, Kontakten und Kommunikationsplattformen werden praktische Entscheidungshilfen geboten, zum Beispiel über das Planspiel „Was wäre, wenn?“


Gentechnik
30.000 Bürger fordern „sauberes“ Saatgut

Eine Petition zur Reinhaltung des normalen Saatguts von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) haben Vertreterinnen und Vertreter von Umweltschutz-, Bauern- und Verbraucherorganisationen an Renate Künast übergeben. Mehr als 30.000 Menschen sowie über 100 Organisationen mit einer Mitgliedschaft von mehr als drei Millionen Menschen hatten in den vergangenen Wochen die Petition „Save our Seeds“ unterzeichnet.

„Wir wollen auch in Zukunft Produkte ohne Gentechnik kaufen können. Bauern müssen die Sicherheit haben, dass Saatgut, das nicht als gentechnisch verändert gekennzeichnet ist, auch tatsächlich keine GVO enthält,“ sagte Benedikt Härlin von der Zukunftsstiftung Landwirtschaft, Initiator der Aktion. (Siehe dazu auch die Meldung „Öko-Landbau ist ernsthaft bedroht“ auf diesen Seiten).


Verschmutzung durch Gentechnik
Verursacher sollen zahlen

Durch den jahrzehntelangen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in der konventionellen Landwirtschaft gehören pestizidbelastete Lebensmittel heute schon zum Alltag. Das Gleiche gilt für Verunreinigungen mit gentechnisch veränderten Organismen. Diese Belastung bedroht den Öko-Landbau und verursacht der ökologischen Lebensmittelwirtschaft – nicht den Verursachern – aufwändige und teure Analysen. Der Bund Ökologischer Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) fordert als Vertreter der Branche daher den Gesetzgeber dazu auf, das Verursacherprinzip rechtlich durchzusetzen, um die Beeinträchtigungen einer ökologischen Lebensmittelerzeugung zu minimieren. Zudem soll das Moratorium gegen Gentechnik beibehalten werden, so lange unkontrollierte Freisetzungen nicht auszuschließen sind.


Kunststoff-Gefahr
Gesundheitsrisiko aus der Babyflasche?

Das Nuckeln an Plastik-Babyflaschen kann gesundheitsschädlich sein. Das hat das ARD-Magazin Kontraste berichtet. Aus den Flaschen löse sich eine Chemikalie: Bisphenol A, ein Kunststoff-Baustein, der wie ein Hormon wirkt. Bisphenol A steht unter Verdacht, die männliche Fruchtbarkeit herabzusetzen und die Entstehung von Krebs zu begünstigen. Der einfache Kontakt mit Flüssigkeit reiche aus – schon löse sich der Stoff aus den Plastikgefäßen, berichten Ärzte des Berliner Universitätsklinikums Benjamin Franklin. Bereits nach einer halben Stunde ergaben sich riskante Mengen Bisphenol A, und das sowohl bei neuen wie bei älteren Flaschen verschiedener Hersteller. Die Experten haben Bisphenol A in verschiedenen Verpackungsmaterialien nachgewiesen. Zum Beispiel in Babyflaschen, in Deckeln von Joghurtbechern, in Getränkedosen, in verschiedensten Konserven, aber auch in Verpackungen von Fertiggerichten. In Deutschland werden von der Chemie-Industrie jedes Jahr 300.000 Tonnen Bisphenol A produziert.


Termine

15.-17.11. Oberlahr

Das Yoga-Wochenende in Neuwied/ Westerwald ist eine Gelegenheit, Yoga in seiner ganzen Vielfalt durch erfahrene Referenten und Yogalehrer verschiedenster Richtungen kennen zu lernen. Info: Bund der Yoga Vidya e.V., Gut Hoffnungstal, 57641 Oberlahr, Telefon 02685 / 80020, 800220, www.yoga-vidya.de, E-Mail info@yoga-vidya.de.

22.-24.11. Freiburg

In Freiburg bietet die Paracelsus Messe die Möglichkeit, sich drei Tage lang über gesunde Ernährung, klassische Naturheilkunde und Alternativmedizin aus dem asiatischen Raum zu informieren. Daneben steht in diesem Jahr das Thema Sportmedizin im Mittelpunkt des Interesses. Info: MCO, Elisabethstraße 14, 40217 Düsseldorf, Telefon 0211/ 386000, Fax 3860020, www.paracelsus-messe.de, E-Mail PMW@MCO-online.com

22.-24.11. Wettenburg/ Gießen

Gesundheit ist für viele Männer kein Thema, obwohl: Sie sterben früher und leiden häufiger an Herz-Kreislauferkrankungen oder Krebs. Auf der Tagung Gesundheit von Frauen und Männern, zu der die Unabhängige Gesundheitsberatung e.V. (UGB) nach Bringhausen am Edersee/ Hessen einlädt, beschäftigen sich Experten unter anderem mit der Frage, welche Erkrankungen für die beiden Geschlechter jeweils typisch sind. Info: UGB, Sandusweg 3, 35435 Wettenburg/ Gießen, Telefon 0641/ 808960, Fax 8089650, www.ugb.de.


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