Zu Gast bei Schrot&Korn-Lesern

Kochen mit Kindern

Wie kochen und leben unsere Leser(innen)? Wir waren neugierig und haben einige von ihnen für einen Tag besucht. Diesmal schauen wir einer Familie in den Kochtopf, deren Kinder auf Vollkornnudeln „stehen“.

Zwölf Uhr mittags. In der Küche von Iris Renno tummeln sich Catherine (elf Jahre), Julian (zehn) Marie (sieben) und Christian (drei). Als letztes kommt Jean Marie zur Küchentür herein, der Vater der kleinen Rasselbande, die in Edemissen bei Peine lebt. „Ich habe heute den Fahrtenschwimmer gemacht“, verkündet Julian, und seine Augen strahlen. Auch seine jüngere Schwester Marie ist an diesem Sonntagvormittag stolze Besitzerin der Auszeichnung geworden.

Schwimmen macht hungrig. „Was gibt’s heute?“, wollen die Kinder wissen und drei braune und ein blaues Augenpaar schauen sich neugierig in der Küche um. Für heute hat Iris, zur Zeit hauptberuflich Mutter, Grünkern-Lasagne ausgewählt. „Lasagne mögen alle gern.“

Regelmäßiger Wochenplan. Was auf den Tisch kommt, plant die Diätassistentin und Gesundheitstrainerin schon einige Tage im voraus. Seit anderthalb Jahren macht sie regelmäßig einen Speiseplan für die kommende Woche. „Das macht vieles einfacher, und das Essen ist viel abwechslungsreicher geworden“, sagt sie, während sie in ihrem Kalender blättert. Käsespätzle mit Feldsalat und Paprika, Grünkohl mit Ofenkartoffeln und Wurst, Tomatensuppe mit Nudeln und Salat und als Süßspeise Quarkklößchen mit Obst, so sieht der Plan für die nächsten drei Tage aus.

Geschirr und Töpfe klappern. Mutter und Tochter Catherine binden sich Kochschürzen um. Die Elfjährige mit den braunen Locken schüttet Grünkern-Körner in die Getreidemühle. Sie hantiert so geschickt, dass gleich klar wird: Das macht sie nicht zum ersten Mal. „Wenn ich zur vierten Stunde aus habe oder am Wochenende, dann koche ich auch manchmal mit“, sagt sie und stellt das fertige Schrot zur Seite. Da die Rennos ausschließlich Vollkornmehl und Vollkornprodukte verwenden, ist die Getreidemühle so gut wie täglich in Betrieb.

Julian will auch mithelfen. Kein Problem: Es gibt noch viel Gemüse zu schnippeln. Während er Zucchini in Stücke schneidet, saust sein kleiner Bruder mit einem Papierflugzeug durch die Küche. Ob er die Salatsauce rühren wolle? „Nein, ich hab’ Hunger“, antwortet der pausbäckige Blondschopf und greift beherzt nach der kleingeschnittenen Paprika. Mehrere der roten Stückchen verschwinden in seinem Mund. Alle Kinder seien gute und unkomplizierte Esser, berichten die Eltern. „Mir macht das Kochen Spaß, und ich bin froh, dass ich die Zeit dafür habe“, erzählt Iris gut gelaunt und mischt Gemüse, Grünkernschrot und Tomatensauce unter das Hackfleisch. „Und ich koche so, dass immer etwas dabei ist, was alle mögen. Und wenn sie nur Kartoffeln und Salat essen, dann ist es auch in Ordnung.“ Was den Kindern überhaupt nicht schmeckt, wie Spinat und gekochte Möhren, steht nur dann zur Debatte, wenn die Sprösslinge bei Freunden oder der Oma sind.

200 Salate im Garten. „Wo ist eigentlich Marie?“ Die Siebenjährige zimmert mit ihrem Papa im Garten ein Tor für den Kaninchenstall zusammen. Beide hocken am Boden und sind in ihre Arbeit vertieft. Der Garten – zumindest der Gemüsegarten und Obstgarten – ist Jeans Bereich. Gartenarbeit ist für ihn, der eine leitende Position in der Saatgutbranche hat, eine Möglichkeit, sich zu entspannen. Er legt aber auch sehr großen Wert auf eine gesunde Ernährung und will mit dem großen Garten zumindest teilweise „autark“ sein. „Plantagengärtner“, nennt Iris ihn scherzhaft. In diesem Jahr hat er fast 200 Salatpflanzen angebaut.

Die Nachbarn haben sich gefreut, denn auch sie haben einiges von der Salatschwemme abbekommen. Außerdem hat der begeisterte Gärtner noch Erbsen, Bohnen, Möhren, Rote Beete und Zuckermais ausgesät. Kirschen, Äpfel, Mirabellen, Zwetschgen und Brombeeren: Davon ernten sie in ihrem großen Obstgarten auch jede Menge. An manchem Sommerabend sitzt dann der gebürtige Elsässer mit Freunden im Garten. In gemütlicher Runde wird geplaudert, Wein getrunken und nebenbei zupfen sie Bohnen ab oder entsteinen Kirschen oder Zwetschgen. Aus der Küche ist Stimmengewirr zu hören. „Cathi lässt mich nicht vom Käse naschen“, beschwert sich Marie. Catherine schichtet gerade Sauce, Lasagne-Nudeln und geriebenen Käse in die Auflaufform. Das gemeinsame Essen hat bei den Rennos einen hohen Stellenwert. Nicht nur mit der Familie, auch mit Freunden sitzen sie oft bei gutem Essen zusammen. „Wie gefällt euch der Wein? Ich finde, er schmeckt etwas nach Pfirsich“, sagt Weinliebhaber Jean und schlürft genüsslich den guten Tropfen. Die Kinder sind mit Essen fertig, haben ihre Badesachen angezogen und spritzen sich mit dem Gartenschlauch nass. Fröhlich und ausgelassen drehen sie dabei ihre Runden unter den Obstbäumen. Bei ihrem Anblick frage ich mich, ist das nicht fast so wie bei den Kindern in Bullerbü?

Fotos und Text: Christiane Koch


Das Lieblingsgericht:

Grünkern-Lasagne

(für 4 Personen)

Gemüse waschen, putzen und klein schneiden. Öl erhitzen und das Hackfleisch darin anbraten. Gegen Ende der Bratenzeit Zwiebeln oder Lauch zugeben. Wenig später das übrige Gemüse mit andünsten. Tomatenpüree, Gewürze und Grünkernschrot unterrühren und nochmals aufkochen und Grünkernschrot ausquellen lassen.

Diese Sauce schichtweise mit Käse und Nudeln in eine gefettete Auflaufform füllen. Im Backofen bei 175° C etwa 45 Minuten backen.

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