Krankenkassen & Naturmedizin

Vier Beispiele für besondere Leistungen

Manchmal geht doch was

Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Die Beispiele auf dieser Seite zeigen, wie Krankenkassen ihre Spielräume nutzen können. // Leo Frühschütz

Sanft gebären

Viele Frauen wollen ihr Kind nicht im Kreißsaal eines Krankenhauses zur Welt bringen, scheuen aber auch vor einer Hausgeburt zurück. Als Lösung bieten sich von Hebammen betriebene Geburtshäuser an, in denen eine ambulante Geburt möglich ist. Solche Einrichtungen gibt es in zahlreichen größeren Städten. Die Securvita BKK zahlt für ihre Versicherten neben den Hebammenleistungen (die auch von anderen Kassen erstattet werden) zusätzlich eine Kostenpauschale für den Betrieb des Heims. Voraussetzung dafür ist, dass das Geburtshaus einen Vertrag mit der Kasse geschlossen hat. Auch mit einigen Entbindungsheimen, in denen die Mütter über mehrere Tage hinweg bleiben können, hat die Securvita Verträge abgeschlossen und zahlt feste Tagessätze.

Weitere Infos mit Adressen von Geburtshäusern unter www.securvita.de (unter dem Stichwort „Leistungen“).

Salz für die Haut

In Deutschland sind, je nach Schätzung, zwischen zwei und zehn Prozent der Menschen mehr oder weniger stark an Neurodermitis erkrankt. An Psoriasis, der Schuppenflechte, leiden etwa zwei bis drei Prozent der Menschen. Bei beiden Krankheiten kann eine kombinierte Therapie aus Salzbad mit anschließender UV-Bestrahlung den schweren Juckreiz lindern und zur Rückbildung von Ekzemen beitragen. Balneo-Phototherapie heißt diese Behandlungsmethode, von der es mehrere Varianten gibt. Sie alle sind nach dem Urteil des Bundesausschusses der Ärzte und Krankenkassen eigentlich nicht erstattungsfähig. In Bayern läuft jedoch seit 1996 ein Modellversuch zur ambulanten synchronen Balneo-Phototherapie, der in diesem Jahr erneut verlängert wurde. Beteiligt sind daran AOK, Innungs- und Betriebskassen. Erstattet wird die ambulante Behandlung bei einem Vertragsarzt mit Dermatologie.

Weitere Infos: www.aok.de (unter „Alternative Heilmethoden“, Buchstabe „B“).

Reha mit Bachblüten

Eine ambulante Bachblüten-Therapie zahlt keine gesetzliche Krankenkasse. Die BKK SKF und die BKK SKD in Schweinfurt haben einen Weg gefunden, Bachblüten-Therapien bei stationären Rehabilitationen zu erstatten. Dazu haben sie mit zahlreichen Reha-Einrichtungen Verträge abgeschlossen. Diese sehen vor, dass Bachblüten zu den medizinischen Anwendungen zählen, die mit der Tagespauschale abgegolten werden. Der Anlass für diese Regelung war nach Angaben der Versicherung zum einen die Nachfrage vor allem von Müttern mit Kindern. Aber auch die positive Einschätzung dieser Therapieform, wie sie in den Kurkliniken angeboten wurde, hat eine Rolle gespielt. Die beiden Kassen würden gerne auch eine ambulante Bachblüten-Therapie bei Vertragsärzten erstatten. Sie halten dafür jedoch einen Modellversuch für notwendig und sind zu klein, einen solchen Versuch selbst durchzuführen.

Weitere Infos über diese Kassen: www.bkk-skf.de und www.bkk-skd.de.

Tai-Chi und Qigong

Die beiden traditionellen chinesischen Kombinationen aus Atem-, Bewegungs- und Meditationsübungen finden auch im Westen immer mehr Anhänger. Ihr Kennzeichen sind langsame fließende Bewegungen und die Konzentration auf eine freie, tiefe Atmung. Qigong und Tai-Chi sollen Verspannungen lindern und die Beweglichkeit verbessern, Abwehrkräfte und Nerven stärken. Vor allem aber sollen die beiden Techniken die Übenden innerlich ruhig und gelassen werden lassen. Zahlreiche Krankenkassen bezuschussen den Besuch von Qigong und Tai-Chi-Kursen im Rahmen ihrer Programme zur Stressbewältigung oder Prävention mit bis zu 80 Prozent der Kosten. Voraussetzung dafür ist, dass die Veranstalter bestimmte Qualitätsstandards einhalten, die von Fachverbänden überprüft werden.

Weitere Infos: www.aok.de (unter „Alternative Heilmethoden“, Buchstaben „Q“ und T).

 
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