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Warenkunde: Duschmittel

Sinnlich Duschen

Manche mögen’s unter der Dusche eher sanft und cremig, andere rubbeln sich mit einem Peeling ab. Egal welcher Typ Sie sind – für den prickelnden Schauer bieten sich Duschgel, -bad, -balsam, creme, -öl oder -peeling an. //Nicole Galliwoda

Kaum die Äuglein auf, schongeht es unter die Dusche. Das macht wach und erfrischt für den Tag. Obwohl die Haut das größte und schwerste Sinnesorgan des Menschen ist und rund ein Sechstel des Körpergewichts ausmacht, ist sie relativ dünn. Die obere Hautschicht misst nur einen Millimeter. Ihr gilt die Aufmerksamkeit beim Duschen.

Das Angebot an Duschmitteln ist vielfältig. Egal, ob sinnlich-duftende, zitronig-erfrischende, mehr pflegende oder reinigende Aspekte im Vordergrund stehen – für jeden Duschtyp findet sich etwas Passendes.

Duschgel und Duschbad

Wer täglich duscht, nimmt am besten ein mildes Duschgel oder -bad mit Zuckertensiden (siehe Infokasten, Seite 42). Duschgel ist meist klar und unterscheidet sich in der Zusammensetzung kaum vom Duschbad. Beide haben oft eine gelartige Konsistenz, manches Duschbad ist auch leicht milchig, das unterscheidet sich je nach Anbieter. Die Firma Lavera bietet ein Duschschaumbad an. Einziger Unterschied zu anderen Duschprodukten: Der Tensidanteil ist höher, dadurch schäumt es etwas mehr. Die genannten Naturkosmetikprodukte enthalten Öle in geringem Anteil und Emulgatoren, um das Öl-in-Wassergemisch stabil zu halten. Lecithin aus gentechnikfreien Sojabohnen gehört zum Standard, aber auch Fettalkohole, Milchsäure oder Glyzerin wirken emulgierend. Bei hohem Wasseranteil im Produkt sind Verdicker und andere Hilfsstoffe notwendig, um eine angenehme dickflüssige Konsistenz zu erhalten. Zu diesen Stoffen gehören Xanthan, ein Mehrfachzucker, Zellulose oder Alginat. Zitronensäure reguliert den pH-Wert.

Duschcreme, -balsam und -öl

Bei einigen Duschmitteln steht neben der Reinigung die rückfettende Wirkung im Vordergrund. Duschcreme nennen sich milchig-cremige Produkte, die mit feuchtigkeits-spendenden und rückfettenden Stoffen versetzt sind wie Jojoba- oder Mandelöl. Hautpflegende Komponenten wie Shea-butter, Ringelblumenextrakt oder Aloe Vera schützen die Haut vorm Austrocknen. Eine anschließende Pflegelotion ersetzen sie allerdings nicht. Dafür bleiben die Substanzen zu kurz auf der Haut und werden schnell wieder abgespült. Duschbalsame enthalten meist einen höheren Fettanteil, der zwischen 40 bis 80 Prozent liegen kann. Die hautpflegende Wirkung ist dadurch größer als bei Duschcreme oder Duschgel. Am höchsten ist sie bei Duschöl. Pflanzliche Öle bilden die Basis, teils pur, teils mit Wasser vermischt. Der Anteil an Tensiden ist sehr gering. Duschöl eignet sich besonders für extrem trockene Haut.

Ein Duschpeeling mit Kügelchen aus Jojobawachs oder fein gemahlenem Olivenkerngranulat ist eine Methode, um an der Hautoberfläche liegende, abgestorbene Zellen wegzuwaschen. Diese lassen die Haut fahl und schuppig aussehen und können die Poren verstopfen. Dann entstehen Pickel und Mitesser. Bei Neigung zu Hautunreinheiten reicht es, ein Duschpeeling dreimal in der Woche anzuwenden. Wer es öfter benutzt, schadet der Haut nicht. Unter der Dusche will man sich vor allem etwas Gutes tun. Kommt es zu Rötungen oder Hautreizungen, können die Waschmittel schuld sein.

Naturkosmetik: Gut für die Haut

Problematisch sind einige Inhaltsstoffe von konventionellen Duschprodukten. Künstliche polyzyklische Moschusverbindungen können Allergien auslösen. Die Hersteller setzen zudem Polyethylenglykole als Emulgatoren oder Tenside ein. Sie können die Haut für Schadstoffe durchlässiger machen. Auch halogenorganische Verbindungen sind problematisch. Viele gelten als Allergie auslösend, manche stehen im Verdacht Krebs erzeugend zu sein, fast alle reichern sich in der Umwelt an. Die Naturkosmetik verzichtet auf solche bedenklichen Substanzen und verwendet natürliche und pflegende Inhaltsstoffe.

Warm oder kalt?

Warmduschen macht müde. Grund:Hohe Temperaturen weiten die Blutgefäße. Der Kreislauf schwächelt dann etwas. Wer sich danach kalt abduscht, bringt die Körperenergie wieder in Schwung und sorgt für eine gute Durchblutung. Tipp: Den kalten Strahl von den äußeren Gliedmaßen hin zum Herzen führen. Die Wechselwirkung warm-kalt erträgt sich so besser, denn das unterstützt den Fluss des Blut-kreislaufes.

Tenside aus der Natur

Wasser alleine wäscht Schmutz und Staub, nicht aber Fett oder tief sitzenden Schmutz ab. Nur Tenside schaffen das. Die meisten Natur-kosmetikhersteller verwenden milde, hautverträgliche und in der Umwelt vollständig abbaubare pflanzliche Tenside. Sie trocknen die Haut weniger aus als industriell hergestellte Tenside. Die Wasch- und Reinigungswirkung ist aber etwas geringer. Wenige Natur-kosmetikhersteller greifen wegen der guten Wascheigenschaften zu chemischen Tensiden wie Ammo-niumlaurylsulfat, gemischt mit pflanzlichen Tensiden. Die strengen Richtlinien für das Logo „Kontrol-

lierte Naturkosmetik“ erlauben nur Tenside auf Zuckerbasis. Konven-tionelle Anbieter verwenden häufig billige und aggressive Tensid-lösungen wie Natriumlaurylsulfate oder Sodiumlaurethsulfate. Sie schäumen stark und entziehen der Haut Feuchtigkeit und Fett. Diese Tenside können an den Schleim-häuten brennen und den Säure-schutzmantel der Haut angreifen.

Duschprogramm für besondere Anlässe:

Fit in den Morgen: 25 Grad Wassertemperatur, das fühlt sich mehr lau als warm an, bringt den Kreislauf auf Touren. Erfrischend und belebend wirken Zusätze aus Zitrusfrüchten wie Orange, Zitrone oder Grapefruit.

Duschen und Entspannen: Nach einem stressigen Tag kann das Wasser ruhig angenehm warm oder sogar heiß sein. Rosenblüten-Auszüge, Mandel-Extrakt sowie Milch, Honig oder Ylang Ylang wirken entspannend und beruhigend.

Wellness-Dusche: Für ein ausgedehntes Pflegeprogramm mit Haarkur, Gesichtsmaske und Körperpeeling eignen sich feuchtigkeitsspendende und rückfettende Pflegezusätze aus Schwarzkümmel, Zaubernuss, Wildrose, Grünem Tee, Sanddorn und Aloe Vera.

Duschen nach dem Sport: Nach körperlicher Anstrengung wirken bei milden 25 Grad Wassertemperatur Rosmarin und Minzöle im Duschgel besonders erfrischend und wohltuend. Auch Meeresextrakte wie Algen oder Holunder-blüten sind angenehm belebend. Zitrusfrüchte eignen sich ebenso.

Männer und Duschen: Die speziell für Männer ausgelobten Duschprodukte sind oft als Gel plus Shampoo oder Duschshampoo deklariert. Sie enthalten meist noch einige typische Pflegewirkstoffe fürs Haar, aber wenig bis gar keine Pflanzenzusätze oder ätherische Öle. Männer mögen’s unter der Dusche eher simpel und praktisch, ohne viel Tamtam: Duschen, Haare waschen – fertig.

Zum Weiterlesen

Noch mehr Infos über Haut, Haare und Naturkosmetik liefert der Schrot&Korn-Beitrag „Sensitive Naturkosmetik“. Diesen Artikel können nachlesen unter www.schrot-und-korn.de/links.

 

 

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