Umdenken in der dritten Welt
Der Fluch der Grünen Revolution
Vor rund 40 Jahren begann auch in den Ländern des Südens der Siegeszug der konventionellen Landwirtschaft. Tatsächlich stiegen zuerst die Erträge. Doch die Folgeschäden sind enorm.
Korshed Alam ist Bauer in Nandoria, Bangladesch. Knappe eineinhalb Hektar bewirtschaftet er. „Unser Boden war schon immer sehr fruchtbar“, erklärt er. „Als wir dann begannen, zusätzlich Dünger einzusetzen, wuchs unsere Ernte noch weiter. Doch bald sank der Ertrag wieder, so dass wir immer mehr Dünger pro Hektar benötigten. Wir machten alle Verluste - und mussten doch immer mehr Chemie einsetzen, sonst wäre nicht genug zum Essen und für das Saatgut des nächsten Jahres übrig geblieben.“ Die Geschichte, die Korshed Alam Experten von Greenpeace erzählt hat, gilt auch für Millionen Bauern aus anderen Entwicklungsländern.
Im Zuge der so genannten „Grünen Revolution“ wurde ihnen die westliche industrialisierte Landwirtschaft übergestülpt - ohne Rücksicht auf Verluste. Die Folgen zeigen sich seit Jahren immer deutlicher:
- Die Böden sind ausgelaugt, das biologische Gleichgewicht ist durch Pestizide zerstört.
- Durch intensive Bewässerung sind viele Böden versalzen und der Grundwasserspiegel gesunken.
- Viele regional angepasste Getreidesorten sind verschwunden.
- Die Bauern sind wirtschaftlich von Monokulturen abhängig und oft stark verschuldet.
- Erträge und Preise für die Ernte sinken.
Korshed Alam verstand, dass der Begriff der „Grünen Revolution“ nur ein inhaltsleerer Slogan ist und er kehrte der Kampagne den Rücken. Mit Zehntausenden seiner Kollegen hat er sich „Nayakrishi Andolon“ angeschlossen. Der Name bedeutet „Neue Landwirtschaft“ und steht für einen ökologischen Landbau ohne Pestizide und Kunstdünger. Solche Initiativen gibt es inzwischen in allen Ländern des Südens. Sie verbinden traditionelles Wissen und moderne ökologische Erkenntnisse zu einer nachhaltigen und erfolgreichen Landwirtschaft.
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