Ruediger Dahlke:
"Symptomfreiheit hat mit Heilung
nichts zu tun."
Ruediger Dahlke, Arzt und Psychotherapeut, befasst sich mit seelischen Hintergründen von Krankheiten. Eines seiner aktuellen Bücher heißt „Von der Weisheit unseres Körpers - Interview mit der Gesundheit“ und erschien im Verlag Droemer Knaur.
Informationen im Internet unter www.dahlke.at
„Die
Erfahrung hat gezeigt, dass die Unterdrückung von Symptomen
zu deren Wiederauftreten an anderer und oft noch ungleich
problematischerer Stelle führt. Schulmediziner selbst
sprechen von Symptomverschiebung, ein ebenso ehrlicher wie
desillusionierender Begriff.
Die Nutzung naturheilkundlicher Arzneimittel ist natürlich nebenwirkungsärmer und oft sogar in dieser Hinsicht ganz unproblematisch, allerdings können sie - mit der gleichen inneren Einstellung wie schulmedizinische Mittel genommen -ebenfalls nicht heilen, sondern auch nur Symptome verschieben. Selbst homöopathische Mittel können - wie bei den Komplexmitteln - allopathisch eingesetzt werden. Wer bei Nierenproblemen einfach die wichtigsten Homöopathika zusammenmischt und sich davon Heilung erwartet, wird enttäuscht. Zeitweilige Symptomfreiheit ist sicher angenehm, hat aber mit Heilung nichts zu tun.
Dazu müsste in einem inneren Prozess das Thema hinter der Symptomatik deutlich und von der Seele angenommen werden, in dem Sinne wie es in ‚Krankheit als Symbol‘ angeregt wird. Wer den Sinn seiner Symptomatik durchschaut, kann andere Wege finden, um den beteiligten Energien sinnvollere Ausdrucksformen zu schenken. Wer so ¸Krankheit als Sprache der Seele‘ versteht, dem wird Krankheit zur Chance. Er kann etwas in sein Leben integrieren, was ihm bisher gefehlt hat und durch die Krankheit Ausdruck fand. Durch die Deutung, die seelische Annahme des Themas und durch die Umlenkung der Energie wird das Leben inhaltsreicher und der Mensch selbst heiler.“
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