spezial: Bio und Billig? | Discounter-Kultur

Die Geiz-Europameister

Die Einstellung zum Leben - und speziell zum Essen - hat sich geändert. Die Einstellung zum Geschäftemachen ebenfalls: Supermärkte verlieren trotz aller Preisaktionen Marktanteile; Discounter legen zu - aber auch Bio-Läden.

Die Preise für Nahrungsmittel sind in Deutschland und Spanien so niedrig wie in keinem anderen Industrieland. Für einen Korb mit 24 ausgesuchten Lebensmitteln zahlen die Deutschen 80 Prozent dessen, was im Durchschnitt in den anderen 15 Alt-EU-Mitgliedstaaten dafür verlangt wird. Auch in den USA müssen die Verbraucher mehr auf den Tisch legen. Am höchsten hingegen sind die Preise in Irland. Auch Griechen, Briten, Franzosen und Italiener müssen für Nahrungsmittel vergleichsweise viel ausgeben. Zum Beispiel in einem großen italienischen Verbrauchermarkt 1,23 Euro für den Liter Milch - normale Milch, nicht „Bio“. Der deutsche Durchschnittspreis liegt bei 0,57 Euro.

Der wichtigste Grund für solche Preisunterschiede liegt in der deutschen Discounter-Kultur. In anderen Ländern ist der Typ des preisaggressiven Billiganbieters mit beschränktem Sortiment weitgehend unbekannt - noch. Die Deutschen kaufen inzwischen fast die Hälfte ihrer Lebensmittel bei Aldi & Co ein.

Die Discounter konnten in den letzten Jahren deutlich zulegen, während die Supermärkte trotz aller Preisaktionen Marktanteile verloren. Ähnliches befürchten die großen europäischen Handelsketten. Denn die Discounter Lidl und Aldi expandieren längst ins Ausland. 2005 geht es zum Beispiel nach Dänemark, Kroatien und in die Schweiz.

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