spezial: Bio und Billig? | Preisentwicklung

Bio immer erschwinglicher!

Weil der Markt wächst und die Branche effizienter arbeitet, sinken seit Jahren die Preise für Bio-Produkte.

Bei Bio-Lebensmitteln sind die Preise direkter. Wer konventionell kauft, wird „hinten rum“ noch einmal belangt - für Umweltschäden et cetera.

Zum Beispiel Bananen: Vor zehn Jahren kostete ein Kilogramm Bio-Bananen sieben bis acht Mark. Heute ist es im Bio-Laden für weniger als drei Euro zu haben. Der Absatz hat sich in dieser Zeit vervielfacht. Natürlich sind konventionelle Bananen bei Aldi & Co noch billiger. Doch Bio-Lebensmittel sind ihren Preis wert. Weil pestizidfrei wirtschaften für den Bauern mehr Arbeit und weniger Ernte bedeutet; weil der Verzicht auf die meisten Zusatzstoffe die Herstellung aufwändiger macht; weil auch Kontrolle und Beratung Geld kosten. Deshalb werden Bio-Lebensmittel im Schnitt immer teurer sein als konventionelle. Denn der Qualitätsunterschied hat Arbeit gemacht und die sollte angemessen bezahlt werden.

Doch oft sind die Preise zwischen „Bio“ und „konventionell“ gar nicht so weit auseinander. Zum Beispiel Blumenkohl: Das Stück aus dem Öko-Anbau kostete letzten Dezember im Schnitt 2,26 Euro, konventioneller Blumenkohl 1,74. Bei Vollkornmehl waren es 1,33 zu 1,07 Euro.

Doch die günstigeren konventionellen Preise sind nur möglich, weil die Folgekosten des billigen Produzierens die Allgemeinheit trägt. Beispiel Pestizide: Hermann Waibel und Gerd Fleischer von der Universität Hannover haben errechnet, dass der Pestizideinsatz allein in den alten Bundesländern jährlich mindestens 130 Millionen Euro Kosten für Trinkwasseraufbereitung und andere Reparaturmaßnahmen verursacht.

Auch die Überdüngung der Gewässer, der Verlust an Bodenfruchtbarkeit oder Gesundheitsschäden, durch zunehmende Lebensmitteltransporte verursacht, schlagen mit Millionensummen zu Buche. Kosten, die bei Bio-Produkten nicht anfallen.

Wo Bio am günstigsten ist

Dass „Bio“ im Supermarkt immer billiger ist als im Naturkostladen, stimmt nicht. Katharina Reuter von der Universität Berlin hat das Preisniveau von 22 Alltags- Lebensmitteln verglichen. 13-mal waren die Supermärkte günstiger, neunmal die Bio-Läden. Deren Stärke lag vor allem bei günstigem Obst und Gemüse.

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