spezial: Bio und Billig? | Interview

"Bio-Käufer sind überdurchschnittlich gut gebildet."

Dr. Paul Michels leitet die Abteilung Marktforschung bei der ZMP (Zentrale Markt- und Preisberichtstelle). Deren Forschungsergebnisse über Bio-Käufer sind in dem Buch „Strukturen der Nachfrage nach ökologischen Nahrungsmitteln in Deutschland“ erschienen .

? 500 Familien führten für die ZMP Einkaufstagebuch. Wer sind die typischen Bio-Kunden?

! 37 Prozent aller Haushalte kaufen zumindest einmal im Monat Öko-Lebensmittel ein. Der Anteil an Intensiv-Käufern, die mehr als einmal pro Woche Öko-Produkte nach Hause bringen, liegt bei acht Prozent. Wir haben weiterhin festgestellt, dass Bio-Käufer überdurchschnittlich gut gebildet sind. 42 Prozent haben einen Hochschulabschluss, in der Gesamtbevölkerung liegt die Quote bei 22 Prozent. Besonders stark waren zudem die Altersgruppen der 35- bis 44-Jährigen sowie der 55- bis 64-Jährigen vertreten. Aber natürlich finden sich in allen Bevölkerungsschichten Bio-Kunden.

? Muss man reich sein, um sich Bio-Produkte leisten zu können?

! Natürlich ist ein hoher Bildungsstandard meist mit einem besseren Einkommen verbunden. Wir haben nicht nach dem Haushaltseinkommen gefragt, weil es sehr stark vom jeweiligen Lebensabschnitt abhängt, ob 2.000 Euro im Monat nun viel oder wenig Geld ist.

Der Anteil junger Singles und Familien mit Klein- oder Schulkindern ist bei den Bio-Kunden ebenso groß wie in der Gesamtbevölkerung. Erhöht sind die Anteile junger und älterer Paare ohne Kinder, hier steht vermutlich mehr Einkommen zur Verfügung.

? Welche Waren kaufen die Kunden am häufigsten?

! Obst und Gemüse, Milch und Molkereiprodukte, Brot und Backwaren, das sind umsatzmäßig die wichtigsten Warengruppen. Bei jungen Familien liegen oft Babykost, Milch und Getreideprodukte im Einkaufswagen, bei den Älteren mehr Käse, Fleisch und Wurst.

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