Ernährung bei Sport

Müsli statt Doping

Brauchen Extremsportler künstlich zusammengemixte Power-Nahrung? Nicht unbedingt, sagt Triathletin Imke Schiersch. Mit Bio läuft sie lieber. // Peter Gutting

IN DEN SCHUHEN war alles rot. Blut rann die Ferse entlang. Aber als Imke Schiersch durchs Ziel lief, sah sie überglücklich aus. Dritte war sie geworden beim Opel Ironman in Frankfurt 2004. Nach knapp zehn Stunden Höchstleistung: 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und 42,2 Kilometer Laufen. Wie schafft der Körper solche Leistungen? Unter anderem durch vollwertige Bio-Kost. Dass naturbelassene Lebensmittel fit machen für außergewöhnliche Anstrengungen, beweist die Profisportlerin durch ihr Vorbild. Wo andere auf künstliche Eiweißpräparate schwören, baut sie auf Tofu, Amaranth und Müsli-Riegel. Und setzt einen klaren Gegenpol etwa zur ursprünglichen Frankfurt-Siegerin Nina Kraft, die im Nachhinein wegen Dopings disqualifiziert wurde.

„Müslitante“ wird Imke Schiersch manchmal genannt. Sie kann damit leben, auch wenn das Wort uralte Vorurteile widerspiegelt. Ihr Anspruch: Das negative Image ins Positive kehren. Was, wenn der Begriff plötzlich mit dem Bild einer hübschen, modernen jungen Frau assoziiert wird?

11. Juli 2004, der bisherige Höhepunkt in der Karriere der Ausdauerspezialistin. Ein Tag mit Missgeschicken. Kurz vor dem Radrennen einen Materialfehler entdeckt, schnell die Reifen gewechselt, in der Hektik die Socken vergessen und dann barfuß in den Schuhen auf die Marathon-Strecke.

„Nichts hätte mich aufgehalten“

„Mich trifft der Schlag“, dachte Freundin Elke, als Imke Schiersch mit blutigen Schuhen an ihr vorbeizog. Da war der schlimmste Schmerz bereits überstanden. „Der Körper hat einen fantastischen Mechanismus“, erklärt die Geplagte. Bei einer totalen Überlastung wandle sich die Qual irgendwann ins Erträgliche. Vorausgesetzt, der Geist ist so wahnsinnig stark wie an jenem Tag: „Nichts und niemand auf der Welt hätte mich damals aufhalten können.“

Mit Vollkorn groß geworden

Die 35-Jährige ist mit Naturprodukten aufgewachsen - schon die Großmutter legte Wert auf hochwertiges Essen. Und natürliche Nahrungsmittel sind ihr nach wie vor wichtig. Trotz Hochleistungssport nimmt sie keine Hightech-Getränke, Präparate und industrielle Sportlernahrung zu sich. „Man kann auch einen anderen Weg gehen. Ich bin Teil des Naturkreislaufs. Das, worauf mich die Evolution vorbereitet hat, muss gut für mich sein.“ Imke Schierschs Trainingstag beginnt mit einem Müsli. Auf den stundenlangen Radtouren gibt es einen Apfel, eine Banane oder Kuchen vom Vollkornbäcker. Bewährt haben sich verschiedene Sesam-Frucht- und Getreide-Riegel. Am Abend experimentiert Imke Schiersch gerne mit Getreide, das mit Gemüse, frischen Kräutern, Tofu, Nüssen oder Pinienkernen die Energiespeicher auf köstliche Weise füllt. Am liebsten mag sie Amaranth. „Das ist wegen der biologischen Wertigkeit des Eiweißes sehr wichtig. Proteine spielen eine große Rolle.“

Wohlbefinden durch Bewegung und gute Ernährung - so lautet die Botschaft, die die Ausnahmesportlerin in ihren Workshops für jedermann vermittelt. In sechs Tagen mit dem Mountainbike über die Alpen - das schafften 13 Frauen, zum Teil über 50, von denen einige bis zu den vorbereitenden Trainingslagern überhaupt keinen Sport getrieben hatten. 420 Kilometer, 9.600 Höhenmeter, ein Ziel, das utopisch schien. Wie das zu schaffen ist? „Mit der richtigen Einteilung. Man muss seine körperlichen Kräfte einschätzen lernen.“ Durch ihre lange Extremsport-Erfahrung kann Imke Schiersch anderen helfen, das Bedürfnis nach Regeneration besser wahrzunehmen. So entstehen Drehbücher im Kopf, wie die einzelnen Phasen der Tour zu bewältigen sind. „Man muss ja nicht an einem Stück über die Alpen“. Und auch nicht mit blutigen Schuhen.

Gewinnen mit Allos

Seit mehreren Jahren kooperiert Imke Schiersch mit dem Naturkost-Markenartikler und Honigspezialisten Allos. Aktuell veranstaltet Allos ein Gewinnspiel, bei dem es unter anderem ein Fit-Wochenende mit Imke Schiersch zu gewinnen gibt (Einsendeschluss 13.8.05): Personal Training mit Walking, Entspannung und gesunder Ernährung. Weitere Infos und Teilnahme-Unterlagen unter www.allos.de.

Purer Naturgenuss

Sport hat für Imke Schiersch etwas mit Natur-Erlebnis zu tun. Mit der Lust, draußen zu sein. Im Sommer macht ihr das am meisten Spaß.

So ergibt sich für die Hochleistungssportlerin ein natürlicher Jahreszyklus von intensiven Trainingseinheiten ab April/Mai und einer Phase im Winter, in der die Regeneration im Vordergrund steht. Wichtig bei allem:

„Ein Körperempfinden zu entwickeln, das das richtige Maß enthält“.

Dazu gehört vor allem Genuss. Nicht nur beim Essen, sondern auch bei der Frage, wo, wann, wie lange, in welchem Umfeld und mit welchen Freunden trainiert wird.

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