Warenkunde: Gesichtsmasken
Frisch maskiert
Viele konventionelle Masken bieten Grund für Sorgenfalten: Ihre Emulgatoren und Konservierungsstoffe sind allergie- und krebsverdächtig. Naturkosmetik-Masken glätten ohne Risiko. // Gudrun Ambros
Freitagabend. Die Kinder im Bett, der Mann außer Haus - endlich Auszeit! Jetzt die Badewanne voll laufen lassen, CD einlegen, Maske im Gesicht verteilen und abtauchen. Doch Vorsicht: Konventionelle Masken können Allergien auslösen und stehen unter Verdacht, Krebs zu verursachen.
Die Übeltäter verstecken sich hinter rätselhaften Abkürzungen wie PEG oder Wortschlangen wie „halogenorganische Verbindungen“ - zu lesen bei den Angaben zu Inhaltsstoffen auf den Verpackungsetiketten. PEG sind synthetische Polyethylenglykole. Sie verbinden Fett und Wasser zu einer Emulsion. Ihr Nachteil: Sie machen die Haut so durchlässig, dass Schadstoffe in den Körper gelangen können. Halogenorganische Verbindungen konservieren die Gesichtsmasken. Diese umstrittenen Stoffe werden in Naturkosmetik-Masken gar nicht eingesetzt. Stattdessen haben die Hersteller hautverträgliche Emulgatoren aus pflanzlichem Glyzerin und natürlichen Fettsäuren entwickelt, zum Beispiel aus Kokosöl. Auf Konservierungsmittel verzichten sie ganz. Damit die Masken möglichst lange haltbar bleiben, produzieren Naturkosmetik-Hersteller unter keimfreien Bedingungen. Dort, wo die Cremes und Gele abgefüllt werden, erzeugen sie Stickstoffklima. Somit fehlt Keimen der Sauerstoff zum Leben.
Auch die Verpackungsart spielt eine Rolle: Tuben sind weniger keimanfällig als Tiegel, Alutuben noch weniger, denn sie ziehen nicht so viel Luft ein, wenn man die Creme herausdrückt. Ein weiterer Trick ist die Zugabe von Vitamin E - zum Beispiel in Weizenkeimöl und Sanddornöl. Es schützt die Haut vor freien Radikalen und verlängert - als praktische Nebenwirkung - die Haltbarkeit der Maske, indem es die Oxidation hemmt.
Creme, Gel oder Tonerde
Nach einem langen Tag in der trockenen Heizungsluft des Büros ist die Creme-Maske das Mittel der Wahl. Sie päppelt die ausgetrockneten Zellen wieder auf. Mandelöl pflegt und beruhigt empfindliche Haut. Sanddornöl fördert die Wundheilung und die wertvollen essenziellen Fettsäuren des Weizenkeimöls unterstützen den Säureschutzmantel der Haut.
Im Regal des Naturkost-Händlers warten aber noch weitere Masken-Typen auf ihren Einsatz. Die belebende Gel-Maske ist genau die Richtige, wenn die Haut nach einer allzu kurzen Nacht Erfrischung benötigt. Die Tonerde-Maske ist für die Tochter, die gerade das Alter hat, um über Unreinheiten im Gesicht zu verzweifeln.
Was pflegt denn da?
Naturkosmetik-Hersteller fügen den Masken besondere Wirkstoffe bei: Algenextrakte regulieren den Feuchtigkeitshaushalt der Haut und heilen Entzündungen - eine ideale Beigabe zu Tonerde-Masken. Hefe gibt Hilfe zur Selbsthilfe: Sie fördert die Regenerationsfähigkeit der Haut. Bartflechte, Salbei, Minze und Rosmarin rücken den Bakterien zu Leibe. Iris bringt die Talgproduktion ins Gleichgewicht. Malvenauszüge bewirken ein feineres Hautbild. Sie wirken adstringierend, verengen also die Poren. Dasselbe erreicht auch ein profaneres Mittel: Salz.
Belebt und regeneriert die Haut
Wenn sich die Haut auf der Stirn trocken anfühlt und über den Wangenknochen spannt, tut Rosenöl besonders gut. Es regt die Durchblutung an und hilft den Zellen, sich zu regenerieren. Auch Ginkgo, Schachtelhalm und Myrte beleben die reifere Haut. Tigergras stärkt ihre elastischen Fasern. Hyaluronsäure, die sonst Anti-Aging-Cremes beigefügt wird, spendet Feuchtigkeit.
Und dann gibt es noch die Wirkstoffe aus der Obst- und Gemüse-Abteilung: Schon mal mit Gurkenscheiben im Gesicht experimentiert? Naturkosmetik-Hersteller nutzen außerdem die Enzyme der Papaya und die Fruchtsäure von Aprikosen. Das erfrischt, belebt und spendet Feuchtigkeit.
Naturkosmetik hat den Anspruch, transparent zu sein: Wer sich eine Maske gönnt, weiß möglicherweise besser Bescheid, was er sich aufs Gesicht gestrichen hat. Statt „prunus dulcis“ oder „centella asiatica“ steht auf der Verpackung „Mandelöl“ oder „Tigergras“. Wer weiß, dass Tigergras eine Sumpfpflanze ist, die die Regeneration des Bindegewebes fördert, und dass er bei Tigergras und Mandelöl nicht allergisch reagiert, kann sich unbesorgt in der Wanne zurücklehnen und entspannen.
Kleiner Allergie-Test
Damit das Allergie-Risiko klein bleibt, besteht Naturkosmetik aus möglichst wenigen, verschiedenen Inhaltsstoffen. Die meisten Hersteller deklarieren auf Deutsch. Wer etwa Kamille nicht verträgt, meidet entsprechende Kosmetika einfach. Den übrigen bleibt der Test: Eine Probe in der Armbeuge auftragen und 24 Stunden warten. Hat die Haut bis dahin nicht reagiert, geht das Risiko einer allergischen Reaktion gegen null.
Bio-Masken für alle Fälle
Pflegende Creme-Masken enthalten Wasser, natürliche Öle und zumeist hautberuhigende Essenzen. Solche Masken kann sich jeder mal gönnen. Für trockene und sensible Hauttypen sind sie besonders geeignet.
Gel-Masken kühlen und erfrischen. Sie kommen meist ganz ohne Öl aus - extra gut für Leute, deren Haut sowieso schon zu viel Talg produziert.
Tonerde in der Gesichtsmaske bewirkt Tiefenreinigung. Sie entzieht unreiner Haut überschüssigen Talg und Schlacken, löst Mitesser und Hornschüppchen.
Peeling-Masken enthalten Massagekügelchen aus Aprikosenkernen oder aus Traubenkernschrot. Sanft im Gesicht verrieben, schilfern sie überflüssige Hautschüppchen ab. Gleichzeitig pflegen sie die Haut. Sie sollten jedoch nicht täglich angewandt werden.
Was ist Hyaluronsäure?
Eine hauteigene Substanz, die hilft, Feuchtigkeit im Bindegewebe zu speichern, und deren Produktion im Alter abnimmt. Sie lässt sich synthetisch herstellen oder aus Hahnenkämmen gewinnen und wird gerne Anti-Aging-Cremes beigegeben oder sogar direkt injiziert. Der Naturkosmetik-Hersteller Laverana setzt eine biotechnologisch gewonnene Hyaluronsäure in Anti-Aging-Cremes sowie in einer Gesichtsmaske ein. Bei der biotechnologischen Herstellung dienen Naturstoffe als Futter für Mikroorganismen, die den gewünschten Stoff als Stoffwechselprodukt ausscheiden.
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