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Anbau von Baumwolle:
Bio schlägt Gentechnik

Öko-Baumwolle wird weniger von Schädlingen und Krankheiten befallen als Gentechnik-Baumwolle. Zudem zahlen die Bauern für Öko-Saatgut weniger Geld, ernten aber mehr.

Indische Wissenschaftler des Zentrums für nachhaltige Landwirtschaft in Andhra Pradesh hatten rund 240 Farmer aus zwölf Dörfern befragt. Die Hälfte von ihnen baute Gentechnik-Baumwolle an, die das Gift des Bacillus thueringiensis (Bt) produziert, und setzte zudem synthetische Pestizide ein.

Die andere Hälfte pflanzte traditionelle Sorten, verzichtete auf synthetische Pestizide und arbeitete mit natürlichen Mitteln wie Neem-Öl. Für alle gängigen Schädlinge meldeten die Gen-Farmer höhere Befallsquoten als ihre Öko-Kollegen. Am deutlichsten war der Unterschied beim Baumwollkapselwurm, einer Schmetterlingsraupe. Vier Prozent der Öko-Bauern meldeten einen starken Befall ihrer Felder. Bei den Gen-Farmern waren es 32 Prozent. Dabei sollte das von der Bt-Baumwolle produzierte Gift eigentlich diesen Schädling abtöten. Ähnlich groß waren die Unterschiede etwa bei Blattläusen und Weißen Fliegen.

Bei der Befragung stellte sich auch heraus, dass die Öko-Bauern wesentlich mehr nützliche Insekten auf ihren Felder hatten als die Gen-Farmer. Außerdem waren ihre Kosten geringer: Das Saatgut für Gentechnik-Baumwolle war dreieinhalb mal so teuer wie die traditionellen Sorten. Für die Schädlingsbekämpfung mussten die Gentechnik-Farmer sieben mal mehr bezahlen als ihre ökologisch wirtschaftenden Kollegen.

Die Ernteerträge wurden in dieser Arbeit nicht erfasst. Es gibt jedoch bereits mehrere Studien aus Andhra Pradesh, die belegen, dass die Bt-Baumwolle schlechtere Erträge liefert als traditionelle Sorten.

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