Warenkunde: Bio-Make-up
Wirkt natürlich
Make-up mattiert, kaschiert und lässt den Teint ebenmäßig aus-sehen. Naturkosmetisches Make-up kann mehr: Es pflegt die Haut und verschont sie von kritischen Inhaltsstoffen. // Astrid Wahrenberg
FILMSTAR JULIA ROBERTS hat die Rolle ihres Lebens gefunden. Für ihre Zwillinge Hazel Patricia und Phinnaeus Walter möchte sie sich sogar vom Filmgeschäft zurückziehen, schrieb kürzlich eine Boulevard-Zeitung. Ihre Fans werden sie sehr vermissen.
Wer Naturkosmetik benutzt, darf sich in gewisser Weise der Beauty hautnah fühlen. Denn Julia Roberts schwört auf naturkosmetische Cremes und Make-up aus Deutschland. Der Profi-Maskenbildner Richard Dean schminkte die Schauspielerin für den Film Erin Brockovich damit. Er war beeindruckt, denn die Schminke zerfloss selbst bei größter Hitze nicht.
Auch in Deutschlands Filmszene feiert dekorative Naturkosmetik Erfolge. Die Darsteller des preisgekrönten Films En Garde der deutsch-kurdischen Regisseurin Ayse Polat wurden beispielsweise mit naturkosmetischem Make-up geschminkt. Die Schauspielerinnen waren begeistert von den gut verträglichen Produkten.
Die Anerkennung aus der Filmbranche ist ein großes Kompliment an die Naturkosmetik-Hersteller, denn beim Dreh muss Make-up einen Härtetest bestehen. Es soll im grellen Scheinwerferlicht kleine Schönheitsfehler wie Rötungen oder Hautunreinheiten zuverlässig abdecken und den Teint samtig, ebenmäßig und strahlend aussehen lassen. Außerdem muss die Schminke hohen Temperaturen standhalten. Dass all dies mit hautverträglicher Kosmetik aus natürlichen Rohstoffen möglich ist, freut nicht nur Filmstars. Schließlich ist, wer sich schon in der Pflege für Naturkosmetik entschieden hat, froh, wenn er auch beim Make-up keine Abstriche machen muss.
Naturkosmetik-Hersteller bieten ausschließlich Flüssig-Make-up an. Im Unterschied zu festem Kompakt-Make-up, das mit einem Schwämmchen aufgetragen wird, sind wasserhaltige Formulierungen gebrauchsfertig und leicht auf der Haut zu verteilen. Da sie den Feuchtigkeitsgehalt der Haut etwa mit hautpflegenden Ölen aus Macadamia-Nuss und Jojoba oder mit Aloe Vera bewahren, eignen sie sich gut für trockene, normale und Mischhaut. Natürliches Bienenwachs oder Sheabutter schützen die Haut vor äußeren Einflüssen. Auszüge beispielsweise aus Kamille, Ringelblume, Wundklee oder Zaubernuss beruhigen empfindliche Haut. Die hochwertigen Öle, Fette und Pflanzenextrakte – soweit möglich aus Bio-Anbau – zählen zu den Stärken der Naturkosmetik. In den teilweise erheblich teureren Marken-Make-ups aus der Parfümerie stecken billige Paraffine und Silikone aus der Erdölraffinerie.
Erdfarben für den Bronze-Teint
Für Farbtöne von zartem Beige bis kräftigem Bronze sorgen natürliche Pigmente wie Eisen-Oxide. Je mehr davon enthalten sind, um so deckender ist das Make-up. Flüssiges besitzt eine mittlere Pigmentstärke. Es liegt damit zwischen getönten Tagescremes mit drei bis acht Prozent Deckungskraft und Kompakt-Make-up, das auf eine Dichte von 25 Prozent und mehr kommt. Flüssiges Make-up deckt leicht, gleicht kleinere Unreinheiten aus und lässt die Haut schön durchschimmern. Deshalb sieht flüssiges Make-up im Gesicht sehr natürlich aus.
Drum prüfe, wer sich bindet
Damit sich Wasser und Öl im Make-up nicht voneinander trennen, müssen Substanzen zugegeben werden, die dies verhindern. Gebräuchliche chemisch-synthetische Emulgatoren wie Polyethylenglykole (PEG) kommen bei Naturkosmetik hierfür nicht in Frage. Sie sind zwar selbst nicht giftig, machen die Haut aber durchlässiger. Schädliche Substanzen könnten so leicht in die Haut gelangen. Inzwischen gibt es genügend natürliche Alternativen, mit denen das Emulgieren genauso gut gelingt. Etwa Zitronensäure-Ester oder Fett-Alkohole. Sie werden aus natürlichen Rohstoffen gewonnen. Auch für chemisch-synthetische Konservierungsmittel haben Naturkosmetik-Hersteller schon lange Ersatz gefunden. Sie setzen ätherische Öle, Alkohol und die Vitamine E und C ein. Erlaubt, aber selten verwendet, werden naturidentische Konservierungsmittel, darunter Benzoe- oder Salizylsäure. In konventionellem Make-up können als Konservierungsmittel Formaldehyd-Abspalter und halogenorganische Verbindungen stecken. Beide können Allergien auslösen. Naturkosmetische Make-ups enthalten ätherische Öle aus der Destillation von Blüten, Blättern, Wurzeln und Pflanzenteilen. Sie geben dem Produkt einen angenehmen Duft und helfen beim Konservieren. Problematische Polyzyklische Moschus-Verbindungen, die das Öko-test-Magazin regelmäßig in seinen Kosmetiktests findet, sind für Naturkosmetik tabu. Diese synthetischen Duftstoffe sind biologisch schwer abbaubar, sie reichern sich im Wasser, in tierischem und menschlichem Fettgewebe sowie in Muttermilch an. Naturkosmetik verzichtet generell auf hautreizende, allergene Inhaltsstoffe, insbesondere synthetische Farb-, Duft- und naturfremde Konservierungsstoffe sowie gentechnisch veränderte Rohstoffe.
Wie lange haltbar?
Das Haltbarkeitsdatum, das bis zu zwei Jahren betragen kann, steht auf der Packung. Tuben bieten wenig Verkeimungsgefahr, denn die benötigte Menge kann sauber entnommen werden. Schwämmchen und Pinsel besser regelmäßig auswaschen. Kosmetika lagern am besten dunkel und kühl. Geöffnet sollten sie innerhalb von sechs Monaten aufgebraucht werden.
Keine Tierversuche
Naturkosmetik-Hersteller führen nur dermatologische Tests an freiwilligen Versuchspersonen durch. „Tierversuchsfrei“ darf trotzdem nicht auf der Packung stehen. Die EU-Kosmetik-Richtlinie erlaubt dies nur, ...
„... sofern Hersteller und Zulieferer weder Tierversuche für das kosmetische Mittel, einschließlich dessen Muster sowie dessen Bestandteile, durchgeführt oder in Auftrag gegeben haben, noch Bestandteile verwendet haben, die in Tierversuchen zum Zweck der Entwicklung neuer kosmetischer Mittel durch Dritte geprüft worden sind“.
Der Hersteller muss also belegen, dass nirgendwo auf der Welt ein Inhaltsstoff durch Dritte an Tieren getestet wird – und das ist nicht zu leisten.
Mehr Klarheit wird erst das endgültige Tierversuchsverbot für Kosmetika bringen, das 2009 in Kraft treten soll.
Zum Weiterlesen
Der Begriff Naturkosmetik ist gesetzlich nicht geschützt. Eine Sicherheit für Käufer ist das Siegel des Bundesverbands deutscher Industrie- und Handelsunternehmen (BDIH). Welche Kriterien der Verband für Naturkosmetik aufgestellt hat, kann im Internet nachgelesen werden: www.kontrollierte-naturkosmetik.de.
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Begriff Naturkosmetik ist gesetzlich nicht geschützt.
Eine Sicherheit für Käufer ist das Siegel des
Bundesverbands deutscher Industrie- und Handelsunternehmen
(BDIH). Welche Kriterien der Verband für Naturkosmetik
aufgestellt hat, kann im Internet nachgelesen werden: 