Gentechnik

„Landliebe täuscht Verbraucher“

Greenpeace hat in mehr als 60 Supermärkten gegen ein ungelöstes Problem bei Landliebe-Molkereiprodukten protestiert. Landliebe-Milch werde mit Hilfe von genmanipuliertem Soja und Mais, das Kuhfutter beigegeben ist, hergestellt, so die Umweltorganisation.

„Landliebe-Produkte sind eine Mogelpackung! Mit Liebe zum Land hat das nichts zu tun“, mahnt Alexander Hissting, Gentechnikexperte von Greenpeace. „Wer Landliebe kauft, so Hissting weiter, entscheidet sich für Gentechnik im Tierfutter“. Gensoja-Anbauer in Südamerika seien überdies mitverantwortlich für die rasante Urwaldzerstörung und den erhöhten Einsatz von giftigen Spritzmitteln.

Gesundheitliche Risiken

Die Molkerei Landliebe, die zu 100 Prozent zu Campina gehört, einem der führenden Molkereikonzerne in Europa, weist die Kritik zurück: Die Bauern, die Milch an Campina liefern, seien „verpflichtet, sämtliche gesetzlichen Vorgaben ... einzuhalten.“ Außerdem sei es wissenschaftlich erwiesen, dass Gen-Anteile in Tierfutter keine Auswirkungen auf die Milch hätten. Das sieht Greenpeace anders: Gesundheitliche Risiken seien noch weitgehend unerforscht, heißt es dort.

Dass ein kompletter Verzicht auf Gen-Pflanzen im Tierfutter möglich ist, beweisen mehrere Molkereien im In- und Ausland. In Deutschland machen dies etwa die hessische Upländer Bauernmolkerei und die bayerische Andechser Molkerei vor. In Österreich und der Schweiz haben in Kooperation mit den Großmolkereien NÖM, Kärntnermilch und Emmi bereits mehr als 6.000 Landwirte auf den Einsatz von Gen-Pflanzen im Milchviehfutter verzichtet. Große Molkereien in Deutschland, wie Campina/Landliebe oder Müller Milch beharren dennoch darauf, dass ein Verzicht auf Gen-Pflanzen nicht möglich sei, so Greenpeace.

Laut einer Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung vom Februar 2005, lehnen 68 Prozent der deutschen Verbraucher Milch von Kühen ab, die mit gentechnisch veränderten Pflanzen gefüttert wurden. 80 Prozent wären bereit mehr zu bezahlen, wenn ohne Gen-Pflanzen im Futter produziert würde.

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