spezial: Fliegerfreie Ferien

Warum in die Ferne …

Spätestens beim vierten Sonnenuntergang reichts dann. Nichts gegen Fernreisen, nichts gegen Palmen, Strand und Sonne, auch nichts gegen die nette Einladung zum Dia-Abend – und kein Zweifel, der Urlaub war sicher toll! Aber irgendwann beschleicht einen der Gedanke: Sonnenuntergänge auf Südseeinseln sind meistens gelb bis rot, das Wasser darunter glitzert, der Sand liegt rum und bestenfalls reckt sich noch eine Palme seitlich ins Bild. Na und?

Und man denkt weiter: Muss ein Urlaub eigentlich immer Tausende Kilometer, mehrere Zeitzonen und Hunderte Liter Kerosin entfernt sein? Und wenn schon so weit, sollte so ein Urlaub dann nicht wenigstens originell sein und nicht wirken wie ein aufgemotzter Pauschal-Mittelmeertrip für Neureiche?

Einchecken, Abheben, Zeitzonen überqueren, Auschecken, Jetlag. Dann Sonnenbrand, Rieselsand in den Ohren und Hotelburg – das kann doch nicht alles gewesen sein. Schließlich geht die Sonne in Oberösterreich auch nicht weniger malerisch unter als in der Dominikanischen Republik. Kann der Urlaub nicht mal ein bisschen näher an zu Hause sein? Vielleicht sogar vor der Haustüre, oder wenigstens in Reichweite der Bahn, des Busses oder, wenn’s denn sein muss, des Autos?

Kurz vor den Osterfeiertagen im April ist es wieder so weit: Wo sollen wir hinfahren? In die wilde Natur? Oder auf Städte-Entdeckungstour? In die Einsamkeit einer kleinen Insel? Oder ins Gewühl einer Großstadt? In unserem Spezial haben wir für Sie Reiseideen zusammengetragen für Leute, die einfach mal raus wollen, einen Tapetenwechsel brauchen - und zwar ökologisch verantwortungsbewusst und mit wenig Aufwand. Am besten mit biologisch einwandfreiem Essen und Unterbringung.

Mehr Unabhängigkeit

So eine Kurzreise schont im Vergleich zur Fernreise nicht nur den Geldbeutel, sondern kann auch noch flexibel geplant werden: Denn während Flüge umso billiger sind, je früher sie gebucht werden, ist man mit Bus, Bahn oder Auto unabhängiger. Das gilt für Alleinreisende, Paare und Familien. Für Abenteurer und lustvoll Faule. Für Einsiedler, Bildungshungrige und Erholungssuchende – und hoffentlich für Sie!

Ein Schwerpunkt ist dabei das für viele neu zu entdeckende Ost- und Zentraleuropa. Denn ohne viel Aufhebens darum zu machen, haben viele Regionen noch wirklich wilde Natur, Gastfreundschaft und erschwingliche Preise zu bieten. Also nichts wie auf in den wilden Osten! Ob beim Wandern oder auf der Wellness-Farm, ob auf der Städtereise oder in der einsamen Natur, ob in der Gruppe mit Gleichgesinnten, mit Kindern oder lieber auf eigene Faust, für jeden ist etwas dabei.

Das Schöne an umweltverträglichen Kurzreisen: Das schlechte Gewissen wegen der Umweltbelastung bei Fernreisen bleibt zu Hause. Denn es gilt: „Das Beste fürs Klima ist es, gar nicht zu fliegen. Dass dies kein Hexenwerk ist, haben Menschen bewiesen, bevor Otto Lilienthal zum ersten Mal abhob.“ So steht es auf der Homepage von www.atmosfair.de.

Eine Frage des Gewissens

Auf den Seiten der Organisation sind Alternativen zum Fliegen angegeben. Mit einem „Emissionsrechner“ können Interessierte ausrechnen, wie stark die Umwelt bei einem Flug belastet würde – je nach Start- und Zielflughafen. Zum Beispiel, dass ein Hin- und Rückflug von München in die Dominikanische Republik fast den doppelten Treibstoffausstoß dessen verursacht, was für einen Menschen pro Jahr umweltverträglich ist. Eine Rechnung, die auf jeden Fall das Gewissen all derjenigen beruhigen dürfte, die sich eine solche Flugreise sparen. Und diejenigen, die trotzdem fliegen, können sich vom schlechten Gewissen quasi freikaufen – durch eine Spende, die der Wiedergutmachung der entstandenen Klimabelastung zugute kommt. Beeindruckend ist übrigens die Gleichung, wonach 3.000 Flugkilometer in Bezug auf die Treibstoffbelastung ganzen 17.000 Bahnkilometern entsprechen!

Für jede und jeden sollte was dabei sein: ob auf dem Planwagen durch das böhmische „Klein-Kanada“, ob auf dem Fahrrad durch Deutschlands Fahrrad-Hauptstadt Münster; ob behinderten- und kinderwagengerecht durchs schöne Freiburg im Breisgau oder zu Fuß durch das wilde, von Wölfen bewohnte Rumänien; ob auf der Suche nach dem „grünen Ruhrgebiet“ oder in umweltverträglich gestalteten Wellness-Zentren.

Auch nach Familienangeboten haben wir geschaut – nach solchen mit separatem Kinderprogramm sowie solchen, in denen die Kleinen selbstständig werden und mit Gleichaltrigen zusammenkommen. Die Kinder jedenfalls werden’s den Eltern danken, wenn ihre Ferien nicht mit einem nervenaufreibenden Langstreckenflug anfangen.

Das Deutsche Jugendherbergswerk verteilt ein Zertifikat für besonders familiengerechte Herbergen. Infos dazu gibt’s in jeder Herberge oder in der Detmolder Zentrale. Auch die Bahn hat Angebote speziell für Familien und Kinder parat: Kinder bis fünf und in Begleitung eines Eltern- oder Großelternteils sogar bis 14 fahren kostenlos. Zudem hält die Bahn Hotelangebote vor, in denen bis zu zwei Kinder kostenlos im Zimmer der Eltern übernachten dürfen.

Behindertengerechtes Freiburg

Für Menschen mit Behinderungen ist Freiburg im Breisgau optimal ausgestattet. Wer sich vor seinem Besuch informieren möchte, kann dies auf der unten genannten Web-Seite tun. Dort gibt es unter anderem Tipps zu behindertengerechten Ausflugszielen und zu öffentlichen Verkehrsmitteln.

www.freiburg-fuer-alle.de

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