Einkauf: Mascara

Göttliche Augenblicke

Dichte, lange Wimpern sind Verführung pur. Ein Augenaufschlag à la Diva – und die Männerwelt schmilzt dahin. Mit der richtigen Mascara und ein paar Tricks bekommt den jede Frau hin. // Susanne Teige

Anbieter im Naturkosthandel

Bereits Kleopatra schminkte ihre Wimpern, um ihren Augen Zauber zu verleihen. In der Antike jedoch bestand diese Mixtur noch aus Kohle, Bleiglanzpulver und Schafsfett. Der usrprünglich aus der algerischen Stadt Mascara stammende Mineralschlamm verfolgte auch einen praktischen Zweck: er sollte die Wimpern dicker machen und so die Augen schützen vor Staub, Wind und Sonne. 1913 entdeckte der US-Chemiker T. L. Williams die Wimpernfarbe dann neu, indem er für seine Schwester Kohlenstaub mit Vaseline mischte.

Üblich sind Kunststoffe

In ihren Grundkomponenten besteht Mascara also aus Fett und Farbe. Konventionelle Anbieter verwenden hierbei Silikone als Fettkomponente. Je nach Bedarf sind diese flüssig, harzig oder ölig und daher wesentlicher Bestandteil von sogenannten Lash- oder Long-Lash-Mascaras. Doch bei ihrer Produktion kommen umweltbelastende, chlorierte Kohlenwasserstoffe zum Einsatz. Silikone sind als synthetische Polymere (Kunststoffe) biologisch praktisch nicht abbaubar. Sie versiegeln Haut und Haare und verhindern so den natürlichen Austausch von Luft und Sauerstoff. Vorteil konventioneller Mascara ist die Wasserfestigkeit, der schnelle, dicke Auftrag und rasches Trocknen.

Natürliche Pflege …

In allen Naturkosmetik-Mascaras sind eine pflanzliche Ölmischung und der natürliche Gelbildner Xanthan die Fett-Grundlage. Sie verkleben die Wimpern nicht, was natürlicher aussieht. Die pflanzlichen Öle haben eine pflegende Wirkung und machen beim Abbau in der Natur keine Probleme. Da die Naturkosmetik auf synthetische Stoffe zur Verlängerungen der Wimpern verzichtet, gibt es hier zwar keine Long-Lash-Produkte. Wohl aber Volumen-Mascara. Für Wimperndicke nach Wunsch empfiehlt es sich hier mehrfach zu bürsten. Doch zur schön getuschten Wimper gehört natürlich noch mehr.

… und Farbe

Auch die Farbstoffe in Naturkosmetik-Mascara sind natürlichen Ursprungs und gesundheitlich unbedenklich. Eisenoxide (Erdpigmente) genügen, um Schwarz und weitere Brauntöne zu erzielen. Ultramarinblau ist ein natürliches Farbpigment in blauer Mascara (Lavera, Dr. Hauschka). Titandioxid, zum Beispiel bei Logona im anthrazitfarbenen Mascara enthalten, ist ein natürliches, weißes Mineral, das für Perlglanz sorgt und UV-Licht filtert. Das von der Cochenille-Laus stammende Carminrot führt bei Dr. Hauschka zu einem warmen Braunton.

Ätherische Öle übernehmen die Aufgabe der Konservierung und verströmen einen angenehmen Duft. Bei Lavera ist Vitamin C für die Haltbarkeit zugesetzt. Heilpflanzenauszüge aus Augentrost, Schwarztee und Neemblättern sollen zudem besonders beruhigend für sensible Augen sein, verspricht Dr. Hauschka.

Schönheit ohne Tierversuche

Für Mascara aus Naturkosmetik werden nur bewährte und von Menschen freiwillig erprobte, natürliche Substanzen verwendet. Das macht Tierversuche überflüssig. Außerdem wird auf umweltbelastende Produktionsweisen und schwer abbaubare Einzelsubstanzen verzichtet. Einige der Natursubstanzen sind aus biologischem Anbau. Alle hier vorgestellten Produkte tragen daher das Gütesiegel „Kontrollierte Naturkosmetik“ (BDIH).

Rauf und runter der Mascara

Mascara-Hersteller machen viel Aufhebens um ihre Bürsten. Bei Sante und Lavera sind sie mehr buschig (zum gleichmäßigen Auftragen von viel, aber nicht zu viel Farbe), bei Logona und Dr. Hauschka deutlicher spiralförmig (zum Separieren der Härchen). Je feiner die Spitze, desto besser gelangt die Bürste in die Augenwinkel (besonders bei Sante und Dr. Hauschka). Nur spezielle Abschminke löst die wasserfeste, nun ausgehärtete Masse konventioneller Mascara von den Wimpern. Die natürliche Tusche hingegen ist rasch mit etwas Wasser entfernt.

Gut, verglichen zu haben

Im Vergleich erzeugt konventionelle Mascara einen starken Effekt und ist rasch aufgetragen. Dafür geht sie nur mit aggressiven Lösungsmitteln wieder ab. Zudem belastet sie die empfindliche Haut der Lider mit problematischen Stoffen, die biologisch schwer abbaubar sind. Naturkosmetik-Mascara ist eher dezent, wirkt aber natürlicher. Ebenso ist das Separieren der Härchen leichter. Besonderheit ist zudem die Pflege der Augen, Lider und Wimpern durch hochwertige Naturstoffe. Wer hier den Drama-Look haben will, tuscht einfach mehrfach. Mit reinem Wasser lässt sich die Farbe schnell und schonend wieder abschminken.

Im Vergleich erzielen alle Mascaras ähnliche Ergebnisse. Für ein natürlich schönes Strahlen fährt man indes mit „Bio“ etwas besser. Und kann mit etwas Geduld sorgenlos den großen Diven Konkurrenz machen. Wetten?

Buchtipp

„Kosmetik-Inhaltsstoffe von A–Z.“ Heinz Knieriemen informiert über die in konventioneller und in Naturkosmetik enthaltenen Substanzen. Hilfreich gegen das INCI-Index-Deklarations-Wirrwarr. Erschienen im AT-Verlag, ISBN 3-85502-974-1, 9,95 Euro.

Der perfekte Look: Tipps

Vorher die Wimpern leicht pudern,dann hält die Tusche länger.

Wimpern gleichmäßig von unten nachoben in Wuchsrichtung bürsten.

Die Außenhärchen am Ende des Lids mit der Spitze der Bürste gesondert bürsten.

Für stärkeren Effekt nach Pause erneuttuschen. Beliebig oft wiederholen.

Für unterwegs: Die Mascara vor dem Öffnen nach unten klopfen – sonst landet zuviel auf die Bürste.

Mascara nicht mit der Freundin tauschen: verhindert Infektionen.

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