Gen-Hefe im Wein
US-Winzer fürchten um Exporte
Weingüter in den USA vermarkten in diesem Jahr erstmals Wein, den sie mithilfe genmanipulierter Hefen herstellten. Um welche Mengen und Marken es sich handelt, ist unbekannt.
Der mithilfe genmanipulierter Hefen hergestellte Wein muss in den USA nicht gekennzeichnet werden. Der Hersteller der Hefen, der französische Konzern Lesaffre, schweigt sich über seine Kunden aus. Deshalb ist nicht bekannt, um welche Marken und Mengen an Wein es sich handelt. Die verwendete Rotwein-Hefe namens ML01 ist so verändert, dass sie die bei der Vergärung entstehende Apfelsäure in die mildere Milchsäure umwandelt. Das macht den Geschmack des Weins lieblicher, stabilisiert die Farbe und verringert den Gehalt an Histaminen. Diese Stoffe können bei empfindlichen Menschen Kopfschmerzen auslösen. Die US-Landwirtschaftsbehörde hat die Hefe ohne Einschränkungen zugelassen. Die meisten US-Winzer lehnen den Einsatz ab. Sie fürchten nun, dass der Export nach Europa leiden könnte. Das California Wine Institute, dem die meisten Weinhersteller des US-Bundesstaates angehören, erklärte, dass „bei der Herstellung von kalifornischem Wein keine gentechnisch veränderten Organismen benutzt würden“. Allerdings kann das Institut Keltereien nicht verbieten, die neue Gen-Hefe einzusetzen. Auch Weinbauverbände in Australien und Südafrika haben sich zur Gentechnikfreiheit ihrer Produkte bekannt.
Anmerkungen und Kommentare zum Artikel
| Leserbrief schreiben | Seite empfehlen | |


