Test der Verbraucherzentrale
Besser beraten im Bioladen
Supermärkte und Discounter werben gerne mit ihren Bio-Produkten. Doch die Verbraucherzentrale NRW fand heraus, dass die Verkäufer oft wenig Ahnung von „Bio“ haben. Mitarbeiter von Bioläden schnitten deutlich besser ab. // Manfred Loosen
Was wissen Lebensmittelverkäufer über Bio-Produkte? Das hat die Verbraucherzentrale NRW untersucht. Dazu hat sie in Köln, Düsseldorf und Bonn 15 verschieden große Bioläden sowie 15 konventionelle Lebensmittelhändler besucht, darunter Supermärkte, Discounter und ein Warenhaus. Die Test-Käufer hatten vier Fragen; was ein Ei zum Bio-Ei macht, zum Beispiel. Richtige Antwort: Bio-Futter und Freilandhaltung. Außerdem sollten die Verkäufer wissen, dass Bio-Anbauverbände wie Demeter strengere Kriterien haben als das Bio-Siegel. Und: Warum sind Bio-Bananen beim Discounter billiger? Kompetente Verkäufer antworteten kurz und bündig: „Die Menge machts.“
Alle vier Fragen richtig beantwortet haben acht der 15 Läden aus der Bio-Branche, darunter auch Öko-Supermärkte und Bio-Discounter. Die restlichen sieben erklärten immerhin noch drei von vier Punkten richtig. Anders die Verkäufer in den konventionellen Supermärkten und Discountern. Sie hatten wenig Ahnung vom Bio-Fach, nicht ein einziger Mitarbeiter schaffte alle vier Punkte, neun der fünfzehn wussten gerade mal eine Frage zu beantworten oder zeigten sich sogar völlig ahnungslos.
Ein Beispiel von vielen: Eine Verkäuferin in einem herkömmlichen Supermarkt meinte, dass die „3“ auf Eiern auf Bio-Eier hinweise. Tatsächlich stammen so gekennzeichnete Eier aus Käfighaltung. Außerhalb der Bioläden war selbst die grobe Bedeutung des Demeter-Zeichens unbekannt. Dagegen wussten alle Bioladner von den strengen Maßstäben, sechs Verkäufer konnten sogar etwas über biologisch-dynamischen Anbau und den anthroposohpischen Anspruch von Demeter-Bauern erzählen.
Die tendenziell beste Beratung erfuhren die Test-Käufer in den kleinen Bioläden. Deren Mitarbeiter erzählten geduldig über die Haltung der Tiere und den Anbau von Öko-Gemüse. Bei den Bio-Discountern und Bio-Supermärkten war es dagegen schwer, Verkäufer zu finden, die außer Sachwissen auch Zeit hatten.
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