Alarmierende Testkäufe
Verbotenes Gift für deutsche Äcker
Deutschlands größte Agrarhändler vertreiben in Süddeutschland und dem Elsass giftige und strikt verbotene Pestizide wie E 605. Das zeigen sechsmonatige Recherchen von Greenpeace.
Elf Händler verkauften an die verdeckt auftretenden Ermittler von Greenpeace insgesamt ca. 100 Kilogramm illegaler Pestizide wie Bifenthrin, Malathion und Diethion, die entweder in Deutschland nie zugelassen waren oder seit vielen Jahren verboten sind. Vier der elf Händler gehören zum Raiffeisen-Verband. Eine Filiale der Raiffeisen-Zentralgesellschaft Karlsruhe, im französischen Salmbach/Elsass, verkaufte sogar zehn Liter des hochgefährlichen E 605 – gegen Barzahlung und ohne Rechnung. Rückstände solcher Mittel werden immer wieder von Greenpeace und Kontrollbehörden in Lebensmitteln deutscher Herkunft nachgewiesen.
Der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) und seine Mitglieder verurteilen den Verkauf illegaler Pestizide und weisen darauf hin, dass die festgestellten Verstöße allein den Einzelunternehmen anzulasten seien, nicht dem Verband selbst. Während Greenpeace schärfere Kontrollen fordert, kritisiert der DRV-Generalsekretär,
Dr. Rolf Meyer, die unzureichende Harmonisierung innerhalb der EG. Die Zulassung von Pestiziden sei immer noch national geregelt, in Deutschland verbotene Pestizide könnten leicht in anderen Mitgliedsstaaten beschafft werden.
Anmerkungen und Kommentare zum Artikel
| Leserbrief schreiben | Seite empfehlen | |


