WM-Umweltbilanz
Klimaschutz im Abseits
Bundesumweltminister Gabriel hat die ökologische Bilanz der Fußball-WM vorgelegt. Neben den Erfolgen des Konzepts "Green Goal" habe die Bilanz jedoch auch Lücken aufzuweisen, so die Umweltorganisation Umkehr.
Umkehr kritisiert, dass die Klimaauswirkungen durch die Flugreisen aus dem Ausland und beim zusätzlichen Verkehr durch die Fahrten zu "Public Viewing-Stätten" nicht berücksichtigt wurden. Das Organisations-Komitee der WM gehe von rund 90.000 zusätzlichen Tonnen CO2 aus. Sie sollen durch CO2-reduzierende Projekte in Entwicklungsländern ausgeglichen werden, um die Weltmeisterschaft als "klimaneutral" bezeichnen zu können. Berechnungen von Umkehr ergaben jedoch, dass durch den Fern-Flugverkehr und zusätzlichen Autoverkehr mindestens 2,1 Millionen Tonnen CO2 zusätzlich ausgestoßen wurden. "Wer stolz ist, wenn er nur fünf Prozent eines Schadens wiedergutgemacht hat, sollte noch einmal in sich gehen", so Stefan Lieb von Umkehr, "Deutschland ist also auch kein Öko-Weltmeister geworden!"
Jedoch sollte der Blick jetzt nach vorne gerichtet werden, so Umkehr. Mit Südafrika sei in vier Jahren ein Land WM-Gastgeber, das angesichts seiner geografischen Lage noch viel mehr und viel längere Flüge verursachen werde. Die FIFA solle daher Südafrika umgehend logistische und finanzielle Hilfe zur Erfüllung des Ziels "Klimaneutralität" anbieten.
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