Forschung

Seehofer-Behörde genehmigt Freisetzung von Gen-Weizen

Trotz 30.000 Einwendungen hat das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) die Freisetzung von gentechnisch manipuliertem Weizen in Sachsen-Anhalt genehmigt.

Das Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung in Gatersleben darf in den nächsten beiden Jahren auf rund 1.200 Quadratmetern jeweils 11.200 Pflanzen freisetzen. Sie wurden unter anderem so verändert, dass sie mehr Eiweiß produzieren. Das Versuchsfeld liegt in unmittelbarer Nähe einer Genbank mit Hunderten alter Weizensorten, die zur Erhaltung im Freiland angebaut werden müssen und durch den Gen-Weizen verunreinigt werden können.

30.000 Einwendungen gegen die Zulassung waren beim BVL eingegangen. Die Landwirtschaftsminister Horst Seehofer unterstehende Behörde hat deren Argumente nicht berücksichtigt. Das Amt schreibt, "dass von den Freisetzungsversuchen keine schädlichen Einflüsse auf Menschen und Tiere sowie für die Umwelt zu erwarten sind". Die in der Genehmigung vorgeschriebenen Sicherheitsmaßnahmen seien vorsorglich. Dazu gehört ein Sicherheitsabstand von 120 Metern zu anderen Weizenfeldern und von 500 Metern zu den Vermehrungsflächen der Genbank. Um zu verhindern, dass Nagetiere Gen-Weizenkörner in andere Felder verschleppen, soll das Feld engmaschig eingezäunt werden.

Das BVL hat auch in Groß Lüsewitz bei Rostock in Mecklenburg-Vorpommern für die kommenden zwei Jahre Freilandversuche mit gentechnisch veränderten Pflanzen genehmigt – trotz zahlreicher Einwendungen. Gegner des Anbaus haben sich zur Bürgerinitiative "Rostocker Land – gentechnikfrei" zusammengeschlossen. Ihr Ziel ist es, die Bevölkerung über die Risiken der Agro-Gentechnik zu informieren und eine gentechnikfreie Zone zu gründen.

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