Kampf um Verbote

Polen will keine Gentechnik

Das Verbot des Handels mit gentechnisch verändertem Saatgut in Polen will die EU-Kommission aufheben. Mit einem Trick verhindert Polen dennoch den Anbau von Genfood.

Polen hat den Handel mit gentechnisch verändertem Saatgut per Gesetz verboten. Dagegen hat die EU-Kommission ein rechtliches Vorgehen wegen Vertragsverletzung angekündigt. Das sei aber sehr langwierig, sagte eine Sprecherin der Kommission gegenüber Schrot&Korn. Bis zu einer Entscheidung darf gentechnisch verändertes Saatgut in Polen nicht mehr in das nationale Saatgutregister aufgenommen werden.

Einen anderen Weg, Agrar-Gentechnik in Polen zu verhindern, musste die EU-Kommission genehmigen: 700 Maissorten – darunter auch die 16 genveränderten Sorten – waren von Polen verboten worden, weil sie für die polnischen Klimabedingungen ungeeignet seien. Ein solches Vorgehen ist laut EU-Richtlinie 2002/53 möglich, auch wenn Sorten im gemeinsamen EU-Register für landwirtschaftliche Nutzpflanzensorten enthalten sind und in der gesamten EU vermarktet werden dürfen.

Für gentechnisch veränderte Futtermittel hat Polen von den Herstellern und Importeuren binnen zwei Jahren einen Nachweis der Unbedenklichkeit für die Gesundheit von Mensch und Tier gefordert. Kommt der nicht, droht auch hier ein Verbot. Polen möchte den gentechnikkritischen Verbrauchern Westeuropas weiterhin gentechnikfreie Ware anbieten.

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