Brennpunkt EU-Öko-Verordnung - Interview

Gentechnisch veränderte Organismen bleiben tabu

Alexander Gerber ist Geschäftsführer des Bundes Ökologische Lebensmittelwirtschaft. Der Verband vertritt die Interessen der Bio-Branche gegenüber der Politik.

GerberKönnen sich die Verbraucher auch in Zukunft auf „Bio“ verlassen?

Ja. In der täglichen Praxis der Bio-Betriebe wird sich wenig ändern. Die Produkte bleiben so sicher wie bisher auch. Offen ist im Moment, wie sich die unterschiedlichen Standards für Importe von außerhalb der EU auswirken.

Gilt dies auch für die Gentechnikfreiheit?

Gentechnisch veränderte Organismen bleiben für die Herstellung von Öko-Lebensmittel weiterhin verboten. Die neue Verordnung formuliert dies sogar deutlicher und weitgehender als in der bisherigen Regelung.

Was ist mit Verunreinigungen, die unbeabsichtigt in Bio-Lebensmittel gelangen?

Hier gilt weiterhin das Gleiche wie für konventionelle Lebensmittel: Unbeabsichtigte Verunreinigungen bis zu 0,9 Prozent müssen nicht gekennzeichnet werden. Unsere Erzeuger und Hersteller haben aber weiterhin den Anspruch, dass solche Verunreinigungen erst gar nicht vorkommen.

Wie hat die Bundesregierung die Interessen der Bio-Branche gegenüber der EU vertreten?

Die Zusammenarbeit mit der zuständigen Abteilung im Ministerium hat sehr gut geklappt. Der Bundestag hat unsere Positionen einmütig unterstützt und die Bundesregierung hat sie gegenüber der EU auch deutlich vertreten und einige unserer Forderungen durchsetzen können.

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