Kennzeichnungslücke

Und keiner erfährt, was drin ist

genfoodVor drei Jahren startete Foodwatch ihre „Burgerbewegung“. Erklärtes Ziel: McDonalds dazu bringen, Fleisch von gentechnikfrei gefütterten Rindern einzusetzen. Doch die Fastfood-Kette teilt Kunden bis heute noch nicht einmal mit, dass gentechnisch veränderte Organismen Bestandteil ihrer Burger sind.

„1000 Menüs im Angebot, aber keinen Hamburger ohne Gentechnik“. So greift die Verbraucherorganisation Foodwatch McDonalds an. Hintergrund der Aktion: Die EU hat 2004 die Kennzeichnungsregeln für Genfood verschärft, wonach angeführt werden muss, wenn gentechnisch veränderte Stoffe in Nahrungsmitteln enthalten sind.

Doch ob Tiere, deren Fleisch konsumiert wird, mit Gen-Pflanzen gefüttert wurden, muss Verbrauchern nicht mitgeteilt werden. Ein großer Schwachpunkt des Kennzeichnungsgesetzes, findet Foodwatch. Die Organisation will erreichen, dass McDonalds seine Kunden über Gen-Pflanzen im Futtertrog freiwillig informiert und seinen Lieferanten Fleisch von gentechnikfrei gefütterten Tieren zur Auflage macht. McDonalds gibt an, seine Lieferanten angewiesen zu haben, nach Möglichkeit nur gentechnisch unveränderte Produkte und Zutaten zu verwenden. Bei Hühnerfleisch sei dies gelungen, nicht aber bei Rindfleisch.

„McDonalds stellt sich stur“, kommentiert indes Foodwatch-Sprecherin Barbara Hohl das Vorgehen des Konzerns. Und die Verbraucher erfahren weiterhin nicht, ob die Rinder für die Burger mit Gen-Soja gefüttert wurden.

Genfood im Tierfutter

Doch die Verbraucher haben solche Geheimniskrämerei satt. Die Umweltorganisation Greenpeace übergab Landwirtschaftsminister Horst Seehofer 400.000 Unterschriften. Damit teilen die Unterzeichner mit, dass sie Genfood nicht auf dem Teller wollen und verlangen, auch den Einsatz von Gen-Pflanzen im Tier-futter zu deklarieren. Landwirtschaftsminister Seehofer soll die deutsche Ratspräsidentschaft nutzen, um auf eine Verbesserung der Kennzeichnungsverordnung zu dringen, verlangt Barbara Hohl. (Einen Mitmach-Coupon finden Sie auf Seite 31.) Dabei müsste er sich mit einer starken Lobby anlegen.

Die konventionellen Fleischmäster und Milchviehhalter in Europa verfüttern jedes Jahr 20 Millionen Tonnen Gen-Soja. Lieferanten sind oft große US-Agrarkonzerne wie Cargill oder ADM. „Natürlich hat McDonalds als US-Konzern kein Interesse daran, diesen Unternehmen mit gentechnikfreien Sonderregeln für Deutschland in den Rücken zu fallen“, vermutet Barbara Hohl.

www.burgerbewegung.de

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