Editorial

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

wir haben Grund zu feiern – einen Etappensieg sozusagen. Der Grund: Minister Seehofer hat seinen Gentechnik-Gesetzentwurf nachgebessert: Die geplante Aufweichung der Haftungsregeln hat er zurückgezogen und den Mindestabstand zwischen Genmais-Feldern und Bio-Mais auf 300 Meter erhöht. Das Standortregister bleibt erhalten und weiterhin für jeden einsehbar. Diese Entwicklung war nicht unbedingt absehbar. Der Druck von Bio-Verbänden, Bauern, Umweltorganisationen und allen, die sich für ein strengeres Gentechnikgesetz eingesetzt haben, hat offenbar gewirkt.

Barbara GruberTrotzdem gibt es noch ungeklärte Aspekte. Da ist unter anderem die bestehende Haftungslücke bis 0,9 Prozent Verunreinigung. Wie sollen Bauern entschädigt werden, deren Ernte bereits durch geringere Spuren von Gentechnik unverkäuflich wird? Wir meinen: Gentechnik-Anwender sollen für alle entstehenden Schäden haften. Informationen und weitere Forderungen finden Sie in unserem Dossier „Agro-Gentechnik – Selbst bestimmen, was auf den Tisch kommt“.

Motiviert von diesem Erfolg und der für September erwarteten Abstimmung im Bundestag, wird es in den nächsten Wochen viele Aktionen geben.

Diese möchten wir vernetzen. Wenn Sie auch eine Aktion planen und dafür Unterstützung suchen, können Sie das über www.genfoodneindanke.de/aktionen tun. Machen Sie mit, damit auch die nächste Etappe ein Erfolg wird.

Ihre

Barbara Gruber

Parken für den Hasen

WikiWie „bio“ ist der Bioverlag haben wir uns in der Juli-Ausgabe von Schrot&Korn gefragt. Wir resümierten: „Nicht alles ist ‚öko‘ – aber viel.“ Nun standen wir unlängst vor der Entscheidung, das Verlagsgelände um einen Parkplatz zu erweitern. Statt Asphalt, Pflaster- oder Rasengittersteinen haben wir uns für einen Schotterrasen entschieden. Jetzt freuen wir uns über den gefunden Kompromiss: Wo tagsüber unsere Blechkisten stehen, mümmelt frühmorgens der Feldhase.

Schotterrasen sind nach einer Recherche der Schrot&Korn-Redaktion der beste Kompromiss zwischen einem Parkplatz mit versiegelter Oberfläche und einem Trockenrasen, der verschiedene Tier- und Pflanzenarten beherbergt. Im Übrigen sind Schotterrassen verhältnismäßig kostengünstig anzulegen.

Der Schotterrasen besteht aus einem Gemisch von Kies, Mutterboden und Pflanzensamen. Die Oberfläche wird soweit verdichtet, dass Fahrzeuge darauf gefahren und geparkt werden können. Andererseits lässt die Fläche Wasser einsickern und Pflanzen wachsen.

Ausführliche Informationen finden Sie in einer Diplomarbeit, die an der Fachhochschule Erfurt erstellt wurde: www.schotterrasen.de

Weitere Infos finden sich auch unter: www.simonsen.de/wegedecken

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