special: Bio-Urlaub: Studie
Bio-Kunden reisen anders
Wer im alltäglichen Leben Wert auf Ökologie und Nachhaltigkeit legt, will darauf auch im Urlaub nicht verzichten – belegt eine neue Studie. *
„Bio-Kunden benehmen sich im Urlaub tatsächlich anders“, fasst Ralf Schmidt-Pleschka, Fachbereichsleiter Um-welt bei der Verbraucher Initiative, das zentrale Ergebnis der Untersuchung zusammen. „Sie legen Wert auf höhere Qualität, sind kulturell interessierter und naturnäher. Insgesamt haben sie etwas höhere Ansprüche und sind auch bereit, für deren Erfüllung etwas mehr Geld auszugeben.“ Doch es ist nicht alles Gold, was glänzt: „Der Anspruch ist da, das Verhalten nicht immer so“, schränkt Schmidt-Pleschka ein. Sichtbar wird das beispielsweise bei der Wahl des Verkehrsmittels, um an den Urlaubsort zu gelangen: Etwas mehr als die Hälfte, der mit 252 Teilnehmern zwar nicht repräsentativen, aber aufgrund soziodemografischer Besonderheiten durchaus mit Bio-Käufern vergleichbaren Stichprobe, trat die Reise per Flugzeug an und nicht etwa mit Bahn oder Bus. „Für bewusst Konsumierende ist das Ziel entscheidend“, erklärt Schmidt-Pleschka, „sie wählen ihre Reise bewusster aus und bleiben etwas länger, weil sie häufiger auch weiter reisen.“
Die Leute sind pragmatisch
„Oft führt die Reise dann in Gebiete, die kaum mit dem Zug oder so kostengünstig wie per Flugzeug erreichbar sind.“ Generell zeige sich eine pragmatische und nicht ideologische Herangehensweise bei der Auswahl des Verkehrsmittels: „Wo man einfach mit Bus und Bahn hinkommt, werden diese auch benutzt.“ Noch immer wenig bekannt ist dagegen die Möglichkeit, die Klimabelastung durch Flugreisen mittels Ausgleichszahlungen zu kompensieren.
* Die zitierte Studie wurde von der Verbraucherinitiative und der Fachhochschule Eberswalde lanciert.
Bewusst reisen – alles inklusive?
All-inclusive-Urlaube sind bequem und oft auch günstig. Auch unter ökologischen Gesichtspunkten versprechen sie nach Einschätzung des WWF, der Verbraucher Initiative und des Verkehrsclubs Deutschlands einige Vorteile. Positiv sei, dass große Hotelanlagen in der Regel weniger Platz, Energie und Wasser benötigen als viele kleine Ferienhäuschen. Zudem würden Besucherströme gezielt gelenkt. Umstritten sei dagegen die ökonomische und soziale Wirkung der Angebote. Jeder könne aber selbst beitragen, den Nutzen für die lokale Bevölkerung zu erhöhen, indem er etwa Taxis oder Lokale außerhalb der Urlaubsdomizile nutzt.
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