Bio-Frischware untersucht

Wo Öko drauf steht ...

Das Land Baden-Württemberg hat Agrarprodukte untersuchen lassen. Ergebnis: Konventionelle Produkte sind 40 Mal höher belastet als jene aus Bio-Anbau // Manfred Loosen

„Verbraucher können darauf vertrauen, dass Lebensmittel aus ökologischem Anbau praktisch rückstandsfrei sind.“ Das sagte der baden-württembergische Minister für Ernährung und Ländlichen Raum, Peter Hauk, bei der Vorstellung des sogenannten Öko-Monitorings, das als Gemeinschaftsprojekt der vier Chemischen und Veterinäruntersuchungsämter Baden-Württembergs durchgeführt wurde.

Für diese Bilanz sind insgesamt 4298 Proben von Obst, Gemüse und verarbeiteten Öko-Lebensmitteln aus 34 verschiedenen Herkunftsländern auf Pflanzenschutzmittel-Rückstände, Umwelt-Kontaminanten (wie DDT, Lindan, PCB oder Dioxine), gentechnische Veränderungen, Schimmelpilzgifte oder Tierarzneimittel untersucht worden. Dabei stellten die Untersuchungsergebnisse in allen Bereichen den Produkten aus ökologischer Erzeugung gute Noten aus. Die Masse der in Baden-Württemberg vermarkteten Öko-Ware stamme aus Deutschland, Italien und Spanien. Bei Untersuchungen von 1958 pflanzlichen Lebensmitteln stellte sich heraus, dass etwa 95 Prozent der Stichproben im Handel das Öko-Siegel zu Recht führten. Bei 5,6 Prozent der Öko-Lebensmittel wurden Rückstände von Pflanzenschutzmitteln festgestellt, die auf Grund der Art und Menge der Wirkstoffe auf eine unzulässige Behandlung beziehungsweise eine Vermischung mit konventioneller Ware hinweisen.

Diagramm

Deutsche Ware schneidet gut ab

Differenziere man die Beanstandungen wegen falscher Öko-Kennzeichnung nach Herkunftsländern, zeige der Vergleich sehr gute Ergebnisse für deutsche Öko-Erzeuger von Obst und Gemüse. Bei nur zwei Prozent der Proben wurden Rückstandsgehalte festgestellt, die auf eine

unzulässige Pflanzenschutzmittelanwendung hinweisen, während bei importiertem Obst und Gemüse höhere Beanstandungsquoten festgestellt wurden. Auffällig hohe Beanstandungsquoten wurden bei der Untersuchung von Karotten, Tomaten und Paprika italienischer Herkunft – 12,7 Prozent hatten zu hohe Belastungen – sowie für Zuchtpilze aus den Niederlanden festgestellt. In Italien werde offensichtlich konventionelle Ware vermehrt als Öko-Ware vertrieben. Italienische Bio-Vertreter können sich die Funde nicht erklären. Aber selbst wenn die Zahlen stimmen, ist italienisches Obst und Gemüse noch immer viel sauberer als konventionelles: Hier fand das Ministerium 40 Mal mehr Pestizide als in Bio-Produkten! Deutsche Öko-Karotten waren fast immer rückstandsfrei.

Insgesamt habe sich in den vergangenen Jahren die Rückstandssituation bei Paprika und Tomaten aus ökologischer Erzeugung erkennbar verbessert, heißt es im Ministeriumsbericht. Im Rahmen des Öko-Monitorings wurden außerdem 308 ökologische Lebensmittel, die Soja und Mais enthalten, untersucht. In keinem Produkt waren Anteile an gentechnischen Veränderungen von mehr als 0,1 Prozent nachweisbar. Damit lagen die Gehalte von gentechnisch verändertem Mais und Soja in Öko-Lebensmitteln weit unter dem im Juni EU-weit festgelegten Kennzeichnungsschwellenwert von 0,9 Prozent.

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