Risiko Gentechnik

Genraps macht sich selbstständig

Japanische Wissenschaftler haben wild wachsenden Genraps gefunden. Die Pflanzen stammen von keimfähigem Saatgut ab, das zur Verarbeitung ins Land kam. Auch in der EU ist die Einfuhr von keimfähigen Genraps-Samen zur Verarbeitung erlaubt. // Leo Frühschütz

Japanische Gentechnik-Gegner hatten in 43 der 47 Präfekturen des Landes über 1600 wild wachsende Rapspflanzen geerntet und untersuchen lassen. 37 von ihnen (2,3 Prozent) wiesen manipuliertes Erbgut auf. Raps wird in Japan kaum angebaut, sondern importiert. 80 Prozent der Importe stammen aus Kanada. Der größte Teil davon ist Genraps. Die Proben nahmen die Umweltschützer in der Umgebung von Häfen, Lagerspeichern, Ölmühlen, Futtermittelherstellern und entlang der Transportwege der Rapssamen.

Professor Masaharu Kawata von der Yokkaichi Universität entdeckte bei den Untersuchungen erstmals mehrjährigen Raps. Die Winter in Japan seien wärmer als in Kanada und hätten es dem Raps ermöglicht zu überleben. Die Pflanzen seien zu Büschen herangewachsen und würden ihre genmanipulierten Samen nun Jahr für Jahr ausstreuen, berichtete der Wissenschaftler. Er befürchtet ernste Folgen für die Umwelt. Denn das manipulierte Erbgut könnte auch auf verwandte Arten wie Senf, Rettich und Kohl auskreuzen. Die Gentechnikaktivisten fanden auch eine Rapspflanze, die gegen zwei Herbizide, Roundup von Monsanto und Basta von Bayer, resistent war. Als Züchtung gibt es eine derart veränderte Pflanze nicht, sie muss durch Auskreuzung entstanden sein.

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