Klimawandel

Genmais überwintert

Erstmals in Deutschland haben gentechnisch veränderte Maiskörner auf einem Versuchsfeld überwintert und sind im Frühjahr ausgekeimt. Dieser sogenannte Durchwuchs galt bei Mais bisher als ausgeschlossen.

Maiskörner sind frostempfindlich und sterben deshalb ab, wenn sie über den Winter im Acker bleiben. Der letzte Winter war jedoch so mild, das Maissamen überleben konnten. Dies schafften auch Genmais-Samen auf einem Versuchsfeld des Gentechnikkonzerns Monsanto in Nordrhein-Westfalen.

Dort spross im Frühjahr Genmais, wo eigentlich keiner wachsen sollte. Der für die Überwachung des Versuchs zuständige Mitarbeiter der Bezirksregierung in Arnsberg informierte das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit. Der Öffentlichkeit verschwiegen beide Behörden den Vorfall.

Er kam erst ans Licht, als Benny Härlin von der Initiative Save our Seeds ein Schreiben der Bezirksregierung veröffentlichte, das den Durchwuchs belegt. Darin heißt es, dass die Problematik auch an anderen Genmais-Standorten im gesamten Bundesgebiet von Bedeutung sein könne. „Damit muss ein wichtiger Grundsatz der Risikoabschätzung bei der Verbreitung von gentechnisch verändertem Mais zu den Akten gelegt und die Frage der Koexistenz auf dem Maisacker völlig neu bedacht werden,“ kommentierte Benny Haerlin die Vorgänge. Bisher seien alle Überlegungen davon ausgegangen, dass in unseren Breitengraden keine keimfähigen Maiskörner auf einem Acker verbleiben und sich weiter verbreiten und auskreuzen könnten. lf

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