So arbeitet Die GenMais-Lobby – Interview

„Unsere Helfer machen da nicht mit!“

Dipl. Biologin Elisabeth Kühn, www.tagfaltermonitoring.de

Wie kamen Ihre Daten in den Beobachtungsplan von Monsanto?

Die Nennung erfolgte ohne unser Wissen. Bis heute gab es keinerlei Kontakt zwischen Monsanto und uns. Wir erfuhren ganz zufällig durch einen Hinweis davon, dass wir in diesem Plan erwähnt werden.

Wie reagierten Sie darauf?

Wir sind erst mal aus allen Wolken gefallen und haben bei den anderen von Monsanto erwähnten Monitoring-Netzwerken angefragt. Die waren ebenso überrascht. Anschließend informierten wir unsere ehrenamtlichen Helfer. Die gehen für uns in der Zeit vom 1. April bis zum 30. September einmal wöchentlich eine festgelegte Strecke ab und zählen dann die tagaktiven Falter.

Was haben die Helfer gesagt?

Das sind lauter naturbegeisterte Menschen, die der Gentechnik meist sehr kritisch gegenüberstehen. Die wollen nicht, dass die von ihnen erhobenen Daten von Monsanto benutzt werden, um Genmais hoffähig zu machen. Wir haben viele solcher Rückmeldungen bekommen und werden diese Haltung unserer Ehrenamtlichen gegenüber den Behörden vertreten.

Versteht die Behörde das?

Wir baten im Januar das BVL um Auskunft und teilten dem Bundesamt auch mit, dass die Daten des bestehenden Tagfalter-Monitorings keinerlei Rückschlüsse auf die Auswirkungen von gentechnisch verändertem Mais zulassen. Erst als wir Anfang März den Vorgang öffentlich machten, erhielten wir eine Antwort. Sie ging allerdings auf unsere Argumente nicht ein. ml

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