Spezial: Grüne Geldanlagen - Nachhaltigkeits-Rating
Öko-Check für Konzerne
Experten überprüfen, wie sozial und ökologisch Unternehmen sind. Ihre Ratings sind die Basis vieler Anlageprodukte. Die Ergebnisse überraschen manchmal.
Siemens hat es geschafft. Das korruptionsgebeutelte Unternehmen ist zum achten Mal in den Dow Jones Sustainability Index (DJSI) aufgenommen worden. „In unsere Nachhaltigkeitsbewertung gehen verschiedene Kriterien ein“, erläutert Kim-my Schefer, Sprecherin der Vermögensverwaltungsgesellschaft SAM, auf deren Rating der DJSI basiert. „Entscheidend ist der Gesamtscore.“ Krasses Fehlverhalten wie im Falle Siemens kostet zwar ein paar Punkte, ist aber kein Ausschlussgrund. „Wir haben keinen ethischen Ansatz.“ Bei der Oekom Research AG hat Siemens keine Chance. „Siemens hat sich in den letzten Jahren deutlich verschlechtert“, sagt der Vorstandsvorsitzende Robert Haßler. 22 Analysten nehmen beim bekanntesten deutschen Nachhaltigkeitsprüfer über 1 000 Unternehmen aus aller Welt regelmäßig unter die Lupe.
Wer besticht, fliegt raus
„Bei unserem Bewertungsansatz kann ein Unternehmen schwere Menschenrechtsverletzungen nicht einfach durch Energieeinsparungen ausgleichen“, erläutert Robert Haßler. Bestimmte Geschäftsfelder und -praktiken gelten als K.o.-Kriterien. Wer besticht, fliegt raus.
Die Analysten verlassen sich nicht auf Unternehmensauskünfte, sondern recherchieren ausführlich in Medien und Datenbanken. „Gerade die Informationen von Nichtregierungsorganisationen sind für uns enorm wichtig“, sagt der Oekom-Vorstand. Die Ergebnisse des Ratings werden mehrmals mit dem bewerteten Unternehmen diskutiert. „Ein gegenseitiger Prozess, bei dem beide Seiten dazulernen.“ Jeden Monat bekommen die Oekom-Kunden aktuelle Infos geliefert. Welche Schlüsse sie daraus ziehen, bleibt ihnen überlassen.
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