Schrot&Korn Titel 12/2008 

Spezial: Grüne Geldanlagen - In Bio anlegen

Dünger für den Bioladen

Investments direkt in Biobetriebe sind immer häufiger. Dazu braucht es allerdings viel Vertrauen, denn man beteiligt sich auch hier am Risiko.

„Genussrechte“ heißt ein lecker klingendes Beteiligungsmodell. Mehrere Bioläden und Hersteller haben es für Erweiterungen genutzt oder suchen derzeit Investoren. Genussrechte sind eine Art Anteilsscheine. Das dafür gezahlte Geld verbleibt eine bestimmte Zeit im Betrieb und wird zu einem festen Satz verzinst. Der Betrieb zahlt weniger Zinsen als bei Krediten und das eingezahlte Geld zählt bilanztechnisch als Eigenkapital. Das verbessert das Ansehen bei den Banken. Die Anleger bekommen mehr Geld, tragen aber auch mehr Risiko. Geht der Betrieb pleite, ist der Anteil futsch. Ein vergleichbares Risiko übernehmen auch Kunden, die ihrem Stammladen privat Geld leihen. So manches kleine Naturkostgeschäft hat damit seinen Ausbau finanziert. Allerdings ist der Umfang solcher Privatkredite inzwischen gesetzlich begrenzt.

Ein Girokonto, das Bioläden hilft

Ein besonderes Modell ist die Bürgengemeinschaft der GLS Bank. Mehrere Menschen bürgen für den Kredit an einen Kleinbetrieb, der ansonsten mangels Sicherheiten kein Bankgeld bekommen würde. Das persönliche Risiko bleibt mit höchs- tens 3 000 Euro je Bürge überschaubar. Bei der GLS Bank kann man auch festlegen, dass mit dem Geld vom Girokonto gezielt Biobauernhöfe oder Bioläden finanziert werden. Einige Dutzend großer Bio-höfe werden von Vereinen oder Genossenschaften betrieben, an denen man sich beteiligen kann. Auch gibt es immer wieder kleine Biofirmen oder Läden, die Gesellschafter oder Geschäftspartner benötigen. All diese Angebote muss man gezielt suchen. Einfacher wäre es, an der Börse Bioaktien zu ordern, doch die sind Mangelware. In Deutschland ist mit der KTG Agrar AG letztes Jahr ein großer Anbauer von Biogetreide an die Börse gegangen. Einige amerikanische Firmen wie Whole Foods Market, Hain Celestial oder Sun Opta sind börsennotiert, ebenso die niederländische Wessanen BV. Wer Aktien von Hain Celestial kauft, wird zum Mitbesitzer von Lima und Natumi. Wessanen-Aktionäre haben Anteil an Allos, De Rit und Molenaartje.

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