Begegnen - Hintergrund - Naturland
Keine Schwarz-Weiß-Malerei
Ralf Alsfeld, Verbraucher-Ansprechpartner beim Anbauverband Naturland, bezeichnet sich selbst als großen Zusatzstoffgegner. Für die Verbraucherzentrale Hamburg hat er den Ratgeber „Was bedeuten die E-Nummern?“ geschrieben. Den von Naturland, Biokreis und Biopark erlaubten eingeschränkten Einsatz von Nitritpökelsalz hält Alsfeld jedoch für vertretbar. Als einen Grund nennt er die höhere mikrobiologische Sicherheit.
Ralf Alsfeld: „Es ist sinnvoll, beides anzubieten. Dann kann der Kunde entscheiden.“
Mindestens ebenso wichtig sind dem Naturland-Mitarbeiter die Wünsche der Verbraucher. „Viele Neukunden erwarten von Biowurst die Färbung, die sie von konventionellen Produkten gewöhnt sind.“ Bei bestimmten Produkten wie Kassler oder Kochschinken komme auch noch der typische Pökelgeschmack hinzu. Mit einem strikten Verbot von Nitritpökelsalz würde man diese Kunden gar nicht erst erreichen.
„Deshalb ist es sinnvoll, beides nebeneinander anzubieten. Dann kann der Kunde vergleichen und sich entscheiden.“ Grundlage dafür sei eine klare Deklaration. Deshalb müssen die Verbandsverarbeiter die Verwendung von Nitritpökelsalz deutlich kennzeichnen. Dass Biometzger immer häufiger Nitritpökelsalz durch nitratreiche Gemüseextrakte ersetzen, sieht Alsfeld positiv.
Kein Verständnis hat er, wenn solche Produkte groß als „frei von Nitritpökelsalz“ beworben werden. Denn die chemische Reaktion in der Wurst bleibt die gleiche. Setzen Naturland-Metzger Gemüseextrakte ein, müssen sie diese deshalb als „Umrötehilfe“ deklarieren. Damit der Kunde weiß, was diese Zutat in der Wurst bewirkt.
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