Wohlfühlen Warenkunde - Deos
Der Nase nach
Der Schweiß rinnt in Strömen. Herrlich - in der Sauna. Ansonsten sind die meisten bemüht, Körpergeruch zu kaschieren. Deos und Deokristalle aus dem Bioladen helfen dabei. // Astrid Wahrenberg

Frischer Schweiss riecht nach nichts. Erst wenn sich Bakterien darüberhermachen, entstehen unliebsame Düfte. Waschen mit Wasser und Seife ist die wichtigste Maßnahme dagegen. Gegen alten Schweißgeruch kommt nämlich auch das beste Deo nicht an. Gut 70 Prozent der Männer und etwa 80 Prozent der Frauen benutzen täglich ein Deodorant. Es gibt die Produkte als Stift, Roller, Lotion, Puder, Aerosol- und Pumpspray. Naturkosmetische Deos unterscheiden sich durch die Inhaltsstoffe beziehungsweise durch Substanzen, die nicht enthalten sind.
Das sind neben chemisch-synthetischen Konservierungsstoffen, hautreizenden chemisch-synthetischen Emulgatoren und Duftstoffen auch Aluminiumsalze (Aluminium Chlorohydrate). Diese Substanz der konventionellen Kosmetik steckt insbesondere in jenen Mitteln, die eine 24-Stunden-Wirkung versprechen. Aluminiumsalze ziehen die Haut zusammen. So verstopfen sie die Ausgänge der Schweißdrüsen, was verhindert, dass der Schweiß abfließt.
Nebenwirkung: Hautknötchen
Mögliche Nebenwirkung von Aluminiumsalzen sind entzündliche Hautreaktionen und Knötchenbildung in der Haut. Im Internet kursiert auch der Verdacht, die Salze könnten Krebs auslösen, was allerdings keine seriöse Institution bestätigt. Einen möglichen Zusammenhang mit Brustkrebs sieht die Biologin Philippa Darbre von der Universität in Reading bei Verwendung von Deodorants, die das Konservierungsmittel Paraben enthalten.
Konventionelle Deos ohne Aluminiumsalze setzen auf Geruchsbekämpfung. Dafür zuständig ist unter anderem etwa Parfüm, teilweise aber auch der Bakterienkiller Triclosan oder das Desinfektionsmittel Irgasan. Sie bekämpfen Bakterien, die Schweiß zersetzen - bringen aber auch die natürliche Hautflora empfindlich durcheinander. Naturkosmetikhersteller setzen sanftere Mittel ein. Zum Beispiel ätherische Öle und Pflanzenauszüge mit antibakteriellem Potenzial, etwa Salbei, Hopfen, Neem, Thymian und Rosmarin.
Als Deowirkstoff beliebt ist auch Farnesol, das ebenfalls Bakterien bekämpft und damit Gerüche gar nicht erst entstehen lässt. Es wird aus den Ölen von Lindenblüten, Rosen oder Jasmin gewonnen. Gegen Schweißgeruch wirken auch Zitronensäureester (Triethyl Citrate), eine Verbindung aus pflanzlichem Alkohol und natürlicher Zitronensäure. Alle diese Wirkstoffe beeinträchtigen die Tätigkeit der Schweißdrüsen nicht.
Mit Alkohol, aber ...
Alkohol gehört auch in der Naturkosmetik oftmals zur Rezeptur. Er wirkt gegen Bakterien, reizt leider aber auch sensible Haut. Deshalb geben die Hersteller solchen Produkten eine Reihe von hautpflegenden Substanzen wie Jojobaöl, Rosenöl, Kamille- oder Grüner-Tee-Extrakt oder Aloe-vera-Gel zu. Heilpflanzenauszüge, etwa von Zaubernuss, Myrte oder Calendula, sollen beruhigend auf die Haut wirken.
Für sensible Haut gibt es auch eine Auswahl naturkosmetischer Deodorants ohne Alkohol. Sie wirken reizfrei und binden Gerüche mit mineralischen Substanzen wie Zink-Ricinoleate. Besonders hautfreundlich sind alkoholfreie Deoroller, die aus einer cremigen Öl-in-Wasser-Emulsion bestehen. Ein anderes Wirkprinzip verfolgen sogenannte Deokristalle, die es in fester und flüssiger Form gibt. Anders als das in herkömmlichen Deos verwendete synthetische Aluminiumchlorhydrat, das die Poren verstopft, dringt der Wirkstoff aus den Deokristallen nicht in die Haut.
Die Hersteller versichern, dass er ausschließlich auf der Oberfläche wirkt, indem kleine Kristalldepots gebildet werden, die die geruchsbildenden Bakterien hemmen. Rohstoffe für die Herstellung dieser Produkte sind mineralische Gesteine.Wirksamer Bestandteil darin sind Kalium- oder Aluminiumalaun. Die festen Kristallsteine sind frei von Duft- und sonstigen Begleitstoffen.
In den flüssigen Kristalldeoprodukten sind meist noch hautpflegende Substanzen wie Aloe vera und Pflanzenauszüge enthalten. Deokristalle wirken nach Herstellerangaben zuverlässig und lange - eventuell aber nicht bei jedem Hauttyp, wie verschiedene Forumeinträge im Internet bestätigen. Die Hersteller betonen hingegen auch die gute Hautverträglichkeit, die dermatologisch getestet ist, und empfehlen diese Produkte besonders Menschen, deren Haut allergisch reagiert. Letztlich sollte es wohl aber auch hier heißen: Auf den Versuch kommt es an.
Sympathiefaktor Duft
Amerikanische Psychologen ließen Testpersonen an Düften schnuppern und legten ihnen Fotos von Menschen vor. Ging die Betrachtung mit einem angenehmen Dufterlebnis einher, empfanden die Probanden die Abgebildeten als eher sympathisch.
Übers Schwitzen
Schwitzen ist lebensnotwendig. Es schützt den Körper durch die auf der Haut entstehende Verdunstungskälte vor Überhitzung.
- Etwa zwei Millionen Schweißdrüsen, die über den ganzen Körper verteilt sind, sondern täglich rund ein bis zwei Liter Schweiß ab.
- Nach naturheilkundlicher Ansicht scheidet der Körper mit dem Schweiß auch Giftstoffe und Schlacken aus. Schulmedizinisch ist das nicht belegt. Ärzte bescheinigen nur Leber, Nieren und Darm eine entgiftende Funktion.
- Zweifelsfrei wirkt sich die Ernährung auf Schweißentwicklung und Duft aus. Chili, Kaffee, Tee oder Alkohol regen die Schweißproduktion an. Knoblauch, Zwiebeln und Curry verändern den Körpergeruch.
- Männerschweiß riecht generell anders als Frauenschweiß. Das liegt an geschlechterspezifischen Bakterien auf der Haut sowie am Sexualhormon Testosteron. Dessen Abbauprodukte werden mit dem Schweiß ausgeschieden. Sie können scharf und stechend riechen.
- Kinderschweiß riecht normalerweise noch nicht. Unter anderem, weil sich die Bakterienflora der Haut anders zusammensetzt. Erst in der Pubertät fängt es an zu müffeln.
Düfte für Sie und Ihn
Duftstoffe sind bis heute ein wichtiger Bestandteil in Deos. In naturkosmetischen Produkten wirken vor allem ätherische Pflanzenöle und Mischungen daraus. Deos für Frauen riechen meist blumiger. Beliebt sind etwa Rosenöle, Rosenwasser sowie frische Zitrus- und Orangendüfte, Sanddorn, Kokos- und Vanillearomen. In den Kompositionen für Männer stecken bevorzugt herb-frische Noten, etwa von Sandelholz, Salbei, Nelke, Eisenkraut, Speikpflanze, Minze und Limetten. Wem was angenehm ist, kann aber nur durch Ausprobieren herausgefunden werden. Düfte sind eben auch Geschmackssache.
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Schwitzen ist lebensnotwendig. Es schützt den Körper durch die auf der Haut entstehende Verdunstungskälte vor Überhitzung.