Schrot&Korn Titel 9/2009 

Jubiläumspanorama

Schrot&Korn gratuliert!

Anfangs wurden sie belächelt, ausgebremst oder angefeindet – doch in diesem Jahr haben viele Bio-Pioniere der Siebziger Grund zum Feiern. Wir sagen „Herzlichen Glückwunsch“ – und freuen uns schon auf unseren Geburtstag im kommenden Jahr! // Sabine Kumm

Allos: 35 Jahre

Ausstieg ins „süße Leben“

Team von Allos

Unternehmer wurde Allos-Gründer Walter Lang, weil er „etwas unternehmen“ wollte. 1974 gab der junge Chemiker seinen Job auf und zog aufs Land, um seine eigenen Lebensmittel anzubauen. Zusätzlich sorgte der begeisterte Imker auch noch für die Belieferung der ersten Bioläden mit französischem Honig und Lavendelöl.

Neben Honig wurden Fruchtschnitten zu einem der ers-ten Produkte aus eigener Herstellung. Walter Lang drehte dafür Nüsse und Trockenfrüchte durch einen Fleischwolf, schnitt und verpackte sie bis spät in die Nacht hinein. Zuckerfreie Fruchtaufstriche und Honiggebäck folgten. 1983 wurde der erste Honig biozertifiziert. Wenig später entdeckte er auf einer Mexikoreise den Amaranth, das „Korn der Inkas“.

Aufgepoppt schmeckten die nussigen kleinen Körnchen besonders gut in Gebäck, Müsli und Knusperriegeln. Über die Jahre entstanden weitere Anbauten an den Allos-Hof, neue Produkte wie Brotaufstriche kamen hinzu. Mittlerweile ist Allos vom Selbstversorgerprojekt zu einem mittelständischen Unternehmen geworden, dessen 130 Mitarbeiter die Pionierarbeit des inzwischen ausgeschiedenen Walter Lang mit Überzeugung und Engangement weiterführen.

 

Zwergenwiese: 30 Jahre

Zum Dahinschmelzen

Susanne Schöning

In der Landkommune Zwergenwiese auf der Schwäbischen Alb fing alles an. Einfach zum Dahinschmelzen fanden Susanne Schönings damalige Mitbewohner ihre selbst kreierten vegetarischen Brotaufstriche. Der erste „Geniestreich“ der damals Zwanzigjährigen, aus Palmfett, Zwiebeln und Äpfeln, wurde schnell zum Selbstläufer.

Denn auch außerhalb der Zwergenwiese fanden sich so viele Interessenten, dass der Bedarf in Heimarbeit nicht mehr zu decken war. Die Aussteigerin wurde – fast wider Willen – zur erfolgreichen Unternehmerin.

Schon längst ist sie von der Alb in ihre alte Heimat Schleswig-Holstein zurückgekehrt, wo die „Zwerge“ kräftig gewachsen sind. Seit 1996 residieren sie im eigenen modernen Firmenkomplex in Silberstedt. Neben dem reichen Sortiment der herzhaften Brotaufstriche gehören nun auch Senf, Fertigsoßen und Fruchtaufstriche zur Familie. An die 70 Produkte aus 250 verschiedenen Rohstoffen werden hier hergestellt. Täglich sorgen über 50 Mitarbeiter dafür, dass 60 - 80 000 Gläser über die Förderbänder wandern.

 

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