Wohlfühlen - Interview
„Ein Saunabad bedeutet einen Ausstieg aus dem Alltag“
Dr. med. Ursula Schröder-Höch ist Allgemeinmedizinerin in Hamburg. Sie engagiert sich besonders für Prävention – und gönnte sich vor acht Jahren eine eigene Sauna.
Was ist für Sie das Beste am Saunabaden?
Es bedeutet einen Ausstieg aus dem Alltag und eine enorme körperliche Entspannung. Dazu tragen die Wärme und der besondere Raum bei: In der Sauna ist man weder telefonisch noch auf anderen Wegen erreichbar. Man muss keine Haltung bewahren, sondern darf sich auch einmal „körperlich fühlen“, einfach so daliegen, schwitzen und nichts tun. Danach geht man in die frische Luft, atmet durch, spürt den Regen oder den Schnee, in jedem Fall den Temperaturkontrast. Ich gehe oft barfuß durchs Gras und tauche ins Brack, einen kleinen Weiher in der Nähe unseres Hauses.
Was bewirkt das Saunieren?
Nach dem Sport tut es gut, weil Saunieren den Stoffwechsel beschleunigt. Milchsäure wird besser abgebaut, was die Erholung fördert. Regelmäßiges Saunabaden härtet durch den Temperaturwechsel ab und stimuliert die Immunabwehr, man ist weniger anfällig für Infektionen und Erkältungskrankheiten. Ob es müde macht oder belebt, hängt wiederum von der Intensität ab. Eine einzige Saunarunde macht mich wach und entspannt, gehe ich mehrfach hinein, werde ich sehr müde. Das ist aber individuell unterschiedlich und muss ausprobiert werden. Nach dem Sport reicht meist ein Saunagang.
Saunieren tut gut und kann heilsam sein – meis-tens. Wer darf nicht in die Sauna?
Bei akuten Infektionen wie Erkältungen und Grippe darf man nicht in die Sauna. Die Temperaturreize belasten den Körper zusätzlich und können den Krankheitsverlauf verstärken. Auch bei akuten Entzündungen, frischen Verstauchungen und offenen Wunden sollte man nicht saunieren, genau wie bei nässenden Hautkrankheiten. Bei Herzkrankheiten oder Herzleistungsschwächen sollte man sich immer mit dem behandelnden Arzt beraten, bei Kreislauferkrankungen zumindest sehr überlegt und mit Zeit abkühlen: also erst durch die Luft gehen und dann von unten nach oben abduschen. Bei chronischer Bronchitis kann Saunabaden indes heilsam sein, am besten ist dann eine Softsauna oder ein Dampfbad: Die feuchtere Luft ist für die Atemwege besser. Während einer Schwangerschaft ist maßvolles Saunen ebenfalls ungefährlich, es soll sogar eine kürzere und leichtere Geburt fördern.
Wie oft kann man saunieren?
Etwa zwei bis drei Mal die Woche, wenn die Möglichkeit dazu besteht. Natürlich muss man sich dafür Zeit nehmen können, sonst macht es keinen Sinn. Aber auch ein Mal die Woche ist sehr gut und bringt schon spürbare Effekte.
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