Zurechtgerückt

Antworten auf Halbwahrheiten über Öko-Landbau und Bio-Lebensmittel

In letzter Zeit kursieren auch in verschiedenen Medien Behauptungen über Ökolandbau und Biolebensmittel, die halbwahr, verdreht oder schlichtweg falsch sind. Quelle dieser seit Jahren immer wieder auftauchenden Vorwürfe sind meist die Autoren Michael Miersch und Dirk Maxeiner sowie der Lebensmittelchemiker Udo Pollmer. Gegenstimmen finden in den Berichten meist kein Gehör. Wir haben deshalb den wichtigsten Behauptungen dieser „Bio-Kritiker“ die Fakten gegenübergestellt.

Hier finden Sie detaillierte Antworten zu den häufigsten Behauptungen von Miersch & Co

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"Bio ist nicht gesünder"

 „Bis heute gibt es keine wissenschaftlichen Beweise dafür, dass Bioprodukte gesünder seien. Der Ruf ist Gefühlssache ohne Faktenbasis.“ (Miersch in Cicero 7/2008)

Die erste Hälfte der Aussage stimmt. Ein solcher „harter wissenschaftlicher Beweis wäre auch schwer zu erbringen“, gibt Miersch selbst zu. Denn dazu müsste man über Jahrzehnte hinweg eine möglichst große Gruppe 100-prozentiger Bio-Esser mit einer Gruppe vergleichen, die sich konventionell ernährt. Die Teilnehmer beider Gruppen müssten zudem ein Leben lang ihrer Ernährung treu bleiben. Eine solche Studie wird es wohl nie geben.

Anders als Miersch behauptet, gibt es sehr wohl eine Faktenbasis (also Indizien), die darauf hinweisen, dass Bioprodukte gesünder sind. In Hunderten von Forschungsarbeiten wurden ökologische und konventionelle Lebensmittel verglichen. Es gibt über ein Dutzend Meta-Analysen, die diese Arbeiten ausgewertet und zusammengefasst haben.

Das Ergebnis:

  • Pflanzliche Bioprodukte enthalten deutlich weniger Pestizide und Nitrate. Sie sind, was Schimmelgifte und Krankheitserreger angeht, ebenso sicher wie konventionelle Produkte. Sie weisen höhere Gehalte an gesundheitsfördernden sekundären Pflanzeninhaltsstoffen auf und tendenziell auch höhere Mengen an Vitamin C. Zahlreiche dieser Arbeiten stammen aus dem europäischen Forschungsprogramm QLIF. So enthielten zum Beispiel in einer Studie aus Polen Bio-Äpfel doppelt so viele Flavonoide und 80 Prozent mehr Vitamin C als konventionelle.
  • Eine Untersuchung aus 2007 mit Tausenden von Milchproben aus fünf europäischen Regionen (ebenfalls im Rahmen von QLIF) ergab: Biomilch enthält 15 bis 80 Prozent mehr fettlösliche Vitamine A und E sowie 40 bis 90 Prozent mehr an mehrfach ungesättigten Fettsäuren wie Omega 3-Fettsäuren und konjugierte Linolsäure (CLA). Womöglich liegt es daran, dass Kleinkinder, die Biomilch statt konventioneller trinken, seltener an allergischen Hauterkrankungen leiden. Zur Originalveröffentlichung.
  • Es gibt einige Fütterungsversuche bei Tieren, die zeigen, dass Ökofutter bestimmte Parameter des Immunsystems positiv beeinflusst. Eine entsprechende Studie mit Menschen ist derzeit in Arbeit. Die Auswirkung von Biolebensmitteln auf Menschen hat auch der Anbauverband Demeter in seiner Klosterstudie erforscht.
  • Mit sogenannten bildschaffenden Methoden lassen sich (wissenschaftlich reproduzierbar) Lebensmittelproben nach ihren Anbaumethoden unterscheiden. Strittig ist die Interpretation, dass diese Unterschiede auf eine höhere Vitalqualität der Öko-Produkte zurückzuführen sind. Ausführlich beschrieben sind diese Methoden hier. Mit führend in der Forschung ist in diesem Bereich die Universität Kassel.
  • Für die Herstellung von Biolebensmitteln sind nach EU-Öko-Verordnung nur ein Zehntel der in konventionellen Produkten erlaubten Zusatzstoffe zugelassen. Die Richtlinien der Bio-Verbände beschränken deren Einsatz noch stärker. Der Verzicht auf Farbstoffe, Konservierungsstoffe, Geschmacksverstärker und viele andere problematische Zusätze verringert das Risiko von Unverträglichkeiten wie Pseudoallergien. Zusätzlich bietet die Volldeklaration von Bio-Verbandsware Allergikern mehr Sicherheit bei der Auswahl.

Weitere Infos:

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