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Krankenkassen & Naturmedizin

Heilpraktiker kostet extra

Vergleichen lohnt sich: Die Beiträge einer privaten Zusatzversicherung für den Besuch beim Heilpraktiker schwanken zwischen 8 und 75 Euro. //Leo Frühschütz

Interessant sind solche Abschlüsse für Mitglieder einer gesetzlichen Krankenkasse, die öfter zu einem Heilpraktiker gehen. Denn dessen Kosten darf die gesetzliche Kasse nicht übernehmen, wohl aber eine private Krankenversicherung (PKV). Die meisten PKV bieten deshalb eine Zusatzversicherung an, die die Behandlung beim Heilpraktiker erstattet.

Die unterschiedlichen Beiträge sind nicht nur auf unterschiedliche Kalkulationen der Kassen, sondern vor allem auf den Umfang der Leistungen zurückzuführen. Hierbei geht es einerseits um die erstattungsfähigen Therapierichtungen, andererseits um die Höhe der Honorare, die die Versicherer akzeptieren. Eine Zusatzversicherung sollte sämtliche Leistungen übernehmen, die im so genannten Hufeland-Verzeichnis aufgeführt sind. Dieses Verzeichnis enthält alle naturheilkundlichen Diagnostik- und Therapieverfahren, die theoretisch erklärbar und praktisch bewährt sind: von der Akupunktur über Kinesiologie bis zur Traditionellen Chinesischen Medizin.

Gebühren nicht verbindlich

Herausgegeben wird das Verzeichnis von der Hufelandgesellschaft für Gesamtmedizin e.V., der alle namhaften Ärztegesellschaften für Naturheilverfahren angehören. Zu den wenigen Therapien, die hier nicht aufgeführt sind, gehören Bioresonanz- und Bachblütentherapie. Sie werden deshalb auch von der privaten Krankenkassen meist nicht erstattet.

Was die Honorarfrage angeht, so haben auch Heilpraktiker eine Gebührenordnung. Sie ist allerdings, anders als die Gebührenordnung der Ärzte, rechtlich nicht verbindlich. Eine Zusatzversicherung sollte alle Leistungen übernehmen, die in dieser Gebührenordnung enthalten sind – bis zu den jeweiligen Höchstsätzen.

Bei einer privaten Zusatzversicherung geht es meist nicht nur um den Heilpraktiker, sondern um Zahnersatz, Krankenhaus, Brille und vieles mehr. Aus dem großen Angebot entsprechender Tarife lässt sich ein individuelles Paket schnüren. Besteht bereits eine Zusatzversicherung, etwa für Zahnersatz, so ist es meist ohne Probleme möglich, in ein Tarifmodell zu wechseln, das zusätzlich den Heilpraktiker berücksichtigt.

So wird abgerechnet

Grundsätzlich gilt: Das Honorar wird zwischen Heilpraktiker und Patient frei vereinbart. Oft sprechen die beiden jedoch gar nicht über Geld. In diesen Fällen, so die Patientenberatung der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein, gilt die übliche Vergütung, wie sie mit Mindest- und Höchstsätzen im Gebührenverzeichnis für Heilpraktiker (GebüH) festgelegt ist. Die Verbraucherschützer empfehlen, das Thema anzusprechen und sich schriftlich versichern zu lassen, dass die GebüH angewandt wird. Bei längeren Behandlungen sollte der Patient zusätzlich einen schriftlichen Kostenvoranschlag einholen.

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