Und wo kaufen Sie Bio? (Schrot&Korn 4/2010)

201015Mrz

Schrot&Korn 4/2010

Barbara Gruber

Barbara Gruber

Liebe Leserin, lieber Leser,
Bio gibt es mittlerweile an fast allen Ecken. Bei Aldi, Edeka und manchmal sogar beim Gemüsehändler von nebenan. Für mich ist der Fachhandel allerdings nach wie vor 1. Wahl. Und das hat gute Gründe: Im Bio-Laden muss ich „Bio“ nicht suchen, ich kann einfach zugreifen. Wenn ich Fragen habe, bekomme ich kompetente Auskunft. Bei vielen Produkten finde ich eine Auswahl, die es so nur im Fachhandel gibt. Und, ganz wichtig: Nur im Bio-Laden gibt es die Lieblings-Sojawürstchen meiner Kinder. Einzig die Öffnungszeiten, die entsprechen nicht immer meinen Einkaufsgewohnheiten.

Jetzt würde mich interessieren, ob das Bio-Angebot im Lebensmittel­einzelhandel und im Discounter Ihr Einkaufsverhalten verändert hat. Dass Sie auch im Bio-Laden einkaufen ist klar, sonst würden Sie jetzt nicht die Schrot&Korn lesen. Doch kaufen Sie, seit es Bio vermehrt bei Edeka und Aldi gibt, seltener im Bio-Laden? Oder sind Sie über den konventionellen Handel zu Bio gekommen und haben so Ihren Weg in den Bio-Laden gefunden?

Bei der Gala wurde erstmals die Schrot&Korn- Ähre überreicht.

Bei der Gala wurde erstmals die Schrot&Korn- Ähre überreicht.

Schreiben Sie mir, gerne per E-Mail, Post oder im Internet unter www.schrotundkorn.de/editorial. Dort können Sie sich auch gleich mit anderen Leserinnen und Lesern austauschen.

Ihre Barbara Gruber

Die besten Bio-Läden 2010

Bei unserer diesjährigen Preisverleihung „Die besten Bio-Läden 2010“ bekamen die vier Gesamtsieger neben ihrer Urkunde erstmals auch die Schrot&Korn-Ähre überreicht. Dazu gab es Glückwünsche von Marion Kracht. Die Schauspielerin und Bio-Laden-Kundin zeigte sich in ihrer Ansprache begeistert von Bio-Läden und deren Engagement gegen Gentechnik.

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Die Schauspielerin Marion Kracht (li) und Barbara Gruber (re), verantwortliche Redakteurin von Schrot&Korn, gratulieren den Gesamtsiegern.

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Dieser Beitrag wurde vor am Montag, 15. März 2010 um 14:06 Uhr veröffentlicht und unter Editorial, Ernährung & Naturkost gespeichert. Sie können Kommentare zu diesem Eintrag über den RSS-2.0-Feed verfolgen. Sie können einen Kommentar hinterlassen oder einen Trackback von Ihrer Website hierher setzen.

20 Kommentare zu „Und wo kaufen Sie Bio? (Schrot&Korn 4/2010)“

  1. Patty sagt:

    Hallo,

    in Österreich haben wir das Glück eine vertrauensvolle Biomarke im Supermarkt zu haben.
    Weit und breit in meiner Umgebung befindet sich kein Bioladen oder Biosupermarkt zu dem ich eben mal fahren könnte. Und 40 min mit dem Auto hinfahren bis zum nächsten ist nicht sinnvoll für die Umwelt. Der Bioladen den ich ein paar mal besucht habe sieht mich nicht wieder. Die Bedienung war ungepflegt, unfreundlich, überheblich und schnippisch außerdem waren die Preise verbrecherisch und die Auswahl nicht so ansprechend. Wie sollte sich da eine Großfamilie mit Bioprodukten versorgen, würd sich ja nie ausgehen denke ich mir. Und Bioprodukte sollten nicht einem kleinen Kreis der oberen Mittelschicht und drüber vorbehalten sein.

    @Daniela Hillebrecht:
    War auch anfangs skeptisch aber dann stieß ich auf Zurück zum Ursprung und der Aussage man könnte durch das Eintippen des jeweiligen Chargencodes des Produktes herausfinden woher es kommt. Ausprobiert und sofort begeistert. Ich fand nicht nur die Region aus der Meine Milch kam sondern auch gleich die Bauernfamilie die die Kühe halten. Mein Essen bekam somit ein Gesicht, wer kann behaupten er weiß heute woher sein Essen stammt? Wenn dus nicht glauben kannst oder es wer ausprobieren will: http://m.zurueckzumursprung.at/ ist super fürs Handy und man kann es direkt im Supermarkt ausprobieren. Wems nicht peinlich ist, der kann auch den Laptop vorm Regal auspacken.

    Ich will einen Apfel der nach Apfel riecht und schmeckt, der muss nicht schön sein. Darum kaufe ich gerne BIO denn das schmeckt mir einfach besser. Angefangen von der Milch bis zum Brot, vom Gemüse und Obst will ich gar nicht reden, sehr lecker aber eben saisonal weil regional. Im Winter kann ich halt keine Erdbeeren kaufen dafür im Sommer süße und saftige aus der Umgebung.

    Das sind nur ein paar Gründe warum ich die Hofer Biomarke Zurück zum Ursprung bevorzuge. Auch im Hinblick auf weniger Co2, der guten Behandlung der Tiere und die faire Bezahlung der Bauern. So kann ich gut essen und brauch kein schlechtes Gewissen haben.

    Servus Patty

  2. Heidi sagt:

    Grüß Euch/Sie,

    sind es nun schon 20 Jahre, dass ich hier in München Bio kaufe? Im kleinen “Lebasha” auch schon weniges ein paar Jahre vorher. Erinnerungen an doch im Nachhinein als muffige Lädchen, sogar der “Auryn” der späten frühen 200er Jahre hatte noch dieses alte Bioladen-Flair, doch doch – ich kann mich auch darüber freuen, als alte Nostalgikerin. Verwöhnt sind wir nun mit diesen schönen hellen Bio-Supermärkten, wo sie AUCH freundlich sind und hoffentlich geschult, auch die jungen Hühner und Hähne, die da sitzen und Azubis sind… wehe, wenn sie nicht hinter Bio stünden!
    Derzeit kaufe ich weiterhin etwa 50% meines (und Sohnes) Bedarfes in den Bio-Läden/Märkten, wobei ich mich auf Aktionen stürze und besonders auf reduzierte Ware wg. ablaufender MHD. Weitere 20, 25% schätze ich kaufe ich in Reformhäusern (auch hier auf rote Bapperl achtend) oder Discountern, oder Bauernmärkten, der Rest ist Billig- oder Normalware, non-Bio. Genau: Immer ist da ein Zweifel, sobald ich diese Mengen an Biolebensmitteln in den Discountern und auch in den Bioläden sehe! Ein nagender, unguter Zweifel, trotz des weiß-grünen Logos oä. Am sichersten bin ich mir bei demeter, naturland, bioland und ein paar weitere mehr. Dafür brauche ich aber weiterhin offene Augen und Ohren und was weiß ich an Kritikfähigkeit. Grüße! Heidi

  3. Peter Prümm sagt:

    Liebe Frau Gruber!
    Ich bevorzuge Naturkost aus dem Bio-Laden,auch wenn ich jetzt als Frührentner nur noch 200 € im Monat habe und das meiste im Tafelladen kaufe ist immer mal wieder der Bioladen für bestimmte Dinge (Soja Sauce, Miso, Rohkost, Obst, Getreide) meine Einkaufsadresse.Früher habe ich manche Dinge auch direkt beim Bauern eingekauft (z.b. frisch gemolkene Milch) und noch heute kommt mein Lieblingsbrot von dem Bio-Bäckerkolektiv das auch auf dem Wochenmarkt einen Stand hat und so lese ich auch regelmäßig
    und gerne euer gutes Schrot & Korn. Es ist mir auch immer noch wichtig ein bischen auf dem laufenden zu sein. Danke für diese nette Möglichkeit meine Meinung zu äußern. Alles Gute Peter

  4. Hallo miteinander,

    was mich für Bioeinkäufe (fast) immer ausschließlich in den Naturkostladen führt, ist die schöne, ruhige, kreative Atmosphäre vieler Läden. Einkaufen ist hier für mich nicht Stress und etwas was eben nunmal zum notwendigen Support gehört, sondern Muse, Seele baumeln lassen, Inspiration, Auftanken…

    Herzliche Grüße

    Angelika Heinrich
    Praxis für Coaching und Psychotherapie / Tübingen

  5. Helga Lohr sagt:

    Hallo,
    ich bin eigentlich kein überzeugter “Biokonsument”. Zu unserem Bioladen bin ich gekommen, weil ich auf der Suche nach ganz bestimmten Lebensmitteln war. So schnöde einfache Sachen wie Molke pur oder ein Brot nur aus Roggen und Sauerteig gibts eben nicht mehr beim Discounter. Da ist immer noch irgendwelcher Zusatz dirn, den ich nicht mag. Und auch Tante Emma hat sowas auch nicht im Angebot. Die letzte Alternative war eben der neu eröffnete Bioladen. Und siehe da- hier wird dir geholfen. Mein Roggenbrot kaufe ich nun wöchentlich dort und auch meine pure Molke wurde extra für mich bestellt. Hat inzwischen auch andere Liebhaber gefunden. Ja, und wenn ich dann schon mal in dem Laden bin, kauf ich dann auch noch andere Sachen, die mich anlachen, aber aufs Geld muß ich dabei eben auch achten. Mit 350 € im Monat kommt man nicht weit…..auch nicht mit bio.

  6. Mona sagt:

    Aloha!

    Ja, auch ich hab mich schon mal “verführen” lassen, Bio im Supermarkt (Diskounter) zu kaufen – ich wohnte in SüdBrandenburg auf dem Land, ohne Auto, mit Lastenfahrrad vom Mitbewohner, öffentlicher Verkehr: 15 km weit weg und spärlich, nächster Bioladen: 35 km entfernt, trampen dauerte meist ca einen Tag, was schon mal im Winter übernachten im Freien zur Folge hatte….

    hat sich dann aber gar nicht so gut angefühlt – die Qualtität der Nahrungsmittel, v.a. Dingen bei Obst und Gemüse ist im Bioladen oft viiiel besser. ImDiskounter war es wegen dem Massenanbau sehr aufgedunsen. Verarbeitete Lebensmittel haben mich im Supermarkt sowie nicht angesprochen.

    Es gibt nun einen Diskounter bei meinem Freund in der Nähe (westlicher Taunus, am Land) der immer wieder Gemüse und auch manches mal Ost in Demeterqualität und auch einige lekker schmeckende Tofoprodukte anbietet. Der Bioladen hier ist nett, teuer und hat eine so kleine Auswahl an Rohkost, dass es mir nicht reicht.

    Ich liebe es, Karotten, die süss, saftig und hocharomatisch mit vielen Geschmacksnuancen schmecken, frisch am Markt zu kaufen. Oder, wie zB bei meinem Lieblingstand am Naschmarkt in Wien, Sortenraritäten wie Lichtwurzel, Erdmandel (frische, ganze) aus einer Auswahl Tomatillos und Tomaten (zB grün-gelb getigerte) zu wählen.

    Da der materielle Anteil meiner Nahrung aus einem hohen Anteil an Rohkost besteht, bestell ich auch einiges bei Versänden wie Keimling, Waltraud Weber – Wonne aus der Sonne und anderen, um zu Nüssen, ungeölten Rosinen, rohen Kakaobohnen aus Permakulturanbau und anderen Genüssen in Rohkostqualtät zu kommen.

    (Nüsse, Trockenfrüchte, Haferflocken u.a haben im normalen Biohandel zu allermeist keine Rohkostqualtiät)

    Schön fände ich, wenn noch mehr Bioläden wie zB in Heidelberg der Füllhorn, Nahrungsmittel in Rohkostqualität mit ins Sortiment nehmen, Schokolade in Rohkostqualität! ist ein Wunsch für Bioläden, die Nachfrage oder zumind das Interesse wächst ja sowieso beständig; und ich meine Wohnsituation dahingehend verbessere, selber rohe Nussmuse, Fruchtschnitten und anderes Wonneessen mit hohem Energiewert kreieren zu können.

    Mir ist auch wichtig, dass die Nahrung liebevoll angebaut und geerntet wird, was bei Produkten aus dem Diskounter ja eher nicht möglich ist (Massenanbau, der gerade noch, durch die sowieso auf niedrigem Niveau gehaltenen EU-Bio Richtlinien geht, Schummeln und Tricksen nicht ausgeschlossen)

    und wünsche mir, dass ich aktiv zu einer Verbesserung der Nahrungmittelqualtät in den Bioläden beitragen kann -

    durch Impulssetzung, mitmachen, Infomieren…

    so wünsche ich mir eine Kennzeichnung für Obst, Gemüse und Getreide aus veganem Anbau (d.h., aus Anbau, bei dem rein pflanzlich gewirtschaftet wird, für Österreich gibt es immerhin eine Liste BIO- vegan anbauender LandwirtInnen und Gärtnerinnen) und eine Kennzeichnung für Anbau und Ernte aus Permakultur, die Unbedingt noch gefördert werden sollte.

    begrüssenswert finde ich auch die Ansätze, Menschen zu ermutigen, die Grünflächen ihrer Städte zu nutzen, um Gemüse, Obst sowie Blumen anzupflanzen, sowie ihre Balkone, Treassen und Flachgärten.

    Lasst uns einen weiteren Schritt gehen, Verantwortung zu Übernehmen und zu
    HüterInnen der Erde zu werden (sowie es für uns vorgesehen ist) -
    ihr werdet es auch bemerken (nehm ich mal an): das macht richtig viel Spass, bereitet tiefe innere Freude, steigert die Lebenslust enorm…..

    und das Geld fürs gute Bioessen reicht immer, weil ich es mir wert bin, das Leben auf der Erde es mir wert ist und ich im Vertrauen lebe, genung zu bekommen (mit Aussetzern und viel Übung, doch das bringts :)
    (ich weiss schon gar nicht mehr, was anderes Essen kostet. und es interessiert mich auch gar nicht, ich vertrau darauf, dass die meisten Preise fair sind und wünsche allen Menschen eine gute Bezahlung und allen Lebewesen eine respekt- und liebevolle Behandlung!)

    Nun genug davon :)

    in Liebe fürs leben
    Mona * Aurora

  7. Ulla Helbig sagt:

    Hallo,
    ich kaufe für mich und meine Familie seit 35 Jahren aus Überzeugung nur im Bioladen ein, in erster Linie Demeter-Produkte, wenn möglich, jedoch nie EU-Bio, da habe ich überhaupt kein Vertrauen zu. Bio ist keine Frage des Geldes, sondern eine Frage der Kochkunst. Ich kann teuer Bio kochen, aber auch preiswert (ohne teure Säfte, Käse, Wurst, Fleisch). Je einfacher meine Küche ist, desto gesünder ist sie. Seit ich Bio-Produkte ausschließlich esse, hat die Schulmedizin nach und nach mich und meine Familie als Patienten verloren und selbst die Alternativmedizin ist noch ganz selten von nöten. Unser aller Gesundheitszustand hat sich rapide verbessert und neue Horizonte taten sich nach und nach auf. Jedoch esse ich alles, wenn ich eingeladen bin oder im Restaurant speise etc. Sollte es irgendwann kein Bio mehr geben, weil Monsanto seine Genpflanzen überall hin verbreitet hat, werde ich auch damit klarkommen. Ich bin sicher, dass es immer Lösungen geben wird. Der Mensch ist anpassungsfähig,wenn er will.
    LG Ulla Helbig

  8. Helga Sostmann-Kitz sagt:

    Hallo,

    ich habe immer mal wieder einen Vorstoß gamcht und Bio eingekauft. Kam aber mit Nudeln und Reis nicht so richtig an.
    Zum Gemüse bin ich gekommen, weil das konventionelle Gemüse überhaupt keinen Geschmack mehr hat.
    Die ganzen Bitterstoffe sind weggezüchtet, z.B. Endivien, Weißkohl, Chiccoree. Die übrigen Kohlsorten haben auch keinen typischen Eigengeschmack mehr.
    Der Geschmack der Biogemüse und Früchte erinnert mich an seelige Kindertage.
    Zudem werden alte, gesunde Gemüsesorten wieder angebaut und siehe da, die Konventionellen schwimmen mit auf der Welle.
    Ich habe das Glück, daß wir hier im Dorf einen Bio-Hofladen haben, leider zu weit, um zu Fuß hinzukommen und zu steil mit dem Fahrrad. Aber dann wird halt der Wocheneinkauf auf einmal heimgeschafft, und schon ist das schlechte Gewissen beseitigt.
    Herzliche Grüße

  9. Francis H. sagt:

    Guten Abend,

    “Oder sind Sie über den konventionellen Handel zu Bio gekommen und haben so Ihren Weg in den Bio-Laden gefunden?”

    Ganz genauso ist es! Vor ca. 4 Jahren habe ich angefangen im Discounter wenigstens EU-Bio-Milch und -Eier zu kaufen. (Eine Mitbewohnerin hatte das angeregt). Nach und nach habe ich auch andere EU-Bio-Produkte gekauft. Allerdings ist die Auswahl im Discounter dann doch ziemlich begrenzt. Eine andere Wahl hatte ich damals mangels Bioladens in der Nähe & zu wenig Wissens & zu weniger Ambitionen nicht.

    Seit nun mehr über einem Jahr kaufe ich meine Lebensmittel jedoch nur noch im Bio-Laden. Mehrere günstige Faktoren, für die ich sehr sehr dankbar bin, begründen das für mich:

    1. ich bin der Meinung, dass ich es mir finanziell leisten kann
    2. ich bin bereit mehr für gesunde & faire Lebensmittel zu zahlen
    3. ich habe “meinen” Bioladen (Tjadens) 150m vor der Haustür (Umzug sei Dank)
    4. alternativ habe ich noch zwei erreichbare weitere Bioläden (Großstadt sei Dank)
    5. ich fühle mich wohl in meinem Bio-Laden
    6. durch Schrot & Korn, eve, foodwatch, greenpeace, wwf, reportagen, dokus, u. ä. informiere ich mich regelmäßig über Lebensmittelproduktion und alles was damit zusammenhängt
    7. durch diese “Aufklärung” bin ich viel achtsamer im Umgang mit Lebensmitteln, Ernährung, Konsum und Umwelt geworden
    8. mein Freund denkt & konsumiert ähnlich wie ich

    Fielen nun die Gründe 1.-4. weg würde ich wahrscheinlich einmal pro Woche einen weiteren Weg zum Bioladen auf mich nehmen, um einen Großeinkauf zu machen und wenn nötig zwischendurch gelegentlich auf EU-Bioprodukte aus Discountern zurückgreifen.

    Dennoch kaufe ich nicht blind in meinem Bioladen ein. Ich schaue was in den Lebensmitteln steckt und wo sie herkommen und entscheide mich auch mal gegen ein Produkt. Meistens liegt das aber nicht im Geld, sondern an einer Zutat, die ich nicht im Produkt haben mag oder dem zu weiten Weg des Produktes. Letzteres ist allerdings insbesondere in Bezug auf Obst und Gemüse doch oft eine große Schwierigkeit. Gerade im Winter will ich auf Obst nicht verzichten, obwohl ich weiß, dass es tausende Kilometer hinter sich hat. Das schlechte Gewissen ißt mit…

  10. Otto H. sagt:

    Hallo,
    die Grundversorgung an Obst, Gemüse und einigen Milchprodukten lassen wir vom Amperhof mit seiner Ökokiste direkt vor die Wohnungstüre liefern. Da freuen wir uns jedes mal, wenn wir freitags von der Arbeit nach Hause kommen … das Auspacken hat immer so was von Weihnachten.
    Wenn wir Lust und Zeit zum Shopping haben (was bei uns öfters vor kommt), dann wird die Kiste abbestellt, wir tauchen ein in das Paradies unseres Biomarktes im Münchner Stemmerhof und gehen dort auf Entdeckungstour und Schnäppchenjagd. Irgendwie merkt man halt doch, dass wir noch Jäger und Sammler sind und so sind die Taschen danach grundsätzlich voller, als vorher gedacht. In unserem Biomarkt genießen und nutzen wir das unglaubliche Wissen und die Herzlichkeit der Angestellten, so dass wir sehr oft was Neues ausprobieren können (z. B. auch sehr günstiges Saisongemüse, das wir bis dato noch nie gesehen/probiert hatten).
    Letztendlich kaufen wir dann auch mal die Billig-Bio-Gurke bei Aldi oder die momentan um 2/3 billigeren (grünen) Bio-Tomaten bei Netto. Es ist schon seltsam, dass der Bio-Dinkel bei dm deutlich weniger kostet, als im Laden der HB-Mühle. Schöner ist es freilich, zu wissen, wo unser Ei gelegt wurde, aber das muss auch nicht immer sein.
    Wir wollen nicht päpstlicher als der Papst sein und ermuntern so ja auch die Discounter, zukünftig noch mehr Bio ins Regal zu stellen. Dadurch kommen auch “konventionelle” Kunden immer mehr in Kontakt mit den Bio-Lebensmitteln (ich meine: Besser EU-Bio als gar kein Bio) und zum Nachdenken über ihre Lebensmittel – ich denke, das ist der richtige Weg.
    Gruß
    Otto H.

  11. Manja Jacob sagt:

    Liebe Frau Gruber!
    Ich ess nun schon seit über 10 Jahren konsequent “Bio” … anfangs, noch als Studentin, stand ich mehr oder weniger ahnungslos (angeregt durch das Buch über die Blutgruppen-Diät) in dem kleinen Bioladen um die Ecke in Berlin Mitte … was ist Amaranth, Quinoa, wie schmeckt Soja etc … ich wurde liebevoll und familiär betreut und beraten … später zog ich in den Prenzlauer Berg … die ersten Bio-Märkte schossen aus dem Boden … der etwas niedrigere Preis war für meinen studentischen Geldbeutel sehr angenehm … nun wohnen wir seit 2 Jahren mit unserem fast 2 Jährigen Sohn am Stadtrand im Grünen ohne großen verzehr und Lärm und ohne Bioladen in der Nähe … also fahre ich mit der S-oder U-Bahn 20 bis 30 min zu einem verkehrsgünstig gelegenem Bio-Markt und mache dort meinen Großeinkauf … und ich kaufe mit etwas schlechtem Gewissen auch wöchentlich 1-2 mal einige Dinge bei Kaisers und /oder Aldi aus derem “Bio”-Sortiment … ich schaff es einfach nicht, 2-3 mal die Woche zum BioMarkt zu fahren … weder kräfte- noch zeitmäßig … also der Kompromiß, der auch wirklich einer ist .. nein, der Beratung bedarf ich nicht mehr so, eher selten bei sehr speziellen Dingen und da sind einige Menschen dort auch einfach unschlagbar … vor allem unterstütze ich aber das, wofür eben nur Naturkost-Märkte steht … fairere Infrastrukturen … nur hier gibt ECHTES BIO und machen eben alle Gewinn .. wer bei Kaisers und Aldi gewinnt, weiß ich eben nicht so genau und wieviel Bio ist in EU-BIO … in jedem Falle weniger als bei Demeter und co ..
    und naja, so rosarot ist die Bio-Branche dann ja leider auch nicht … aus eigener Erfahrung als Aushilfe im BioMarkt weiß ich, das auch da oft nur der Profit zählt, die Mitarbeiter unterbezahlt und ausgebeutet werden und man ganz bewußt ein Drittel der Personals mit Aushilfen abdeckt, die einfach nicht so viel kosten… also auch die Bio-Branche hat noch einiges zu lernen in Bezug auf Gerechtigkeit, Fairness etc .
    aber ein bisschen mehr Bewußtsein ist eben dort schon da … ein Grund es zu unterstützen.

  12. Iris Hofmeister sagt:

    Guten Tag Frau Gruber,

    ja, ich halte Ihre Zeitschrift in den Händen, weil eine Freundin sie mir mitgebracht hat. Ich bin finanziell nicht in der Lage Bioprodukte ausschließlich im Bioladen zu erstehen, obwohl ich dies gern würde. Mich zieht aber manche Spezialität dort hin die es in den Märkten schlicht nicht gibt.

    Beratung brauche ich weniger, da ich weiß was ich kaufen möchte.

    Ich hinterfrage mich oft warum ich auf “Bio” stehe: Ich halte Bio schlicht für fair der Erde, den Tieren, den Menschen gegenüber. Schließlich brauche ich bei all der Verschmutzung nicht auch noch exta Gift auf dem Essen, daher bin ich dafür sowenig Schaden als möglich im Kreislauf des Lebens zu verursachen.

    Ich treffe eine Auswahl. Was sich für mich nicht “koscher” anfühlt kommt auch nicht mit nach Hause. Egal wo ich kaufe.

    Für mich gilt alle Lebensmittel mit Wertschätzung zu behandeln, egal woher sie kommen. Wenn kein Geld für Bio aus dem Bioladen da ist, nun, dann sehe ich, das ich mich mit den Nahrungsmitteln versehe die ich zahlen kann. Und wenn das heißt Bio aus dem Supermarkt oder gar konventionelle Ware dann ja.
    Das unachtsam – hektische rumgeschiebe auf dem Fließband mache ich mit einer liebevollen Zubereitung für meine Kinder wieder wett. Ich mache das was mir möglich ist. Sonst nichts.

    Ich habe schon mal die leicht verrückte Überzeugung gehabt, wenn alle Bioprodukte im Supermarkt, auch die im Bioladen genausoviel ( oder wenig, wie mann´s nimmt ) kosten würden, dann würden alle Menschen auch Bio kaufen. Sprich die Gewinne würden dann über die Masse gehen. Die konventionellen Betriebe währen gezwungen umzustellen… Denn wer möchte sich und seine Familiel nicht “schadstofffrei” ernähren. Dann kam mir aber der Gedanke das eh nicht alle Menschen mit Bio ernährt werden könnten, soviel kann Bio gar nicht hergeben, wie die meisten Menschen kaufen wollen.
    Also ist eine ausschließliche Ernärung und Versorgung mit Bioprodukten doch wieder nur finanziell gut gestellten Personenkreisen möglich?
    Zudem da im Gunde ja noch mehr zugehört, die Kleidung, die Möbel ect.

    Wie bereits erwähnt: ich tue was mir möglich ist.

    Mit freundlichem Gruß

    Iris Hofmeister

  13. Andrea Baur sagt:

    Hallo Frau Gruber,
    wir sind seit fast 15 Jahren Bio-Konsumenten. Bio ist uns wichtig genug, dass wir dafür eben auf manches andere verzichten. Bio vom Discounter mag manchmal billiger sein, aber wie ökologisch, sozial und fair ist es? Und wie der jüngste Fall von Alnatura zeigt, sind die schwarzen Schafe eben öfter bei den Großen angesiedelt. Lieber dann doch der kleine Bioladen, der wenigstens weiß, warum er Bio verkauft und nicht einfach nur Geld machen will.
    Mit freundlichen Grüßen, Andrea Baur

  14. Nicole Bäuerlein sagt:

    Als vierköpfige Familie und einem Elternteil in Elternzeit, kaufen wir beides. Zwar fast alles Bio, aber davon etwa 20% vom Discounter (der in Fußnähe liegt), 40% vom Fachhandel und 40% über Lieferdienste (Biokiste).
    Da ich im Discounter niemals eine solche Auswahl und auch keine so hochwertigen Produkte erwarten kann, wie im Fachhandel, ist Bio vom Discounter für uns keine wirkliche Alternative. Gerade verschiedene Gertreidesorten, Mehl in unterschiedlichen Typisierungen oder Sojaprodukte, sowie glutenfreie Lebensmittel sind meist nur über den Fachhandel zu beziehen.
    Dennoch leben wir nach dem Motto: Besser Discounterbio als garkein Bio, wenn am Monatsende das Haushaltsgeld knapper wird.

  15. Julia Richter sagt:

    Ich bin Studentin und möchte trotz meines geringen Einkommens so wenig wie möglich auf Bio-Produkte verzichten.
    Vor allem deshalb schätze ich, dass es in den letzten Jahren Bio-Produkte auch in die Regale der Discounter geschafft habe. Ich finde es auch nicht peinlich, dass diese Firmen sich ihren Anteil am Bio-Wachstum in der Gegenwart und Zukunft sichern wollen, im Gegenteil, gerade Familien mit geringem Einkommen wird es so ermöglicht, sich auch Bio zu leisten. Außerdem ist es eine normale Gesetzmäßigkeit in einer freien Marktwirtschaft, davon ist auch die Bio-Niche nicht ausgeschlossen.
    Zu der Kritik, dass die biologischen Produkte der Discounter gegenüber den Produkten aus den Bio-Läden minderwertig seien, muss ich sagen, dass man sich bei keinen für die Masse produzierten Konsumgütern sicher sein kann, dass manche Produzenten die Richtlinien nicht wirklich einhalten. Es gibt verhältnismäßig zu wenig Kontrollen.
    Dennoch bin ich überzeugt, dass die biologischen Produkte der Discounter im Endergebnis, was z. B. die Art der Zusatzstoffe oder aber die Tierhaltung betrifft, besser abschneiden als konventionelle Produkte. Selbstverständlich sind die Produkte der Discounter in keinem Fall vergleichbar mit Erzeugnissen z. B. vom Demeter Verband.
    Sorgen bereitet mir nur, dass die Nachfrage das Angebot für Bio-Lebensmittel übersteigt und deshalb Lebensmittel international bezogen werden müssen. Da muss jeder Kunde für sich selbst entscheiden, ob er nicht auf Avocados aus Lateinamerika verzichten kann.
    Hauptschuldiger ist für mich hierbei jedoch die falsche Politik des Landwirtschaftsministeriums, welche die lokale Bio-Landwirtschaft sträflich vernachlässigt.
    Fazit: Was die Produktvielfalt, die Beratung und das Einkaufserlebnins betrifft, liegen Bio-Läden und Reformhäuser klar vorn.
    Discounter hingegen ermöglichem JEDEM sich teilweise oder komplett mit biologischen Produkten zu ernähren.
    Dafür bin ich dankbar.

  16. Cornelia Halbe sagt:

    Hallo,
    ich lasse mir meine Biolebensmittel schicken.
    Wenn man ländlich wohnt,ist es immer schwer in ein en Bioladen zukommen.Und den Discountern,trau ich nicht über den Weg,drücken sie doch die Preise,wo sie nur können und das macht sich an der Qualität und Geschmack bemerkbar.
    Habe im Internet Biogeschäfte entdeckt,die ihre Ware auch verschicken.Ich kann zu Hause alles in Ruhe aussuchen und bekomme es dann gut verpackt und wenn nötig ,auch gekühlt geliefert.Bin sehr zufrieden mit dieser Lösung.
    Mit freundlichen Grüßen
    Cornelia Halbe

  17. harald sagt:

    nabend,
    aus entfernungs- und zeitgründen, die der alltag mit sich bringt, muss ich leider öfter als gewollt auf bio-produkte aus dem nahegelegenen supermarkt zurückgreifen.
    qualitativ ist so ein einkauf im gegensatz zu `unserem´
    biohof-laden in keinster weise vergleichbar! das fängt bereits beim parken an (jedes mal denke ich, ich bin im bilbo-beutlin-land angekommen)… und wo sonst ist der einkauf pure erholung? der sohn darf sich nach der gratis-bio-reiswaffel im megasandkasten austoben, wir eltern genießen noch den ein oder anderen tee oder kaffee auf kosten des hauses, und zum geburtstag bekommt man wahlweise eine bioschokolade oder einen biowein in den einkaufskorb gepackt – das alles sind aber einfach nur nette nebensächlichkeiten; frisches obst und gemüse in demeterqualtität lässt sich in keinem discounter finden!!! haben sie schon mal eine/n verkäufer/in aus dem supermarkt nach dinkelvollkornbrot gefragt???
    ein guter moment für einen schnappschuss;)
    …als gute alternative für nicht frische ware wie obst und gemüse empfinde ich die bioprodukte von dm – die sind auch preislich sehr ansprechend…

  18. martin Glasow sagt:

    Die Preisgestaltung bei den Naturkostläden ist für mich kein wirkliches Problem, aber ich frag mich, ob ich den Unterschied tatsächlich schmecke! Bei einem Biodramatischen Ei vom Markt zu 35 cent ist der Vergleich mit einem 20 cent Ei aus Bodenhaltung eindeutig zugunsten des preiswerteren Eis ausgefallen. Nicht immer schmeckt Bio auch besser!!!

  19. Thomas Ehrbarth sagt:

    Hallo Frau Gruber!
    Ich kaufe seit über 10 Jahren im Bioladen ein ( ca 70 % meiner Einkäufe im Bioladen, da ich leider arbeitslos bin 30 % im Tafelladen ). Nur weil jetzt Aldi, Edeka & Co ebenfalls die Bio – Schiene fahren werde ich meinem Bioladen nicht den Rücken kehren. Zum einen finde ich es fast peinlich wie Aldi, Edeka & Co sich mit Bioprodukten profilieren wollen ( man muss sich ja fast fremdschämen ), zum anderen traue ich denen kein QuadratCENTimeter ( kann man gern auch durch “Penny” austauschen ). Deren Biowaren haben doch allenfalls das Euro – Ökolabel, sollte das Label doch ‘n höherwertigeres und die Waren biologisch einwandfrei sein, wird der Preis halt auch entsprechend ausfallen. Und von denen wurde ich vor nicht allzu langer Zeit noch belächelt, nee, Danke, die sollen auf ihrem Mist sitzen bleiben! Im Bioladen bekomme ich auch kompetente Beratung, die ich so bei Aldi, Edeka & Co wohl kaum erwarten kann, entweder weil man bei den Angestellten dort ständig den Eindruck hat die sind auf der Flucht,
    gestresst ( sowieso ) und ob die überhaupt ‘ne Ahnung von Bioprodukten haben wage ich auch schwer zu bezweifeln. Vielleicht klingt das jetzt nicht ganz vorurteilsfrei, aber bei ‘ner Bioberatung bei Aldi, Edeka & Co ( wenn es die denn gäbe ) würde ich immer befürchten jeden Moment das €uro – Symbol in den Augen des Beraters aufblitzen zu sehen. Die haben mit ihrem qualitätslosen Billig – Mist genug Kohle gescheffelt, wie schon über 10 Jahre lang werde ich mein Geld für Lebensmittel ( zumindest zu 70 % ) weiterhin in meinem Bioladen lassen und wenn ich wieder Arbeit finde kaufe ich meine Lebensmittel auch zu 100 % dort ein.
    Mit freundlichem Gruß Thomas Ehrbarth

  20. Daniela Hillebrecht sagt:

    Hallo,
    auch ich bin immer im Zweifel, wo ich BIO einkaufe. Irgendwie traue ich den BIO-Marken bei den Discountern nicht wirklich. Ich kaufe lieber im Reformhaus ein. Wie in dem Beitrag erwähnt, kann ich hier einfach zugreifen und bekomme zusätzlich kompetente Hilfe. Trotzdem muss ich mich auch nach dem Preis richten. Alle Nahrungsmittel im Reformhaus zu kaufen geht ziemlich an den Geldbeutel. Es ist immer wieder ein Spagat.
    LG
    Daniela Hillebrecht

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