EHEC auf Bio-Gurke – Herkunft noch unbekannt

201127Mai

Die gurkeHamburger Gesundheitsbehörde hat den aktuellen EHEC-Erreger auf vier Gurken aus dem Hamburger Großmarkt gefunden. Drei der Gurken stammten aus Spanien, die Herkunft der vierten ist ungeklärt. Eine der drei spanischen war eine Bio-Gurke, die von der Firma Frunet Bio aus Malaga stammte. Das Unternehmen erklärte, es gebe bei ihnen keine EHEC-Erreger. Die Kontamination sei vermutlich beim Entladen im Großmarkt passiert. Vorsorglich nahm der Handel spanische Gurken aus den Regalen.

Frunet Bio hat nach eigenen Angaben 2002 auf die Produktion von Bio-Obst und Gemüse umgestellt und setzt damit rund 15 Millionen Euro im Jahr um. Auf der Webseite heißt es: „Wir arbeiten zusammen mit Kunden in Deutschland, Großbritannien, Frankreich und Skandinavien. Unsere Kunden sind in erster Linie Supermarktketten und Naturkostgroßhändler.“ In den Tagesthemen sagte Frunet-Sprecher Richard Coepenberg, die Gurken hätten seinen Betrieb nachweislich unbelastet verlassen und seien am 16. Mai in Hamburg eingetroffen. Der Kunde habe kurz darauf per Mail mitgeteilt, die Palette mit der losen Ware sei beim Transport umgekippt. Er werde die beschädigten Gurken aussortieren und nur die bezahlen, die noch zu verkaufen seien. Frunet gehe davon aus, dass die Gurken auf diese Weise verunreinigt worden sein könnten. Dies erklärt jedoch nicht, warum EHEC-Erreger auch auf konventionellen spanischen Gurken und einer mit unbekannter Herkunft gefunden wurden. Eine mögliche Ursache könnte belastetes Gießwasser sein.

Das Robert-Koch-Institut forderte die Verbraucher bereits am Dienstag auf, „Tomaten, Salatgurken und Blattsalate insbesondere in Norddeutschland nicht roh zu verzehren.“ Im Lebensmitteleinzelhandel wurden spanische Salatgurken flächendeckend aus dem Sortiment genommen. Aldi Nord verzichtete sogar auf anderes Gemüse aus Spanien. Wie sich die allgemeine EHEC-Angst und die EHEC-Funde bei Bio-Gurken auf den Absatz an grüner Frische im Fachhandel auswirken werden, ist unklar.

BÖLW: Bio-Produkte nicht mehr oder weniger gefährdet als konventionelle

In einem Infoblatt macht der BÖLW deutlich, dass im Bezug auf EHEC Bioprodukte nicht mehr oder weniger gefährdet sind als konventionelle. „Eine Gruppe von führenden Mikrobiologen und Ökolandbau-Forschenden beschäftigt sich seit drei Jahren wissenschaftlich mit dem Thema EHEC und untersucht alle möglichen Einfallstore. Sie konnten keine spezifischen Bio-Risiken feststellen. Die EHEC-Fälle in der Vergangenheit waren nicht auf die Besonderheiten der biologischen Bewirtschaftung zurückzuführen“, schreibt der BÖLW.

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Manfred Loosen

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5 Kommentare zu „EHEC auf Bio-Gurke – Herkunft noch unbekannt“

  1. Maja sagt:

    Immer wieder diese Panik. Gurken, Tomaten oder Sojasprossen kommen anscheinend nicht mehr in Frage. Ständig mutieren Viren und Bakterien. Ich frage mich, was hinter dieser Unruhe steckt. Meine Tochter hatte vor 14 Jahren Salmonellen durch Hähnchensticks einer Fastfoodkette. Damals hat das niemanden interessiert woher es kommen könnte. Die kleine, damals 6 jährige wäre fast daran gestorben. Geholfen hat in allerletzter Minute die klassische Homöopathie. Die Kügelchen habe ich mir aus einem Buch selbst herausgesucht.

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  3. EPetras sagt:

    Dieser EHEC-Erreger war antibiotikaresistent. Bio-Mist oder Bio-Gülle kommen also eher nicht infrage, da Antibiotika dort nur in Ausnahmen eingesetzt werden, so dass sich kaum Resistenzen bilden können.

    Entweder hat also ausnahmsweise ein spanischer ökobauer konventionelle Gülle verwendet oder, was wahrscheinlicher ist, bei Abpacken oder Waschen fasste ein infizierter Mensch oder jemand, der zuvor mit Fleisch hantiert hatte, “handelte” die Gurken.

    übrigens: Im Auftauwasser von Geflügel wimmelt es von Keimen, aus denenn man locker EHEC anzüchten kann, sowie oft auch von Campylobakter, machmal Salmonellen, Listerien, sogar MRSA werden gefunden.

    Warum wird der Fokus von diesen offensichtlich immer vorhandenen Keimen auf die grünen Gurken verlagert und versucht, sogar Bioware zu verunglimpfen?

    Es gibt eben gewisse Interessenlagen…

    Übrigens: Ihr Bios habt viel bessere Argumente als die, die ihr nutzt! Schaut Euch mal die Resistenzen an – das gibt es bei Bioware nicht oder etwa doch?

    Warum argumentiert Ihr denn dann nicht damti?

    Diesen Punkt hätte ich wirklich gern geklärt!

  4. Søren sagt:

    Ach, die ständige Aufregung über immer neue tödliche Erreger kann einem doch nicht nahe gehen. Man isst wie bisher und achtet ein Tick mehr auf Hygiene. Die Apokalypse dürfte wirklich anders aussehen und das dümmste wäre, aufgrund jeder Panik sein Verhalten grundlegend zu ändern. Dann ist man nur noch Spielball der Mächtigen und seiner Ängste.

  5. Den Bericht finde ich für’s erste OK, d. h. eine kurze Info mit wichtigen Details.

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