Den gemeinhin als „Unkraut“ bezeichneten Pflanzen wie Disteln, Butterblumen und Klee wird bei der Erhaltung der Biodiversität in der Landwirtschaft eine große Bedeutung zugeordnet. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie, die in der Fachzeitschrift „Science“ veröffentlicht wurde.
Diese „Unkräuter“ haben danach zwischen einzelnen Arten eine verbindende Wirkung. Tiere und Pflanzen hätten ganz eigene Lebensräume, die sich aber natürlich auch überschneiden. Diesen Pflanzen komme als verbindendes Element dabei eine besondere Bedeutung zu.
Die Wissenschafter untersuchten in ihrer Studie die Interaktionen einer Reihe von Tieren und Pflanzen in spezifischen „Netzwerken“, zum Beispiel im Netzwerk der Nahrungssuche. Die Forscher konnten dabei mehr als 1.500 Zusammenhänge zwischen 560 unterschiedlichen Organismen identifizieren, die durch sieben verschiedene Nahrungsnetze miteinander verbunden waren. Zu den untersuchten Organismen zählten unter anderem Schmetterlinge und Bienen, die Pflanzen bestäuben, Vögel, die Samen essen, Nagetiere und pflanzliche und tierische Parasiten.
Der Verlust einer Pflanze hatte Auswirkungen auf das gesamte Ökosystem. Verschiedene Tiere und Pflanzen waren durch die Elimination bestimmter Pflanzen unterschiedlich betroffen. Der Verlust von Pflanzen hatte auf Schmetterlinge und Bienen zum Beispiel einen merklich größeren Einfluss als auf Vögel.
Die Wissenschafter identifizierten auch bestimmte Pflanzen, die für ein gesundes Ökosystem in der Landwirtschaft besonders wichtig sind, dazu gehören Disteln, Wiesenkerbel, Klee und Butterblumen.
- Science for Environment Policy: Weeds important for restoring biodiversity in farmland environments (pdf, englisch)
- „Science“- Artikel (englisch); der Zugriff auf den Volltext in der Zeitschrift „Science“ ist kostenpflichtig.
Manfred Loosen


Artenschutz, weil wir die Arten einst brauchen könnten?…
„Viele Pflanzen haben im Lauf der Evolution Stoffe entwickelt, mit denen sie sich gegen Krankheiten und Parasiten wehren. Oft helfen diese Stoffe auch den Menschen. So wie Paclitaxel, das die Pazifische Eibe in ihrer Rinde produziert und das als …
Unkraut ist nur eine rein menschliche, rein kommerzielle Wertung, die in der freien Natur vollkommenüberflüssig ist!
Die Namen “Wildkraut” oder “Naturpflanze” passen besser!
Wieso finden solche Untersuchungen immer erst statt wenn die Lebensräume zerstört und die ersten Pflanzen ausgerottet sind ?? Nur der Mensch in seiner unsagbaren Arroganz bezeichnet bestimmte Pflanzen als Unkraut und bestimmte Tiere oder Insekten als Schädlinge. Nichts ist unnütz, und die feinen Verzahnungen der einzelnen Arten untereinander werden auch nach langer Forschung nicht vollständig Verstanden. Meistens werden die Schäden erst nach der Ausrottung erkannt. Dann ist es aber zu spät.